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«Ohne Vinzenzvereine ginge es nicht»

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«Die vier Jahre waren eine grosse Bereicherung, aber auch eine grosse Herausforderung», sagt Roland Buchs. Der 75-jährige Düdinger hat an der Jahresversammlung der Freiburger Vinzenzkonferenzen das Präsidium abgegeben. Er habe in seiner Amtszeit sehr oft den Satz «Das ist etwas für den Vinzenzverein» gehört, sagt er und erzählt von verschiedenen Fällen: Etwa von einer alleinerziehenden Mutter, die sich trotz Sozialhilfe mehr schlecht als recht durchgeschlagen hat und nicht mehr weiter wusste, oder einer Familie, bei der die Kosten für das Skilager der Kinder das ohnehin schon enge Familienbudget sprengten. «Es gibt sehr viele extreme Fälle», sagt Roland Buchs. Armut sei mehr denn je überall zu spüren, auch wenn die meisten Betroffenen dies so gut wie möglich zu verstecken versuchen.

Wenn die Vinzenzvereine vor Ort nicht weiterhelfen können, stellen sie einen Antrag an den Zentralrat. Die Beurteilung dieser Hilfegesuche war eine der Hauptaufgaben, die Roland Buchs während seiner Amtszeit erfüllt hat. Manchmal könne der Vinzenzverein im Dorf einen Teil der Summe aufbringen und die kantonale Organisation übernehme den Rest, schildert er das Vorgehen. «Wir helfen unbürokratisch, schnell und bewahren die Diskretion.» Letztes Jahr hat der Zentralrat Soforthilfe für 20 000 Franken gesprochen. Diese Summe könne aber von Jahr zu Jahr variieren, deshalb macht der Zentralrat auch kein richtiges Budget.

Grosszügiger Spender

Finanziert wird die Hilfe durch Sponsoren und Spender. «Wir haben das Glück, dass uns vor rund einem Dutzend Jahren der ehemalige Freiburger Zwei-Sterne-General Marcel Bays eine Million Franken vermacht hat–ein segensreiches Geschenk», erklärt Roland Buchs. Aus diesem Betrag schöpfe die Organisation noch heute. Allerdings mache man sich auch schon Gedanken, wie es weitergehe, wenn dieses Geld verbraucht sei. «Ich wünsche mir, dass ein weiterer grosszügiger Spender auf den Spuren des heiligen Vinzenz von Paul wandelt.»

Im Dorf verankert

32 Vinzenzvereine sind im Kanton Freiburg tätig, die Hälfte davon mit rund 350 aktiven Mitgliedern in den Pfarreien Deutschfreiburgs. «Sie arbeiten unabhängig vom Zentralrat und sind sehr gut in den Dörfern verankert», sagt Roland Buchs. Das sei der grosse Vorteil für ihre Tätigkeit. «Sie kennen die Leute und arbeiten eng mit den Sozialdiensten oder anderen Hilfsorganisationen wie Cartons du Coeur und Tischlein deck Dich zusammen.» Da die Vereine auch in der Bevölkerung grossen Respekt geniessen, hätten sie es leichter, bei Aktionen für die Geldbeschaffung Gönner und Spender zu finden.

Weites Tätigkeitsfeld

Die direkte Finanzhilfe ist aber nur ein Teil der Tätigkeiten der Vinzenzvereine. Die Mitglieder machen Krankenbesuche, betreuen in einigen Dörfern die Mittagstische, organisieren Transporte und laden Betagte und Alleinstehende zu Altersnachmittagen oder anderen Anlässen ein.

«Manchmal geht es nur darum, jemandem zuzuhören und seine Sorgen ernst zu nehmen», erklärt Roland Buchs. «Es sind viele kleine Taten, Ratschläge und Kleinigkeiten, bei denen die Mitglieder der Vinzenzvereine sozial schwächeren Menschen helfen.» Es gebe keine Grenzen, wie weit die Unterstützung dieser stillen Helfer im Hintergrund reiche. «Wir müssen unser Wirken nicht an die grosse Glocke hängen.»

Viele Herausforderungen

Der neue Präsident der Freiburger Vinzenzkonferenzen heisst Xavier Maugère und kommt aus Marly. Auf ihn wartet unter anderem die Herausforderung, die Zukunft der Vinzenzvereine zu sichern, wie der abtretende Präsident erklärte. «Wir Mitglieder kommen langsam in die Jahre und müssen deshalb schauen, dass wir mehr junge Leute für den Gedanken des heiligen Vinzenz von Paul motivieren können», sagt Roland Buchs. Das sei nicht einfach. Doch hoffe er sehr, dass die älteste karitative und ehrenamtliche Organisation der Schweiz auch in Zukunft Bestand haben wird. «Es braucht uns!», sagt er mit grosser Überzeugung.

Es gebe zwar viele Hilfsorganisationen, aber keine mit so einem historisch gewachsenen engen Netz. «Es wäre schön, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe weitergetragen würde.»

Definition

Auf der ganzen Welt im Einsatz

Die Vinzenzgemeinschaft ist eine karitative Vereinigung. Ihr Name geht auf den heiligen Vinzenz von Paul zurück, der im 17. Jahrhundert in Frankreich lebte. Er gilt als Initiant der sozial tätigen Laienorganisationen. 1833 gründete der Student Frédéric Ozanam in Paris nach dem Vorbild des hl. Vinzenz die erste Vinzenzkonferenz. Mittlerweile gibt es 60000 Konferenzen auf der ganzen Welt mit mehr als einer Million Aktivmitgliedern. In der Schweiz wurde die erste 1846 in Genf gegründet.im

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