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Opfer des Verdrängungskampfes

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Opfer des Verdrängungskampfes

Käsereigenossenschaft Mariahilf stellt im Frühjahr Betrieb ein

Auf Ende April 2005 wird die Fabrikation von Emmentaler Käse in der Käserei Mariahilf bei Düdingen eingestellt. Ab diesem Datum wird die Milch an die Raclettekäserei Berger in Laupen geliefert.

Von JOSEF JUNGO

Nach verschiedenen Vorabklärungen haben die Milchproduzenten der Käsereigenossenschaft Mariahilf (zwölf Produzenten mit 1,2 Millionen Kilo Milch) und der Käsereigenossenschaft Bundtels (sechs Produzenten mit 0,6 Millionen) an einer ausserordentlichen Generalversammlung beschlossen, die Milch ab dem 1. Mai 2005 der Raclettekäserei Berger zu verkaufen. Den Produzenten ging es darum, dass die Milch in einem gewerblichen Familienbetrieb in der Region verarbeitet wird. Weiter wurde beachtet, dass der bisherige Milchkäufer eine Anstellung erhält. Je nach Verlauf der Entwicklung auf dem Käsemarkt wird nicht ausgeschlossen, in den nächsten Jahren den Betrieb in der Käserei Mariahilf wieder aufzunehmen. Den Produzenten war zudem daran gelegen, Lösungen zu finden, die keine neuen Investitionen erfordern.

Der Entscheid für die Aufgabe der Käsefabrikation sei nicht leicht gefallen, betonten die Vertreter des Vorstandes. Während mehr als 22 Jahren hat die Familie Martin und Marie-Claire Schaller-Chassot den Betrieb musterhaft geführt. In den letzten Jahren ist der Milchkäufer den Produzenten ebenfalls finanziell entgegengekommen, indem er auf einen Teil seiner Marge verzichtet hat.

In der Käserei Mariahilf können ab Sommer Lagerkeller, aber auch Fabrikationsräume und Einrichtungen gemietet werden. Der Vorstand ist offen für verschiedene Lösungen.
Für die Exponenten der Käsereigenossenschaft Mariahilf, Hugo Emmenegger, Präsident, und Bruno Schwaller, Sekretär/Kassier, hat der Käsehandel und die Sortenorganisation Emmentaler versagt. Seit der Libera-
lisierung des Milchmarktes führten die Käsehändler einen totalen Verdrängungskampf. Davon betroffen waren und sind vor allem Betriebe mit Emmentalerproduktion. Sie sind sich bewusst, dass die Käseproduktion an die Absatzmöglichkeiten angepasst werden muss. Andererseits sind sie auch überzeugt, dass das Qualitätsprodukt Emmentaler auf den ausländischen Märkten mit Preisunterbietungen verschleudert worden ist.

Enttäuscht zeigen sie sich auch von ihrem langjährigen Käsehändler von Mühlenen, der bei diesem Preiskampf mitmischte und der für die dem Käselager nahe gelegene Käserei nie einen Kompromiss eingehen wollte. Es verwundert deshalb kaum, dass der sinkende Milchpreis die Produktionskosten nicht mehr zu decken vermochte.

Raclette-Käserei
Berger in Laupen

In der Käserei Berger in Laupen werden zurzeit über drei Millionen Kilo Milch verarbeitet. Wie Käsermeister Willy Berger ausführt, entsteht aus 80 Prozent der Milch Raclettekäse. Für seine Top-Qualität wurde der Betrieb schon mehrmals ausgezeichnet. An der Preisverleihung der «Swiss Cheese Awards 2004» erhielt Berger für seine Käsespezialität den Pokal zuerkannt. Es ist die höchste Auszeichnung der Branche. Raclette Laupen wird in den Varianten Natur, Paprika, Pfeffer, geräuchert angeboten. Unter den 120 verschiedenen Käsesorten in der Ladenvitrine befindet sich auch Raclette mit Knoblauch-Würze. Die Produktionsräume erlauben die Verarbeitung einer zusätzlichen Milchmenge. Hingegen stosse man bei der Lagerkapazität an Grenzen, erklärte der erfolgreiche Käsermeister.

Im Käsereibetrieb in Laupen arbeiten fünf Vollzeit- plus Temporärangestellte. Zwei Personen führen den Laden. In der Administration ist eine Person zu 50 Prozent beschäftigt. ju

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