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Olympic trotzt sämtlichen Umständen

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Es war ein gelungener Ausflug für die zahlreich mitgereisten Olympic-Fans. «On est en finale» sangen sie gestern in Neuenburg am Ende eines aufreibenden Spiels und feierten ihre Lieblinge, die auf dem Feld vor Freude Arm in Arm im Kreis herumhüpften. Es waren genauso schöne Szenen wie diejenigen zuvor, als sich nach einer turbulenten Serie sämtliche Kontrahenten fair die Hand schüttelten und viele sich sogar umarmten.

Dennoch wird der Halbfinal als merkwürdige Serie in die Historie des Schweizer Basketballs eingehen. Nicht nur wegen der Schlägerei in Spiel zwei an sich, sondern auch wegen deren Folgen. Die ursprünglich ausgesprochenen Sperren gegen Neuenburgs Pape Badji, Babacar Toure sowie Freiburgs Clinton Chapman und Nemanja Calasan veränderten die Physiognomie der Partien und die Kräfteverhältnisse vorübergehend stark. Olympic konnte vom Ausfall der vielen gross gewachsenen Spieler profitieren, Spiel zwei drehen und Spiel drei für sich entscheiden.

Und plötzlich war Cotture gesperrt …

Vor Spiel vier wurde gestern die Ausgangslage erneut grundlegend verändert. Dies, weil auch die Liga im Umgang mit den Geschehnissen in Spiel zwei leicht überfordert zu sein scheint. So fällte die Liga gestern einen merkwürdigen Nicht-Entscheid. Die vier Verfahren gegen die Übeltäter bleiben weiterhin offen. Während der von Olympic ohnehin intern suspendierte Calasan sowie Toure gestern gesperrt blieben, durften Chapman und Toure spielen. Gleichzeitig wurde aus dem Nichts ein Verfahren gegen Arnaud Cotture eröffnet. Der Freiburger hatte zu Beginn der Tumulte Toure leicht geschubst, nachdem ihm dieser den Ball ins Gesicht geworfen hatte. Dass dies den Verantwortlichen erst jetzt aufgefallen ist, überrascht. Bereits am Tag nach den Tumulten zirkulierte im Internet ein Video, auf dem diese Aktion deutlich zu sehen war. Nichtsdestoweniger war plötzlich auch Cotture für die gestrige Partie gesperrt.

Miljanic und sein Lieblingsfeind

Zunächst schien Neuenburg besser mit den veränderten Voraussetzungen zurechtzukommen. Insbesondere der bullige, 208 Zentimeter grosse Rückkehrer Badji war so richtig heiss. Als Olympic-Trainer Petar Aleksic nach fünf Minuten sein erstes Timeout nahm, stand es bereits 14:4 für die Union. Elf Punkte dazu hatte der Senegalese beigesteuert. Doch die Freiburger liessen sich vom Fehlstart nicht aus der Ruhe bringen und dominierten in der Folge die erste Halbzeit. Überraschenderweise auch unter den Körben, in derjenigen Zone also, die durch die Rückkehr der beiden grössten Spieler an Wichtigkeit gewann.

Slobodan Miljanic sorgte seinerseits dafür, dass Olympic auch von den Aussenpositionen punktete. Von einem in der ersten Reihe sitzenden glatzköpfigen Muskelprotz–einer Art Spike Lee im Kampfsportlerformat – wiederholt aufs Übelste provoziert und beleidigt, lief er zu Hochform auf. Er verwertete vor der Pause vier seiner fünf Dreipunkteversuche und hatte zur Halbzeit bereits 15 Punkte auf seinem Konto. Auch deshalb führte Olympic nach zwei intensiven, attraktiven Vierteln 42:37.

Calasans interne Sperre aufgehoben

Die Partie blieb auch nach der Pause hochstehend und spannend. Das junge Freiburger Team zeigte sich überraschend abgezockt. «Ich gratuliere meinen Spielern zu dieser reifen Leistung. Insbesondere die drei Ausländer haben uns heute enorm gepusht», sagte Aleksic nach dem Spiel. Zwar blieb Miljanics persönlicher Rivale, von der Security zurechtgewiesen, in der zweiten Hälfte ruhig. Doch der Montenegriner versenkte weiter munter seine Dreipunktewürfe. Nie ohne anschliessend süffisant in Richtung des Muskelprotzes zu lächeln. Gleichzeitig bewies Chapman nach schwachem Start im Verlauf des Spiels, dass seine Rückkehr letztlich für sein Team noch wichtiger war als für Neuenburg diejenige Badjis. Am Ende stand der Amerikaner bei starken 24 Punkten und sieben Rebounds. «Ich war extrem hungrig, weil ich so frustriert war wegen meiner Sperre. Es war schön, zu meiner Familie zurückzukehren», so Chapman.

So baute Olympic den Vorsprung Schritt für Schritt aus. Ein Dreier von Edwin Draughan zur 70:58-Führung versetzte den Neuenburger Finalträumen letztlich sieben Minuten vor Schluss den Todesstoss. Am Ende gewannen die Freiburger 81:69.

In der Best-of-7-Finalserie, die am Samstag in Lugano beginnt, ist Olympic nur Aussenseiter. Doch mit einer Mannschaft, die die Spieler als «Familie» bezeichnen, ist im Sport eine Überraschung immer möglich. Für den Final hebt Olympic übrigens die interne Sperre gegen Calasan auf, wie der Club nach dem Spiel mitteilte.

Telegramm

Union Neuenburg -Olympic 69:81 (37:42)

Riveraine.–850 Zuschauer.–SR: Bertrand/Clivaz/Hjartason.

Union Neuenburg:Quidome (3 Punkte), Aw (9), Badji (19), Hollins (17), Day (14); Savoy (7), Fridel, G. Louissaint.

Freiburg Olympic:Kazadi (6), Chapman (24), Kovac (2), Draughan (15), Miljanic (22); Mladjan (6), Uliwabo (6), Kraljevic.

Bemerkungen:Union Neuenburg ohne Touré, Olympic ohne Cotture und Calasan (gesperrt).–Viertelsresultate: 24:18, 13:24, 21:23, 11:16.

Endstand Serie (best of 5):1:3.–Final (best of 7) beginnt am Samstag in Lugano.

 

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