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Ortsplan muss angepasst werden

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Die Corona-Krise hat auch Spuren bei der Ortsplanung in der Stadt Freiburg hinterlassen. Sitzungen mit den kantonalen Ämtern und Ortsbegehungen mussten abgesagt werden, und Personal im städtischen Planungsamt konnte teilweise nur reduziert arbeiten. Doch nun wird der Ortsplan für seine dritte Auflage im Herbst fertiggestellt (siehe auch Kasten). Dieser wird sich in wesentlichen Punkten von der ersten Auflage unterscheiden. «Ja, es sind Verbesserungen im Gang, die von den Einsprachen inspiriert sind», sagte Gemeinderätin Andrea Bur­gener im Gespräch mit den FN. Unter anderem gibt es Anpassungen im Energiebereich. So erfährt etwa die Anschlusspflicht an die Fernwärme gewisse Lockerungen. «Wir waren erstaunt, wie viele Leute bereits einem privaten Fernwärmeverbund angeschlossen sind. Das wussten wir nicht.» Je nachdem, welche Energieträger benutzt würden, könnten diese nun von der Anschlusspflicht an das Fernwärmenetz ausgenommen werden.

Dichtequotient senken

Substanziell werden die Änderungen aber für die Stadtzone III ausfallen. Denn vor einer guten Woche publizierte das Bundesamt für Statistik die neuen Szenarien für die Bevölkerungsentwicklung bis ins Jahr 2050. Und diese sehen ein weit tieferes Wachstum für den Kanton Freiburg vor, als dies eine frühere Prognose tat, wie Enrico Slongo, Dienstchef des Amtes für Architektur und Stadtplanung, erklärte. «Als Planungsamt können wir das nicht ignorieren, wir müssen darauf reagieren.» Sprich, der Dichtequotient in der Stadtzone III wird gegenüber der zweiten Auflage des Ortsplanes gesenkt werden müssen. Zumal seit drei bis vier Jahren auch eine Stagnation, ja sogar ein leichter Rückgang bei den städtischen Einwohnerzahlen festgestellt wird. Noch kann Slongo nicht sagen, um wie viel der Quotient sinken wird. «Wir sind im Gespräch mit dem Kanton.» Denn die Stadt sei auch an die Vorgaben des kantonalen Richtplanes gebunden, über die sie sich nicht einfach so hinweg setzen könne.

Ortsplan soll grüner werden

Einfluss wird eine geringere Verdichtung unter anderem auf die geplante Überbauung Les Hauts de Schiffenen West im Schönberg haben, in der ­Pisciculture an der Saane und auf dem Torryhügel. Bis die Dichtefrage geklärt sei, sagte Burgener, seien der Detailbebauungsplan und das Baugesuch für das Projekt im Schönberg jedenfalls blockiert.

Bei der Pisciculture, die von einer reinen Gewerbe- zu einer Mischzone wird, muss aufgrund einer Einsprache von Pro Freiburg zudem nach Lösungen gesucht werden, wie die Saane besser einbezogen werden kann. «Wir werden den Ortsplan mit einem Beschrieb für einen künftigen Detailbebauungsplan ergänzen, um dem Grünraum besser Rechnung zu tragen», so Slongo. Zudem müsse je nach Dichte auch noch die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr geklärt werden. Entweder mittels einer Buslinie oder der Reaktivierung des ehemaligen Funiculaires.

In Bezug auf das Torryquartier fanden die Einsprecher, die sich gegen eine reine Wohnzone wehrten, bei der Stadt ebenfalls Gehör. «Sie haben sich ein durchmischtes Quartier gewünscht, wo Arbeit, Wohnen und Freizeit möglich sind. Das deckt sich mit unseren Bestrebungen», freut sich Slongo. Dank einer dereinstigen Haltestelle der S-Bahn nach Givisiez hinter dem Fussballstadion wären entlang der Gleise Büros und Gewerbe denkbar und beim Bauernhof auf dem Torryhügel Urban Gardening. Darum werde der Ortsplan auch hier mit einem entsprechenden Beschrieb ergänzt. Insgesamt soll der Ortsplan bei der dritten Auflage noch grüner werden, so der Stadtarchitekt.

Ebenfalls mit Beschrieben will man den Eigentümern von denkmalgeschützten Liegenschaften und solchen, die in einem geschützten Ortsbild ein Grundstück besitzen, aufzeigen, was noch möglich ist.

Ein grosses Thema im Gemeinderat ist laut Burgener schliesslich die Idee eines Parkhauses am Fusse der Alpenstrasse. Weil es historische Plätze tangieren würde, gab es dazu ebenso eine Einsprache. «Noch kann ich dazu aber nichts sagen.»

Zahlen und Fakten

217 Einsprachen gegen den Ortsplan

Der revidierte Ortsplan der Stadt Freiburg wurde Ende 2018 zum ersten Mal öffentlich aufgelegt. In der zweiten Auflage ging es um Perimeterbereinigungen. Gegen die erste Auflage gab es 217 Einsprachen. In allen Fällen fanden Einspracheverhandlungen statt. Offen sind noch einige Ortsbegehungen von unter Denkmalschutz gestellten Objekten. 13 Einsprachen wurden in der Zwischenzeit zurückgezogen. Die anderen werden mindestens bis zur dritten Auflage des Ortsplanes im kommenden September aufrechterhalten. Die zuständige Gemeinderätin Andrea Burgener (SP) geht davon aus, dass danach die Hälfte und mehr der Einsprachen zurückgezogen werden. Die Einsprachen richten sich in erster Linie gegen die Verdichtung in der Stadtzone III, gegen den Energieplan sowie den Orts- und Denkmalschutz. Nur sehr wenige Einsprachen seien gegen die Mobilität und den Parkplatzplan eingegangen, stellt Burgener fest. Mit ein bis zwei weiteren Auflagen des Ortsplanes könnten bis 2022/23 alle Einsprachen geklärt sein, schätzt Stadtarchitekt Enrico Slongo. Die unangefochtenen Teile des Ortsplanes treten aber sofort in Kraft.

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Restrukturierung

Stadtplanungsamt professionalisiert

Enrico Slongo amtet seit einem guten Jahr als Stadtarchitekt der Stadt Freiburg. Als Dienstchef des Amtes für Architektur und Stadtplanung nimmt er nun eine Restrukturierung vor. Angesichts der grossen Bauprojekte im öffentlichen Raum wie der Umgestaltung der Bahnhofszone nimmt er die Projektierung aus der Stadtplanung heraus und schafft dafür einen eigenen Fachbereich. Die Projektleiterstelle ist aktuell ausgeschrieben. Sie wurde vom Gemeinderat genehmigt.

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