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Olympic gab Spiel noch aus der Hand

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Olympic gab Spiel noch aus der Hand

Basketball: Die Geneva Devils holen die erste Liga-Cup-Trophäe

Olympic hätte am Samstag mit einem Sieg im ersten Liga-Cup-Final Basketball-Geschichte schreiben können, doch die Freiburger liessen sich den auf einem Silbertablett präsentierten Pokal aus den Händen reissen. So holen die Genfer 18 Jahre nach dem letzten Titel wieder einen Pokal in ihre Stadt.

Von BEAT BAERISWYL

Genf lud zum Basketball-Spektakel und 1560 Zuschauer nahmen diese Einladung dankend an. Sieger dieser neu geschaffenen Veranstaltung ist in erster Linie der Basketball-Sport. Spielerisch gesehen vermochte dieser erste Ligacup-Final keine grossen Akzente zu setzen, denn er lebte von der Spannung und krönte am Ende nicht die bessere, wohl aber die mit mehr Herz und Siegeswillen kämpfenden Genfer «Teufel» mit dem Pokal!

Patrick Ceresa mit Top-Start

Favorit Olympic startete mit einem konzentrierten und kollektiv überragenden Spiel in diese wichtige Partie. Es war zu sehen, dass der Druck eindeutig auf Genfer Schultern lastete und dass die Devils gerade in der Startphase viel Respekt vor diesem übermächtigen und in der Meisterschaft noch ungeschlagenen Gegner zeigten. Patrick «Chief» Ceresa war eindeutig der Mann des ersten Viertels. Von seinen Mitspielern immer wieder glänzend angespielt, vermochte er seine Chancen zu nutzen und skorte Punkt für Punkt für sein Team (4:9; 3./11:17; 7.). Der Stammfünfer der Saanestädter mit den drei Ausländern, Ceresa und Wegmann harmonierte bestens, Genfs Stützen waren unter Kontrolle. Doch schon da sah man die Gefährlichkeit des Rashed Lee, der aus allen Lagen Treffer setzte. Erste Warnschüsse zeigten Wirkung.

Zweites Viertel:
Der Anfang vom Ende?

«Alle sprachen zuerst vom katastrophalen dritten Spielviertel, in dem wir total auseinander brachen und uns auf Einzelaktionen einliessen, das Kollektiv total vernachlässigten und unkonzentriert agierten. Doch im zweiten Abschnitt begann die Wende. Da haben wir es verpasst den Sack zuzumachen, die Entscheidung spielerisch herbeizuführen. Wir verloren da acht Bälle, vergaben gute Möglichkeiten und liessen die Genfer wieder ins Spiel kommen. Das war in meinen Augen spielentscheidend», meinte ein sichtlich enttäuschter Patrick Koller nach der schmerzlichen Niederlage. Denn als Olympics Vorsprung in der 18. Minute die 10-Punkte-Grenze überstieg, schien mehr als eine Vorentscheidung gefallen zu sein (23:34). Der mit der Pausensirene erzielte und von SR Pizio anerkannte Treffer von Fergerson (seine vermeintlich ersten Punkte dieser Begegnung …) wurde aber von Ref Leemann nachträglich aberkannt! Die Devils blieben bei Halbzeit nahe dran.

Brutales 0:14 knickt Olympics Moral

«Während der Pause begannen wir, an unsere Chancen zu glauben. Als wir sahen, dass wir noch nicht hoffnungslos distanziert waren, wollten wir mehr, wollten den Sieg. Die Tatsache, mit dem Favoriten mithalten zu können, erweckte in uns neue, zusätzliche Kräfte.» Praktisch identisch äusserten sich Genfs Trainer Manu Schmitt und Devils Spielführer Sevag Keucheyan. Kurz nach dem Seitenwechsel begann Olympics Desaster: Noch in der 22. Minute sicher mit 31:39 in Führung liegend, lief plötzlich nichts mehr. Mit «Streetball-Einzelaktionen» war am Samstag kein Liga-Cup zu holen … Das Kollektivspiel, sonst eine erfolgreiche Waffe der Freiburger, stach nun auf Genfer Seite! Ganze sechs Minuten blieb Olympic ohne Korberfolg, musste gar eine böse und moralknickende 0:14-Schlappe einstecken. Aus der komfortablen Führung war in der 28. Minute ein 45:41-Rückstand geworden. Nun begannen auch die Genfer Fans an eine Überraschung zu glauben.

