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Optimismus trifft auf Skepsis

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Die Aufgabe des Interimsstiftungsrates und der Co-Leitung des Bildungszentrums Burgbühl (BZB) ist eine schwierige: Nach Jahren finanzieller und organisatorischer Turbulenzen versuchen sie, das kirchliche Zentrum in St. Antoni wieder auf Kurs zu bringen. Dabei zeigen sie sich optimistisch: Geht es nach dem Stiftungsrat und der neuen Co-Leitung um Simone Cotting und Heribert Käser, will das BZB innerhalb der nächsten drei Jahre schwarze Zahlen schreiben. An der Delegiertenratsversammlung von vergangenem November erklärten die Verantwortlichen diesbezüglich ihre Visionen und Strategien (die FN berichteten).

Realistische Zahlen?

An der Delegiertenversammlung vom Montagabend zeigte sich nun, dass ihr Optimismus nicht überall vorbehaltlos geteilt wird: Die Vertreter einiger Deutschfreiburger Pfarreien meldeten als Stiftungsträger Skepsis an. Am deutlichsten trat diese bei der Diskussion um die Budgets der Jahre 2017 und folgende zutage. So sieht der Voranschlag 2017 gegenüber der Rechnung 2016 einen um rund 120 000 Franken höheren Betriebsertrag vor. In den Folgejahren soll dieser von 447 000 Franken (2017) auf 570 000 Franken (2019) steigen. Bleiben die Jahresergebnisse vorerst im negativen Bereich, sieht das Budget 2019 erstmals einen Gewinn von 30 000 Franken vor.

«Ich bezweifle, dass diese Zahlen realistisch sind», meinte die Pfarreipräsidentin von Düdingen, Yvette Haymoz: «Dann müsste das Zentrum doch komplett ausgebucht sein.» Wie BZB-Co-Leiterin Simone Cotting erklärte, würden die Zahlen für das Budget des laufenden Jahres zu einem guten Teil auf den bisher bekannten Reservationen beruhen. «Wichtiger erscheint uns aber, dass aus den Zahlen hervorgeht, dass es nicht mehr so laufen soll wie bis anhin.»

Yvette Haymoz kritisierte zudem, dass der von den Pfarreien für das Jahr 2017 gesprochene zusätzliche Unterstützungsbeitrag von 20 000 Franken auch in den Budgets der Folgejahre auftaucht. «Das ist nicht, was wir abgemacht haben», so Haymoz: «Oder ist es die Aufgabe der Pfarreien, über Jahre hinweg Quersubventionen zu leisten?» Arnold Schöpfer, Präsident des Interimsstiftungsrates, erklärte, dass es sich dabei tatsächlich um einen Fehler handle. Er konnte aber nicht ausschliessen, dass das Burgbühl auch in Zukunft auf die finanzielle Hilfe der Deutschfreiburger Pfarreien angewiesen sein werde (siehe Kasten). Der Voranschlag 2017 wurde mit 15 von 27 Delegiertenstimmen knapp angenommen.

Höherer Verlust als budgetiert

Die Jahresrechnung 2016, die mit einem Verlust von 22 600 Franken schliesst, wurde vom Delegiertenrat mit 24 Ja-Stimmen verabschiedet. Gegenüber dem Voranschlag entspricht das Ergebnis einem Minus von 39 000 Franken. «Im Laufe der letzten Jahre haben sich viele Überstunden und nicht bezogene Ferientage angesammelt», erklärte Simone Cotting. Diese seien nun im Umfang von 20 000 Franken dem Betriebsjahr 2016 belastet worden.

Weiter erwähnte sie den Warenaufwand, der 16 700 Franken über dem Budget lag. «Die Mittagessen per Catering einzukaufen erwies sich als zu teure Variante.» Neu werde deshalb im Burgbühl wieder selber gekocht. Um die Kosten für den allgemeinen Betriebsaufwand zu senken, wurde die Pflege der Aussenanlage zudem dem Verein für aktive Arbeitsmarktmassnahmen übergeben, wie Heribert Käser informierte. Er machte die Delegierten auf die neue Homepage des Burgbühls aufmerksam und erklärte, dass das BZB seine Übernachtungsmöglichkeiten seit letzter Woche auch auf der Buchungsplattform Booking.com anbiete.

