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Opposition gegen das Ulmenplatz-Projekt

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Die Stadt Freiburg legte vor einem Monat die Pläne zur Aufwertung des Ulmenplatzes (Place des Ormeaux) öffentlich auf. Grob gesagt soll der Platz vor dem Café des Arcades von den Parkplätzen befreit und in eine Fussgängerzone umgewandelt werden. Die 23 Parkplätze werden auf die Bernstrasse jenseits der Zähringerbrücke verlegt. Die alten Bäume auf dem Platz kommen weg und werden durch 28 neue ersetzt. Die Busstation wird abgebrochen, eine neue gebaut. Das Café des Arcades wird erweitert. Doch gegen diese Pläne gibt es nun Opposition.

Hauptargumente

Gestern lief die Einsprachefrist für das vom Gemeinderat öffentlich aufgelegte Projekt ab. Weil für die Einhaltung der Frist der Poststempel gilt, gingen bei der Stadt bis zum gestrigen Tag zwar erst zwei Einsprachen ein – nämlich eine private und eine von Pro Natura. Doch Recherchen der FN haben ergeben, dass noch weitere Einsprachen folgen werden: vom Verein der Gewerbetreibenden des Burgquartiers, vom Quartierverein, von der Stadtsektion Gastro Freiburg, von Einzelpersonen und einem eigens gegründeten Verein mit dem Namen «Cercle du Bourg».

Die Einsprecher wehren sich gegen die Aufhebung der 23 Parkplätze, das Fällen von Bäumen, das Beleuchtungskonzept, die Erweiterung des Café des Arcades und den Abriss des Busunterstandes.

Parkplatzpolitik

Gewerbler und Gaststättenbetreiber unterstreichen mit ihren Einsprachen die bereits vielfach geäusserte Sorge, dass ihnen die Kundschaft abhanden geht, wenn es immer weniger Parkplätze vor Ort gibt. Patrick Riedo, Mitinhaber der Weinhandlung Cantina del Mulino, begründet seine Einsprache so: «Es wird niemand eine Kiste Wein oder ein frisch gerahmtes Gemälde zu seinem Auto jenseits der Zähringerbrücke schleppen. Das entspricht nicht der Mobilitätsgesellschaft und der Psychologie der Menschen.» Grundsätzlich habe er nichts gegen das Projekt zur Umgestaltung des Ulmenplatzes, aber: «Der Gemeinderat schafft mit der Aufhebung von Parkplätzen Fakten, ohne Begleitmassnahmen vorzuschlagen.» Konkret kritisiert Riedo, dass es nach wie vor kein Parkhaus gibt und keine vernünftigen Park-and-­Ride-Anlagen. Zudem lasse der Gemeinderat die nötige Fantasie vermissen, wie das Verkehrsproblem gelöst werden könnte. «Mit der Errichtung von Tempo-30- oder Begegnungszonen könnten Autos und Fussgänger zum Beispiel miteinander in Einklang gebracht werden.»

Barbara Schopfer vom Rahmenatelier auf dem Ulmenplatz wehrt sich aus denselben Gründen gegen das Projekt. «Die Vorschläge des Gemeinderates sind nicht praktikabel. Meine Kunden kommen vor allem nachmittags und nicht während der Lieferantenzeit bis 11 Uhr.»

Roland Blanc, Präsident der Stadtsektion von Gastro Freiburg und Mitglied des Gewerbevereins, verlangt konkrete Zusagen der Regierung, bevor sie in Salamitaktik-Manier Parkplätze im Zentrum des Burgquartiers aufhebt. «Zuerst sollen Kredite für die Erweiterung des Grenette-Parkings gesprochen werden.» Es würde ständig etwas versprochen, woran man sich dann nicht halte. «Sie können das bei der Bahnhofallee beobachten. Diese wurde mit dem Versprechen eines Verbindungsparkings in eine Einbahnstrasse umgewandelt. Das Verbindungsparking steht immer noch nicht.» Komme hinzu, dass die Umweltschutzziele mit der aktuellen Politik nicht erreicht würden. «Wenn die Leute ins Burgquartier fahren auf der Suche nach einem Parkplatz und dann keinen finden, müssen sie einen Umweg von vier Kilometern machen, um schliesslich auf der Bernstrasse zu parkieren.»

