Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Olympic hauchdünn am Coup vorbei

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Erstmals in der Geschichte des Schweizer Basketballs wurde eine Playoff-Finalserie im Modus «best of 7» ausgetragen. Obwohl die Müdigkeit mit fortlaufender Dauer mehr und mehr zu einem Faktor wurde, lieferten sich die Finalisten ein qualitativ hochstehendes Duell. So auch gestern im schmucken Istituto Elvetico, das bei dieser historischen Finalissima förmlich aus allen Nähten platzte. Letztlich waren es Details, die am Ende einer umstrittenen Belle den Ausschlag zugunsten des abgebrühteren Lugano gaben, das damit den 10. Meistertitel seiner Historie feiern konnte.

So hatte Olympics Edwin Draughan beim Stand von 90:88 für die Gastgeber vier Sekunden vor der Sirene den Ausgleich in den Händen, doch der Ball traf nur den Ring. Im Gegenzug machte Travis Watson mit zwei Freiwürfen alles klar. Ein mehr als bitteres Saisonende für die Freiburger, welche trotz der zweiten Finalniederlage nach jenem im Cup allergrössten Respekt verdienen. Als Aussenseiter in die Serie gestiegen, forderten sie dem Qualifikationssieger alles ab. Die Enttäuschung über die vergebene Chance auf den ersten Titel seit 2008 darf deshalb den Stolz über das geleistete nicht schmälern, auch wenn der ganz grosse Coup haarscharf ausgeblieben ist.

Omnipräsenter Watson

Olympic hatte sich diese Belle am Dienstag dank einer ausgezeichneten Defensivleistung redlich verdient. Die Freiburger hielten das offensiv talentierte Lugano in Spiel sechs unter 60 Punkten, nachdem sie zuvor im Schnitt 80 Zähler kassiert hatten. Gestern war indes früh klar, dass die Equipe von Petar Aleksic dies nicht würde wiederholen können. Zwar starteten die Gäste überzeugend (5.; 8:18), die Verteidigung war aber bei weitem nicht so aggressiv wie noch einige Tage zuvor. Nur so war es möglich, dass beide Teams im ersten Viertel unüblich hohe Trefferquoten von rund 70 Prozent verzeichnen konnten. Dass der Vorsprung der Freiburger im Verlauf der ersten Halbzeit dann kontinuierlich schmolz und sich bis zur Pause gar in einen Rückstand verwandelte (49:43), lag an der Übermacht der Tessiner unter den Körben. 32 Punkte erzielte Lugano aus nächster Distanz. Zu verdanken hatten dies die Gastgeber in erster Linie ihrem bulligen Center Watson. War der Amerikaner am Dienstag noch ein offensiver Ausfall gewesen, realisierte er diesmal allein in den ersten zwanzig Minuten 14 Punkte (total 24). Gegenspieler Nemanja Calasan skorte zwar ebenfalls überraschend fleissig, bekam Watson in Sachen Rebounds jedoch nie in den Griff.

Kovac lässt hoffen

Die Sechs-Punkte-Hypothek war für die Freiburger umso ärgerlicher, als die letzten drei Körbe der ersten Halbzeit alle auf das Konto des Heimteams gingen. Rickey Gibson, der zuletzt physisch am Boden war, bewies mit vier Punkten im Finish, dass er doch noch einige Tropfen im Tank hatte. Nicht nur der Amerikaner, sondern die gesamte Tessiner Mannschaft machte auch zu Beginn der zweiten Hälfte den präsenteren Eindruck. Ein Attribut, das im Vorfeld der Belle eigentlich den jüngeren und frischeren Freiburgern zugesprochen worden war. Ein Ballverlust hier und eine falsche Wurfoption da liessen Olympic schnell in die Bredouille geraten. Zu allem Übel taute nun auch Luganos Mohamed Abukar auf. Dessen Dreier zum 58:45 traf die Gäste im Mark (24.).

Dass es überaus schwierig, aber nicht unmöglich ist, in Lugano einen Rückstand noch wettzumachen, hatte Olympic in Spiel eins gezeigt, als es den Bianconeri die einzige Heimpleite der Saison beigefügt hatte. Roberto Kovac liess mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen Ende des dritten Viertels zum 70:66 auf das gleiche Szenario hoffen. Derselbe Kovac glich später sogar zum 76:76 aus, und auch das darauf folgende 7:0-Teilresultat sollte noch nicht die Entscheidung für Lugano gewesen sein. In den Schlussminuten waren die routinierten Tessiner dann aber eine Spur cleverer und hatten auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Jenes Quäntchen, das dem unglücklichen Draughan bei seinem letzten Wurf nicht zur Seite gestanden hat.

 

Telegramm

Lugano – Olympic 92:88 (49:43)

Istituto elvetico.–1000 Zuschauer.–SR: Bertrand/Pizio/Clivaz.

Lugano Tigers:Gibson (18 Punkte), Stockalper (9), Schneidermann (17), Watson (24), Abukar (22); Molteni (2), Bavcevic.

Freiburg Olympic:Kazadi (8), Draughan (14), Miljanic (8), Cotture (6), Calasan (24); Chapman (10), Uliwabo, Kovac (16), Mladjan (2).

Bemerkungen:Lugano ohne Sweetney (überzähliger Ausländer). Technische Fouls: 34. Abukar und Miljanic. Viertelsresultate: 23:28, 26:15, 21:23, 22:22.

Draughan: «Kein Grund, zu hadern»

W enige Sekunden vor Ende hätte Edwin Draughan Olympic zumindest die Overtime sichern können. Sein Abschluss verfehlte das Ziel aber knapp. «Es war ein guter Wurf und ich dachte, dass ich treffe. Nun bin ich traurig, dass ich meine Teamkollegen im Stich gelassen habe.» Trotzdem bereut der Amerikaner nichts. «Unser Ziel war es heute, bis zum Schluss ein Wort um den Sieg mitreden zu können. Das haben wir geschafft. Es gibt deshalb keinen Grund, zu hadern. Wir hatten die Chance zum Titel. Nun haben wir ihn knapp verpasst. So ist der Sport eben.» Ob der 32-jährige Draughan, der in seiner kalifornischen Heimat ein Finanzunternehmen gegründet hat, nun wie angetönt zurücktreten wird oder noch eine Saison anhängt, wollte er gestern noch nicht beantworten. «Wir werden sehen», ist alles, was er sich entlocken liess. Aufseiten der Sieger zollte Rickey Gibson den Freiburgern Respekt. «Olympic war der erwartet harte Gegner. Es ist ein gut gecoachtes Team, das uns alles abverlangt hat.» Er sei nach sieben Spielen innert kurzer Zeit völlig ausgebrannt, räumte der amerikanische Spielmacher ein. fs

Mehr zum Thema