Die Stiftungsräte bleiben

Weiter entschieden die Delegierten, die Mitglieder des vierköpfigen Übergangsstiftungsrates für ein weiteres Jahr im Amt zu bestätigen. «Wir werden die neuen Strukturen weiter aufgleisen und nach diesem Jahr Bilanz ziehen», erklärte Arnold Schöpfer. Zudem wurde die bisherige Vizepräsidentin Rita Aeby, die durch die Versammlung vom Montagabend führte, zur neuen Vorsitzenden des Delegiertenrates gewählt.

Stiftungsrat

«Brauchen die Unterstützung der Pfarreien»

Arnold Schöpfer ist Stiftungsratspräsident ad interim des Bildungszentrums Burgbühl und Präsident der Vereinigung Deutschfreiburger Pfarreien. Im Anschluss an die Sitzung vom Montagabend versuchte Schöpfer, die Kritik der Pfarreien zu deuten.

Arnold Schöpfer, die Vertreter der Deutschfreiburger Pfarreien nehmen das Budget 2017 des Bildungszentrums Burgbühl mit grosser Skepsis zur Kenntnis. Wie erklären Sie sich diese Reaktion?

Die Pfarreien werden in Zukunft noch stärker auf ihr Geld schauen müssen. Wir sind deshalb davon ausgegangen, dass unser optimistischer Voranschlag für Diskussionen sorgen wird. Uns war es aber wichtig, den Pfarreien zu zeigen, dass wir alles daransetzen, unser Ziel zu erreichen und das Bildungszentrum so rasch wie möglich rentabel zu betreiben.

Wie geht der Stiftungsrat mit den Anmerkungen aus der Versammlung um? Wird er erneut über die Bücher gehen?

Wir werden das Budget 2017 ganz sicher noch einmal unter die Lupe nehmen und die einzelnen Zahlen erneut prüfen. Der Ausblick auf die Rechnungsjahre 2018 und 2019, der teilweise ebenfalls kritisiert wurde, ist auch nicht als der Wahrheit letzter Schluss zu verstehen. Eher als Tendenz, in welche Richtung die Reise gehen soll: Wir wollen 2018 eine ausgeglichene Rechnung präsentieren und ab 2019 einen Gewinn erwirtschaften. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Pfarreien.

Spüren Sie als Stiftungsrat des Burgbühls diese denn überhaupt noch?

Teils mehr, teils weniger. Das hat auch die Umfrage von letztem Jahr gezeigt: Viele Pfarreien verfügen über ihre eigenen Infrastrukturen und sind nicht zwingend auf das Bildungszentrum angewiesen. Sie stellen sich die Frage, weshalb sie das Burgbühl weiterhin unterstützen sollen – umso mehr das Bischofsvikariat Ende des letzten Jahres ausgezogen ist. Wir werden uns erneut mit den Pfarreien unterhalten müssen, um die Frage zu klären, welchen Wert das Bildungszentrum Burgbühl für die Deutschfreiburger Kirche heute noch hat.

Welchen Wert hat das Burgbühl aus Ihrer Sicht?

Das Zentrum wurde so viele Jahre durch die Kirche getragen. Ich bin überzeugt, dass es auch in Zukunft noch seine Berechtigung hat und hier kirchliche Anlässe stattfinden sollten. Es ist klar, dass jede Pfarrei ihre eigenen Bedürfnisse hat. Wir sollten hier aber auch den Solidaritätsgedanken nicht ausser Acht lassen: Nicht jede Pfarrei ist gleich vermögend. Es gibt Pfarreien, die dankbar wären, wenn sie die Infrastruktur in St. Antoni auch in Zukunft nutzen könnten.

mz

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