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Olympische Spiele – Quo vadis?

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Bereits als kleiner Junge verfolgte ich in den 1970er-Jahren sämtliche Olympischen Spiele vor dem Fernseher und wurde vom Virus infiziert. In den 1980er-Jahren versuchte ich, ob es mir als Athlet gelingen könnte, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Etwas zu wenig Talent, ein bisschen zu wenig Power, etwas zu klein in meiner Sportart, dem Zehnkampf in der Leichtathletik, daran scheiterte ich. Also entschloss ich mich für ein Sportstudium und mich zum Trainer ausbilden zu lassen, um so meinen Traum zu realisieren und einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein. Schauen Sie sich den Film über den Skispringer «Eddie the Eagle» an, dann verstehen Sie, was ich meine – pure Vision, Leidenschaft, den persönlichen Traum kontinuierlich und hartnäckig verfolgend, ganz nach dem Motto «Alles ist möglich, wenn man will!». Und siehe da – es funktioniert.

Von 1992 bis heute hatte ich an allen Olympischen oder Paralympischen Spielen, egal ob Sommer oder Winter, Athletinnen oder Athleten dabei. darauf bin ich stolz. Dies ist einer meiner Leistungsausweise und zeigt auf, dass die Trainerbildung in der Schweiz bestens funktioniert und wenn man mit Konsequenz und Beharrlichkeit einen Plan verfolgt, dass es meistens klappt. Eigenes Schaffen bewährt sich. Selbst darf ich mich aber erst seit 2008 Olympiateilnehmer nennen. Damals war ich das erste Mal offiziell in der Delegation dabei und gehöre nach 16 Jahren erfolgreicher Arbeit auch der sogenannten «olympischen Familie» an. Es brauchte viel Geduld und Durchhaltewillen den Traum zu verfolgen und zu realisieren.

 Als «Hardcore Olympionike», wie ich mich selber bezeichne, mache ich mir aber grosse Sorgen um diese «olympische Familie». Leere Stadien, unverständliche Selektionsentscheide und Ausschlüsse, Umsiedelungen der Landeseinwohner, gigantische Stadien ohne weitere Nutzung, Auswahl der Sportarten und die Selektion derer, welche im TV gezeigt werden, Korruption, Manipulation sind weitere Schlagworte–quo vadis, «olympische Familie»?

Ich denke, dass es an der Zeit ist, mit einem Umdenken zu beginnen, bevor wir uns dieser tollen Faszination, welche die Olympischen Spiele darstellen, berauben. Die Funktionäre müssen wieder einen Schritt auf den Sport zu machen. Eigeninteressen und wirtschaftliche Verknüpfungen müssen in den Hintergrund treten. Vielleicht etwas «abspecken», etwas einfacher und schlichter, dafür mit und bei den Leuten. Momentan scheint der Sport nur noch Mittel zum Zweck. Im Zentrum stehen wirtschaftliche, politische und andere Machtbedürfnisse. Doch ist dies das Ziel der olympischen Bewegung? Pierre de Coubertin stellte den Sport ins Zentrum und forderte: «Damit 100 ihren Körper bilden, ist es nötig, dass 50 Sport treiben. Und damit 50 Sport treiben, ist es nötig, dass sich 20 spezialisieren. Damit sich aber 20 spezialisieren, ist es nötig, dass fünf zu überragenden Gipfelleistungen fähig sind.» Und genau diese Gipfelleistungen stellen die Faszination dar. Diese Athletinnen und Athleten haben unsere Ehre, volle Stadien, jubelnde Zuschauer und eine gebührende Kulisse verdient. Es sind viele Entbehrungen, unzählige und zum Teil überaus harte Trainings nötig, damit man einmal in vier Jahren für zwei Wochen im Zentrum stehen darf.

Die Nachfolger von Pierre de Coubertin sollten dies auch wieder tun, den Sport, die Athleten ins Zentrum stellen. Damit wir zu Hause die unglaublichen Emotionen miterleben dürfen, sei es bei Heidi «National» Diethelm, Fabian Cancellara, Giulia Steingruber, den Ruderern, Nicola Spirig, Nino Schurter oder den Beachvolleyballerinnen Nadine Zumkehr und Jo Heidrich, welche ich während vier Jahren athletisch auf diese Spiele vorbereiten durfte. Die Spielerinnen waren sehr, sehr nahe an der Überraschung. Diese Emotionen, diese Leistungen sollten wir wieder vermehrt unterstützen, ehren und würdigen. Die olympische Idee verkörpert viel mehr als Sponsoren respektive Wirtschaftsinteressen. Viel mehr kommen mir Werte in den Sinn wie Bewegungs-, Menschen-, Kultur- und Glaubensvielfalt.

Sind nicht dies die Grundüberlegungen der Olympischen Spiele? Alle vier Jahre sollen sich die besten Sportler, aus den vielfältigsten Sportarten, aus allen Ländern der Erde treffen und den besten als Olympiasieger krönen. Eine Regel in der Frühzeit war übrigens auch, dass während der Olympischen Spiele keine Kriege geführt werden durften … Diese ursprünglichen Grundgedanken waren hervorragend.

Olympische Spiele–quo vadis?

Bruno Knuttiist eidg. dipl. Sportlehrer und Trainer Swiss Olympic I. Seit unzähligen Jahren ist der Freiburger Konditionstrainer bei Gottéron und er betreute Athleten wie David Aebischer, Martin Gerber, Urs Kolly sowie Schweizer Beachvolleyballer.

«Es ist an der Zeit umzudenken, bevor wir uns der tollen Faszination der Olympischen Spiele berauben.»

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