Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ostern – Durchbruch

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ostern – Durchbruch

Immer wieder stösst der Mensch an Grenzen: Schwierigkeiten türmen sich vor ihm auf wie eine Mauer. Menschen stehen hilflos an Krankenbetten und Gräbern. Auch nach der fünfzigsten Bewerbung tut sich keine

Von Sr. Christiane Jungo

Türe auf. Hindernisse und Probleme stellen sich einem in den Weg. Bilder aus dem Irak mit Verwundeten, Toten, zertrümmerten Häusern und einem orientierungslosen Volk verfolgen uns Tag und Nacht.

Solche und ähnliche Erfahrungen bedrängen uns. Es gehört zum Menschsein, an Grenzen zu stossen. In vielen Variationen stellt sich uns die Frage, wie wir mit Grenzen umgehen. Abreissen? Überschreiten? Überwinden? Aufgeben?

Manche Situationen ändern sich ohne viel eigenes Zutun. Oft aber bedarf es all unserer physischen und psychischen Reserven, all unseres Mutes und unserer Hoffnung, Mauern zu trotzen. Wer niemals wagt, hinter die Mauern zu schauen, in Neuland vorzudringen, ist ein armer Mensch. Eine besondere Art der Grenzüberschreitung ist das Fragen. Fragend, forschend bohrt sich der Mensch voran, kommt ein Stück weiter, erkennt er mehr; aber immer wieder bleiben Fragen offen.

Der Mensch fragt. Aber wird ihm auch Antwort? Zweifellos. Aber die Antwort erfolgt meist in einer Sprache, die der Mensch nicht ohne weiteres versteht. Dazu braucht es Durchbrüche, ein Licht muss ihm erst aufgehen. Wie mühsam buchstabieren wir uns durch die «Botschaft» unserer Schicksalsschläge.

Noch schwerer tut sich der Mensch seit eh und je mit der Sprache Gottes, mit Botschaften also, die von einer «anderen Welt» kommen. Wie beschwerlich war es für die Zeitgenossen Jesu zu verstehen, wer er war, was er wollte. Nur wenige waren bereit, die Grenzen des bisherigen Gottesbildes zu überschreiten. Die eigentlich grosse Herausforderung kam am Karfreitag. Die religiösen Führer machten Jesus den Prozess, weil er ihre Vorstellungen störte. Sie brachten ihn zum Verstummen, weil er eine Botschaft von der Liebe Gottes verkündete, die gängige Praxis umkrempelte: Alle Menschen sind von Gott geliebt. Alle sollen einander zu mehr Liebe und mehr Leben verhelfen. Ohne zu verbittern, starb Jesus am Kreuz und lebte so seine Botschaft bis zum Letzten. Doch vorher musste auch er grösste Verlassenheit und Dunkelheit durchstehen.

Wir kennen seinen Hilfeschrei: «Mein Gott, warum hast du mich verlassen?» Äusserlich war er an einer Grenze gescheitert. Wenig später offenbarte er mit seinem Sterbewort eine Einwilligung, welche die Grenze annimmt: «Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.»

Frauen und Männer, die mit ihm gezogen waren, gerieten über seinen Tod völlig durcheinander. Da blieb keine Hoffnung und Zukunft übrig. Vor ihnen türmte sich, bildlich gesprochen, eine Mauer auf, die gleichbedeutend war mit «Ende».

In den Oster-Evangelien ist die Rede vom grossen Stein vor dem Grab Jesu. Ein sprechendes Bild für die Ausweglosigkeit, für den «Stein auf dem Herzen». Berichtet wird auch vom Rückzug hinter ihre vier Wände, von verschlossenen Türen. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen schafft die Veränderung, den Durchbruch zu neuer Lebensfreude.

Die Erzählung von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus zeigt eindrücklich, wie Trauer und gescheiterte Hoffnung erst allmählich überwunden werden. Die beiden sehen keinen Sinn mehr, in der Jüngergemeinschaft in Jerusalem zu bleiben. Ihr Ausweg ist die Flucht zurück in ihr Heimatdorf.

Auf dem Weg fordert sie ein unbekannter Wanderer auf, von dem zu erzählen, was sie bedrückt. Dadurch löst sich ihre innere Starre. In der Folge zeigt ihnen der Fremde neue Zusammenhänge auf, erschliesst er den Sinn der Schrift, ermutigt er sie, das Geschehene auch noch anders zu sehen, also von Gott her zu deuten. Wie er mit ihnen das Brot teilt, fällt es wie Schuppen von ihren Augen: Das ist ja Jesus, wohl in anderer Gestalt, aber er ist es. Er lebt. Der Gekreuzigte ist nicht im Grab geblieben. Gott hat ihn nicht im Stich gelassen, sondern zu neuem Leben auferweckt. Die Botschaft, dass Jesus lebt, beflügelt sie. Sie kehren zu den Weggefährten nach Jerusalem zurück.

Unterdessen haben auch diese nach der Begegnung mit dem Auferstandenen einen Durchbruch erlebt. Jenseits der Mauer, die sie blockiert hat, wartet das Leben, öffnet sich die Zukunft. Sie haben begriffen: Das, was sie für das Letzte gehalten haben, ist eben doch nicht das Letzte und der, den sie als Gescheiterten betrachtet haben, ist doch nicht gescheitert. Sie können Jesus lebend erfahren wie nie zuvor.

Seither dürfen wir im Blick auf Jesus glauben: Mag einer von allen verlassen sein, Gott verlässt ihn nicht. Mag eine sterben, der lebendige Gott ist bei ihr. Gott hat sich als Gott der Lebenden erwiesen. Er ist ein lebendiger Gott und will, dass wir hinter unseren Grenzen «Leben in Fülle» haben.

Ich schliesse mich den Worten Marie-Luise Langwalds an:

Im Dunkel der Nacht suche ich dich, Herr, nach deinem Tod.
Inmitten des Gartens treffe ich dich, Herr, geprägt vom Leben.

Und du triffst mich.

Du schenkst Licht in meine Nacht.

Du hebst den Stein von meinem Grab.

Du öffnest die Tür in deinen Garten.
Und am Baum des Lebens finde ich dich.»

Sr. Christiane Jungo ist Ingenbohler-Schwester und lebt im Institut Guglera, Giffers.

Bild: Renovabis – Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa/www.renovabis.de

Mehr zum Thema