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Oliver Schallers Derniere

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Wenn nächste Woche in der renovierten St.  Jakobshalle die 25.  Badminton World Championships ausgetragen werden, gehen auch Oliver Schaller und Céline Burkart im Mixed auf Punktejagd. Bei ihrer dritten WM-Teilnahme wird vieles so sein wie letztes Jahr in Nanjing und 2017 in Glasgow: Zu den Medaillenanwärtern gehören die beiden realistisch betrachtet nicht – so wie auch alle anderen Schweizer nicht. Zu dominant ist die Konkurrenz aus dem asiatischen Raum. Eine Runde zu überstehen, so wie damals in Schottland, wäre für Schaller/Burkart bereits ein grosser Erfolg. Und doch wird die WM in Basel für das mit Abstand beste Schweizer Mixeddoppel etwas Besonderes sein: Es wird seine letzte sein. Nach der grössten Badminton-Veranstaltung, die in der Schweiz je stattgefunden hat, beenden die beiden ihre internationale Karriere. «Was gibt es Schöneres, als bei einer Heim-WM zurückzutreten?», sagt Schaller.

«Mehr liegt nicht drin»

Aufhören, wenn es am schönsten ist – das trifft bei Schaller/Burkart trotzdem nur bedingt zu. Denn der Schmittner, der am Donnerstag 25 Jahre alt geworden ist, und seine ein Jahr jüngere Mixed- und Lebenspartnerin könnten altersmässig durchaus noch einige Jahre auf höchstem Niveau Badminton spielen. Warum also haben sie sich entschlossen, aufzuhören? «Das hat mehrere Gründe», sagt Schaller. Der Tonfall in seiner Stimme kann eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. «Wir haben den Glauben verloren, dass wir unsere gesteckten Ziele jemals erreichen können. Wir wollten in die Top 30 der Welt vorstossen, sind aber nie über die Top  60 hinausgekommen.» Mehr liege angesichts der in der Schweiz vorhandenen Möglichkeiten nicht drin, sagt Schaller. «Die Trainingsstrukturen sind zu wenig gut, es fehlt uns an valablen Sparringspartnern und an Konkurrenz, die uns pusht. Badminton ist in der Schweiz eine Randsportart, und wenn man neben dem Sport noch eine Ausbildung machen oder arbeiten muss, kann man schlicht nicht mit Spielern aus anderen Ländern mithalten, die sich schon als Zwölfjährige voll aufs Badminton konzen­trieren können.»

Um bessere Trainingsbedingungen zu haben, hätten er und seine Freundin ins Ausland gehen müssen, ist Schaller überzeugt. Nur ein Jahr im Ausland hätte allerdings nicht gereicht, es hätten schon drei, vier Jahre sein müssen. «Doch so lange wollten wir nicht weg. Wir sind inzwischen in einem Alter, in dem andere Dinge wichtig werden: eine Familie gründen, eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen, im Arbeitsleben Fuss fassen, Freundschaften pflegen. Das sind Aspekte, die in den Vordergrund rücken, wenn du eh schon am Zweifeln bist.»

Die ersten grösseren Zweifel sind beim Duo Schaller/Bur­kart Anfang Jahr aufgekommen, und in den letzten Monaten haben sie sich weiter akzentuiert. «Seit Januar sind wir nicht mehr mit der gleichen Freude dabei», gesteht Schaller. Es sei ein schwieriges Jahr gewesen mit den Verletzungen von ­Céline und mehreren Monaten, in denen sie keine Turniere spielen konnten. «Da wir auch mit dem Verband und den Trainern nicht der gleichen Ansicht waren, wie es künftig weitergehen soll, haben wir uns entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen. Es hat etwas gedauert, aber nun freue ich mich auf das normale Leben, das auf uns wartet.»

Zweimal Aussenseiter

Bevor Schaller und Burkart ihre internationale Karriere beenden und sich künftig auf die Auftritte mit Union Tafers-Freiburg im Schweizer Interclub konzentrieren, wollen sie bei der WM noch ein letztes Mal die Besten der Welt fordern. Ihr Auftaktgegner am Montag in Basel hat es in sich: Die Deutschen Mark Lamsfuss/Isabel Herttrich sind die ­ak­tuel­le Weltnummer 19; ­Schaller/Burkart werden auf Position  87 geführt. Das bislang einzige Aufeinandertreffen gegen die EM-Dritten haben die Schweizer vor rund zweieinhalb Jahren in Polen deutlich verloren. «Die Deutschen spielen allgemein immer mit sehr viel System, und wenn man sich dieses System aufdrängen lässt, hat man fast keine Chance», weiss Schaller. «Wir müssen versuchen, möglichst nicht unser normales Spiel zu spielen, sondern viele unerwartete Schläge einzubauen und entgegen der Schlagrichtung zu spielen.» Es sei allerdings nicht ganz einfach, die eigenen Automatismen zu überwinden.

Am Dienstag tritt Oliver Schaller an der Seite von ­To­bias Kuenzi auch im Doppel an. Die beiden profitieren von einer Wildcard, die die Schweiz als WM-Organisator in jeder Disziplin erhält. Auf sportlichem Weg hätte es den beiden nicht für die Qualifikation gereicht. Wie im Mixed nimmt das Duo Schaller/Kuenzi gegen die indische Paarung M.R. Arjun/Ramchandran Shlok (WTA 48) nur die Aussenseiterrolle ein. «Es würde einer grossen Überraschung gleichkommen, wenn die WM für mich am Dienstag nach meinem zweiten Einsatz nicht zu Ende ist», sagt Schaller nüchtern. Und mit einem Lachen fügt der 25-Jährige an: «Aber ich werde alles versuchen, um mein Karriereende noch ein paar Tage hinauszuzögern.»