Schlussviertel mit Cup-Charakter

In den letzten zehn Spielminuten lebte die Partie von Führungswechseln und Spannung. Genfs Trio Lee-Brooks-Rimac behielt die Nerven, setzte seine Kontrahenten Mal für Mal schachmatt und konterte immer wieder im richtigen Moment. Olympics Leistungsträger waren diesem Druck nicht gewachsen, verstrickten sich immer wieder in sinnlose Einzelaktionen und verpassten die gewinnbringenden Anspiele auf ihre Center. Liess Koller den im ersten Viertel überragenden Ceresa nach einigen persönlichen Fehlern zu lange auf der Bank schmoren? Doch auch Poole war bloss ein Schatten seiner selbst, und Rosnowsky hatte schon wesentlich bessere Tage gesehen. Da auch Wegmanns Würfe nicht ins Ziel fanden (0/5 Dreier !), war Olympics Niederlage besiegelt. Die Devils ihrerseits feierten einen grossen Erfolg, dies auch dank Rashed Lee, dem neuen Leader und Top-Skorer (28 P.), der dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt hat und die letzten acht Punkte im Alleingang skorte.
Geneva – Olympic 67:62 (27:34)

Champel; 1560 Zuschauer; SR: Leemann/ Pizio.
Geneva Devils: Stein (10); Keucheyan; Flegbo; Rimac (9); Brooks (18); Sainte-Rose (2); Thürig; Lee (28).
Freiburg Olympic: Fergerson (9); Ceresa (14); Wegmann (1); Rosnowsky (16); Dar Ziv (4); Seydoux (9); Poole (9).
Bemerkungen: Olympic ohne Kirmaci, Pfaff und Andrey (alle verletzt) Devils komplett; 5 Fouls: Sainte-Rose (34.). Teilresultate: 13:21; 14:13; 20:9; 20:19.

Verlieren tut weh . . .

Der grosse Favorit Olympic wollte diesen Titel, doch die Geneva Devils rissen den Freiburgern den sicher geglaubten Pokal noch aus der Hand. Viel Herz, Kampfgeist und ein gutes Kollektiv gaben dazu den Ausschlag. Niedergeschlagenheit, Konsternation, Wehmut, enttäuschte Gesichter bei allen Freiburger Spielern und Fans; jubelnde und feiernde Genfer nach der Schlusssirene!

Kapitän Seydoux: «Ich bin enttäuscht. Es tut momentan nur weh! Einige wenige Aktionen brachten die Wende. Wir begannen zu zweifeln. Wir verpassten es zu reagieren und bezahlten für die zu vielen Einzelaktionen.» Auch Wegmann zog ein ähnliches Fazit: «Wir hatten das Spiel in der Hand. Jetzt heisst es nach vorne schauen, mental wird diese Niederlage noch lange schmerzen. Die Detailarbeit steht an. Wir spielten heute zu wenig kollektiv, vor allem ab dem zweiten Viertel.» Trainer Koller meinte: «Wir kamen nach Genf, um zu gewinnen. Dass wir dann die Genfer ins Spiel zurückkommen liessen, war unser grösster Fehler. Ich habe davor gewarnt, denn die Devils sind uns physisch überlegen. Ich habe heute keine neuen Erkenntnisse gewonnen. Spielen allein reicht nicht, es braucht den Kopf …»
Freude bei Genf-Trainer Schmitt: «Wir standen anfangs unter Druck, alle waren angespannt. In der ersten Hälfte waren wir immer einen Schritt zurück. Doch dann zeigte mein Team Moral, wollte den Sieg. Wir sind es eigentlich nicht gewohnt, zwei Mal pro Woche antreten zu müssen, spielen keinen Fiba-Cup. Wir sind wieder dabei, haben jetzt im Liga-Cup Boncourt und Olympic geschlagen. Das verheisst Gutes für die Zukunft.» Ex-Olympic-Akteur Thü-rig zum Erfolg seines Teams: «Es ist ein wunderbares Gefühl. Dieser Titel ist gut für die Devils, aber auch für die Region Genf, für den Basketballsport. Nach Finalspielen spricht man bloss vom Sieger, der Verlierer wird kaum mehr erwähnt.» bb

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