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Ortsbildschutz spricht für Umfahrungsstrasse

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Im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) ist Kerzers nebst Bösingen, Lurtigen, Muntelier, Plaffeien und Salvenach eines der sechs deutschsprachigen Dörfer im Kanton Freiburg, welche die Qualitätskriterien des ISOS erfüllen. Den Behörden von Kerzers ist es ein Anliegen, diesem Schutzanspruch gerecht zu werden, und die Ortsplanung versucht, mit entsprechenden Zonen- und Bauvorschriften die Substanz und den Charakter des Siedlungsbildes zu erhalten.

An der Orientierungsversammlung vom 4. September wurde die Bevölkerung über die vorgesehenen Massnahmen und über das weitere Vorgehen informiert. Und es trifft sich ja nicht schlecht, dass das Jahr 2018 als Unesco-Jahr des Kulturerbes deklariert worden ist – in der Erwartung, dass damit eine entsprechende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Wahrung des kulturellen Erbes stattfinden soll. Diese Sensibilisierung ist bei den Behörden angekommen. An der Orientierungsversammlung, die vor allem von betroffenen Grundeigentümern besucht worden ist, hat man den Eindruck erhalten, dass das Vorhaben der Gemeinde positiv aufgenommen worden ist. Die realisierten, gelungenen Um- und Ausbauten der letzten Jahre zeigen, dass in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege Lösungen möglich sind, welche sowohl die Erwartungen der Eigentümer wie auch die Vorgaben der Behörden erfüllen.

Nichtsdestotrotz ist ein Umstand, welcher sehr störend auf das Ortsbild einwirkt, nur am Rande gestreift worden: Was nützt uns ein konsequenter Ortsbildschutz, wenn die Vierzigtönner durch den Strassenraum donnern und die Aufmerksamkeit von den gepflegten Fassadenbildern und den geschützten Bauten ablenken und das wohlgepriesene Gefühl des gepflegten Wohn- und Lebensraums gar nicht aufkommen lassen?

Der Autobahnbau wurde damals damit begründet, dass man unter anderem die Dörfer vom Durchgangsverkehr entlasten wollte. Nun bringt es aber die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) mit sich, dass sich die Transportunternehmen einige Franken ersparen, wenn sie auf der Fahrt in die Westschweiz die Ortsdurchfahrten statt die Autobahn benützen, weil sie eine günstigere Topografie vorfinden. Es ist paradox, dass hier das Portemonnaie der Autobahnidee und gleichzeitig auch dem Schutzgedanken des ISOS zuwiderläuft. Es könnte aber ein weiteres Argument sein, welches anzuführen ist, wenn sich die Behörden Gedanken darüber machen, welche Priorität der Umfahrung Kerzers zusteht.

«Was nützt uns ein konsequenter Ortsbildschutz, wenn Vierzigtönner durch den Strassenraum donnern?»

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