Badminton-WM

Schweizer Aufgebot

Männer: Oliver Schaller (Disziplin: Männer- und Mixed-Doppel/ Alter:  25/ Wohnort: Schmitten/Klub: Union Tafers-Freiburg). Christian Kirchmayr (Einzel/25/ Therwil BL/ Uni Basel). Tobias Künzi (Doppel/21/Bern/Argovia). Frauen: Céline Burkart (Mixed-Doppel/24/Bern/Union Tafers-Freiburg). Nadia Fankhauser (Doppel/26/Burgdorf/BC Zürich), Sabrina Jaquet (Einzel/32/Biel/BC La Chaux-de-Fonds).

Erste Spiele der Schweizer. Montag: Christian Kirchmayr (SUI) – Misha Zilberman (ISR), Oliver Schaller/Céline Burkart (SUI) – Mark Lamsfuss/Isabel Herttrich (GER). Dienstag: Tobias Künzi/Schaller – M.R. Arjun/Ramchandran Shlok (IND), Nadia Fankhauser/Iris Tabeling (SUI/NED) – Chayanit Chaladchalam/Phataimas Muenwong (THA), Sabrina Jaquet (SUI) – Soraya de Visch Eijbergen (NED).

Das weitere Programm. Mittwoch: Sechzehntelfinals. Donnerstag: Achtelfinals. Freitag: Viertelfinals. Samstag: Halbfinal. Sonntag: Finals.

Badminton-WM in Basel

Die Favoriten kommen aus Asien

Wenn am Montag in Basel die Badminton-WM beginnen, sind viele Augen aus Asien auf die Stadt am Rheinknie gerichtet. Anders als hierzulande geniesst die schnellste Rückschlagsportart der Welt in Fernost besonders grosses Ansehen. Die Faszination für die Sportart ist in den asiatischen Ländern ungleich grösser als in der Schweiz. Spieler wie der Chinese Lin Dan oder der in diesem Frühsommer zurückgetretene Lee Chong Wei aus Malaysia sind in ihrer Heimat längst zu Volkshelden aufgestiegen und verdienen mit Werbung für Luxusmarken gutes Geld. Da müssen Badminton-Spieler hierzulande kleinere Brötchen backen – das grosse Geld ruft in anderen Sportarten. Gleichwohl ist es Swiss Badminton, der Verband zählt 285 Vereine und rund 13 000 Aktive, vor etwas mehr als zwei Jahren gelungen, die internationalen Titelkämpfe in den Einzel- und Doppel-Wettbewerben zum zweiten Mal nach 1995 (in Lausanne) in die Schweiz zu holen.

Schauplatz der Titelkämpfe ist wie an den Swiss Open die Basler St. Jakobshalle. Die Veranstalter, die über die ganze Turnierwoche verteilt mit 30 000 Zuschauern rechnen, scheuten dabei keinen Aufwand. Dies verwundert nicht, wenn man bedankt, dass die Fernsehbilder in rund eine Milliarde Haushalte weltweit ausgestrahlt werden.

Die Favoritenrollen bei der 25.  Ausgabe der WM sind klar verteilt. In sämtlichen fünf Disziplinen belegen asiatische Athleten die vorderen Plätze der Setzliste. Im Einzel der Männer ist der japanische Titelverteidiger Kento Momota ebenso topgesetzt wie seine Landsfrau Akane Yamaguchi bei den ­Frauen. Dazu zählen vor allem die Athleten aus Indonesien und China zu den heissesten Medaillenkandidaten. China ist mit 179 gewonnen Medaillen die erfolgreichste WM-Nation. Alleine 65 der bislang vergebenen 120 WM-Titel gehen auf das Konto der Chinesen. Zu den grossen Abwesenden in Basel gehören mit der spanischen Ausnahmekönnerin Carolina Marin und Viktor Axelsen aus der europäischen Badminton-Hochburg Dänemark ausgerechnet zwei Europäer, denen es zuletzt gelungen ist, die starke asiatische Konkurrenz herauszufordern. Für Titelverteidigerin Marin, die Olympiasiegerin von Rio 2016 und dreifache Weltmeisterin im Einzel, kommt die WM nach ihrem zum Jahresanfang erlittenen Kreuzbandriss noch zu früh. Axelsen, der vor zwei Jahren als erster Nicht-Asiate seit 1997 den WM-Titel im Einzel gewonnen hatte, musste wegen anhaltender Rückenschmerzen ebenso Forfait geben.

Hoffnungsträgerin Jaquet

Nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen werden die sechs gemeldeten Schweizer. Für sie wäre bereits der Vorstoss unter die besten 32 des Turniers ein schöner Erfolg. Die grössten Chancen, eine Runde zu überstehen, besitzt zweifellos die Neuenburgerin Sabrina Jaquet, die vor zwei Jahren mit dem Gewinn von EM-Bronze für den grössten Schweizer Erfolg an einem Grossanlass seit dem EM-Titel von Liselotte Blumer 1980 gesorgt hat. Die 32-jährige Jaquet belegt momentan den 48.  Platz in der Weltrangliste.

sda

 

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