Bulle 21.09.2016

155 Landwirte zeigten ihre Zuchterfolge

Marcel Fasel mit einem vielversprechenden Red-Holstein-Jungstier.
Bild Josef Jungo
In Bulle – seit über 100 Jahren ein Zentrum der Viehzucht – fand gestern Dienstag der 117. Zuchtstiermarkt statt. 155 Züchter stellten 262 Stiere der Rassen Holstein, Red Holstein, Swiss Fleckvieh und Simmental mit Top-Genetik aus. 30 Züchter reisten aus anderen Kantonen an.

Bulle ist seit über 100 Jahren ein wichtiger Marktort, so auch gestern, als der 117. Zuchtstiermarkt stattgefunden hat, an dem 155 Züchter ieilnahmen. Mit dem Verpflegungskonzept rund um den Ring und in den Stallungen fördern die Organisatoren die Geselligkeit, die ihren Höhepunkt am Abend mit der Parade der Siegerstiere, der Preisverteilung, dem offerierten Fondue und der Unterhaltung fand.

Das Aushängeschild der Freiburger Viehzucht war dieses Jahr zweifellos der Stier Mazot de Cremo, der dreijährige Holsteinstier, den der neue Schwingerkönig von Estavayer-le-Lac, Matthias Glarner, Meiringen, als Siegerpreis entgegennehmen durfte. Wie Geschäftsführer Bertrand Droux und Marktpräsident Philippe Currat an einer Medieninformation ausführten, hat die Viehzucht im Kanton Freiburg eine lange Tradition. Bei der Alpabfahrt entwickelte sich schon vor über 100 Jahren in Bulle ein Markt für Zuchtvieh, der von Käufern aus europäischen Ländern besucht wurde. Inzwischen hat sich Bulle zum Ausstellungsmarkt der Schweiz für Stiere der Milchrassen entwickelt.

Die Stiere stammen von Hochleistungskühen und inländischen, geprüften KB-Stieren sowie Spitzenstiere auf dem Weltmarkt und jungen Zuchtstieren mit hohen genomischen Zuchtwerten ab. 49 der Stiere stammen aus Embryotransfer der besten schweizerischen und internationalen Stammkühe, und 69 Stiere haben eine Genotypisierung.

Im Katalog finden die Züchter detaillierte Angaben über die Elterntiere der Stiere. Daraus können sie Details über die Leistungen, Exterieur, Milchqualität usw. ableiten. Wenn dann am Markt noch eine gute Exterieurbeurteilung beziehungsweise Klassierung erfolgt, kann sich der Käufer ein gutes Bild machen. Von den rund 100 Stieren, die jeweils den Besitzer wechseln, gehen zirka 40 in andere Kantone. Für die Organisatoren ist es erfreulich festzustellen, dass immer mehr auswärtige Aussteller nach Bulle kommen. Dieses Jahr sind es etwa 30 Aussteller mit rund 50 Stieren.

Klassierungen in drei Ringen

Aufgeteilt nach Rassen wurden die Stiere von den Richtern Nicolas Uldry, Le Châtelard; Helmut Matti, Turbach (Rasse Red Holstein); Jacques Rouiller, Rossens (Holstein); Stefan Scheidegger, Mettembert, und Rolf Dummermuth, Fahrni bei Thun (Simmental/Swiss Fleckvieh) klassiert. Sie wählten die Rassensieger aus. Mit grossem Interesse verfolgten die zahlreichen Besucher diese kommentierten Klassierungen.

Die Sieger der Rassen:

Simmental: Froufrou (Vater Pepito), André Deillon, Vuisternens-devant-Romont; Swiss Fleckvieh: Argus (Unic), Nicolas & Christoph Rey, Le Châtelard près-Romont; Red Holstein: Lelion (Citation), Betriebsgemeinschaft Oberson & Pasquier, Maules; Holstein: Savoleyre Kennedy (Impression), Bruno Charrière, Cerniat.

Marcel Fasel

Zum 56. Mal am Zuchtstiermarkt

Seit 1960 war Marcel Fasel aus Niedermonten bei St. Antoni jedes Jahr am Zuchtstiermarkt in Bulle. Anfänglich mit Vater Alois, einem erfolgreichen Viehzüchter. Ab 1990 leitete er den Betrieb mit Bruder Bruno. Seit 2009 führen Bruno und Sohn Stefan den Betrieb, und er sei als Gehilfe weiterhin dabei. In früheren Jahren stellten Fasels bis zwölf Jungstiere aus, jetzt sind es noch sieben bis acht. «Ich habe in dieser Zeit viele Landwirte kennengelernt, die Stiere aus unserer Zucht kauften», erzählt er. Zu den Verkaufspreisen äusserte er sich nicht. Für Stiere mit besonderen Zuchtwerten, die aufgrund des Exterieurs bei der Klassierung erste Ränge belegen, liessen sich trotz den ungünstigen Bedingungen auf dem Milchmarkt gute Preise erzielen, sagte er. Der leidenschaftliche Züchter Marcel Fasel war Präsident der Viehzuchtgenossenschaft St. Antoni und Gründungspräsident der Vereinigung der Viehzüchter des Sensebezirks (heute: Viehzuchtverein Sense).

ju