Bei Alexandre Sacerdoti, Präsident des Quartiervereins, klingt es ähnlich. «Wir sind nicht gegen das Projekt als solches, aber wir sind gegen den Fahrplan. Zuerst muss der ortsnahe Ersatz für die wegfallenden Parkplätze gesichert sein.» Schon heute bekäme der Verein Anrufe von Leuten, die sagten, dass sie den Samstagsmarkt künftig nicht mehr besuchen würden. Das Alpenparking sei derzeit keine Alternative. «Es ist schlecht eingerichtet, schlecht zugänglich, dunkel und für Frauen nicht angenehm.»

Arcades-Umbau

Reto Schumacher, Wirt des Arcades, kann zwar ein paar gute Ideen beim vorgelegten Projekt des Gemeinderates ausmachen, obwohl auch er die Verlegung der Parkplätze auf die Bernstrasse ungeeignet findet. Mehr noch stört er sich aber an den Um- und Ausbauplänen für das Café, das der Stadt gehört. «Ich bin nicht einverstanden damit, dass alles rausgerissen und für viel Geld eine neue Küche eingerichtet wird. 3,3 Millionen Franken sind übertrieben.» Er habe dem Gemeinderat darum ein Gegenprojekt vorgeschlagen, auf das dieser nicht eingegangen sei. «Das Projekt bedeutet eine Mietzinserhöhung von 120 Prozent, und das für 40 Quadratmeter mehr Fläche und einen Pavillon auf dem Dach. Das kommt einem Dolchstoss gleich.»

Umweltanliegen

Die Stiftung Pro Natura Freiburg ihrerseits wehrt sich mit ihrer Einsprache gegen weitere Aspekte des Ulmenplatz-Projekts. Wie Präsident Jacques Eschmann auf Anfrage erklärte, ist die Naturschutzorganisation gegen das Fällen aller alten Bäume. «Es ist lächerlich, alle Bäume zu fällen. Mehr als die Hälfte der Bäume sind noch in einem guten Zustand.» Zudem bemängle Pro Natura, dass keine Bodenanalysen etwa in Bezug auf die Durchlässigkeit vorgenommen worden seien. Und schliesslich stört sich die Naturschutzorganisation auch an den Leuchten im Boden. «Sie verursacht eine Lichtverschmutzung, die vor allem für nachtaktive Tiere wie Fledermäuse schädlich ist.»

Denkmalschützerische Bedenken äussert der neu gegründete Verein «Cercle du Bourg» in seiner Einsprache.

Denkmalschutz

«Der Abbruch des bestehenden Busunterstandes schockiert und ist grundlos», so Nicolas Galley, Präsident der Kunsthalle Fri-Art und Gründer des Vereins Cercle du Bourg. Obwohl der Unterstand in den vergangenen Jahren schändlich behandelt worden sei, sei er qualitativ vergleichbar mit den Umkleidekabinen der Motta und antworte in seiner Form dem Bau der Grenette. «Das Burgquartier ist nicht ein Versuchslabor für 3D-Architekten.»

Der Cercle du Bourg wurde als Folge des Unmuts in der Bevölkerung gegründet. Der Verein hat derzeit rund zehn Mitglieder – Mieter und Hauseigentümer des Burgquartiers. Er versteht sich als Diskus­sions-, Mitsprache- und Mediationsplattform, die alle Kräfte vereinen will, um gemeinsam das Burgquartier aufzuwerten.

Reaktion

Gemeinderat Nobs sieht kein Problem

Als die FN gestern Mobilitätsvorsteher Pierre-Olivier Nobs mit den konkreten und noch zu erwartenden Einsprachen gegen das Ulmenplatz-Projekt konfrontierte, sagte er in Unkenntnis der Eingaben: «Ich kann nicht konkret Stellung nehmen. Dem Gemeinderat ist es aber wichtig, zu betonen, dass er den Richtplan für die historische Altstadt einhält.» Dieser besage, dass keine Aufwertung der öffentlichen Plätze erfolgen dürfe, ohne Kompensation der aufgehobenen Parkplätze. Die Parkplätze auf der Bernstrasse befänden sich im Perimeter des Richtplans, womit die Anzahl der Parkplätze gleich bleibe. Auf die Frage, ob diese Argumentationsweise nicht zu formalistisch sei, entgegnete Nobs: «Die politische Debatte hat stattgefunden. Jetzt geht es um juristische Fragen.»

rsa

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