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Ostern: Weg vom Grab – zum Leben

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Ostern: Weg vom Grab – zum Leben

Autor: leo karrer

Das fundamentale Bekenntnis der urchristlichen Verkündigung lautete: Jesus ist gestorben – begraben – und auferweckt worden. Die Osterbotschaft schliesst das furchtbare Kreuzesgeschehen mit ein, erschliesst aber auch das Geheimnis des Gekreuzigten. Da ist einer aufgetreten, der auf eine Art und Weise von Gott zu erzählen wusste, die die Menschen in Bann schlug. Er hat seine Botschaft, dass Gott um seine Geschöpfe in Liebe besorgt ist, wahr gemacht durch die Art und Weise, wie er den Menschen begegnet ist: den Angeschlagenen, Kurzgehaltenen, Suchenden und Sündern. So ist er den Menschen heilend und aufrichtend entgegengekommen.

Aber Heiland zu sein, war lebensgefährlich. Sein Eintreten für einen Gott der Gerechtigkeit und Liebe und für die Menschen kostete ihn das Leben. Der Karfreitag zeigt, wie es ergehen kann, wenn man Menschen in die Hände fällt. Ostern aber zeigt, wie es uns ergeht, wenn wir in die Hände Gottes fallen. Dass Gott zum gekreuzigten und begrabenen Jesus auch in dessen Tod noch steht, gibt dem Gekreuzigten, seinem Leben und seiner Hingabe im Sterben Bestätigung. Jesus ist nicht umsonst gestorben.

Was sucht ihr den, der lebt, bei den Toten? (Lk 24,5)

Für die Gegner Jesu hat sich der Justizskandal gelohnt. Mit dem Tode des Unruhestifters haben die Realitäten wieder einmal gesiegt. Es herrschten wieder klare Verhältnisse. – Zurück blieben aber nicht nur hämische Schadenfreude und zerstörte Hoffnungen, sondern auch Verehrung und echte Trauer. Zu denken ist vor allem an die tapferen Frauen um Jesus, die ihn salben und für das Totsein herrichten wollten.

Das Grab Jesu wurde für sie zur Totengruft für beerdigte Hoffnungen. Jesus war nur noch bei den Toten zu suchen. – Mitten in dieser unsäglichen Trauer werden die Frauen überrascht: «Was sucht ihr den, der lebt, bei den Toten?» Wie dies geschehen ist, wird nicht erklärt. Aber die geschichtliche Wirkung dieser Botschaft ist offenkundig: Jesus gehört zu den Lebenden. – Plötzlich begannen die Jüngerinnen und Jünger Jesu Leben und Sterben im Lichte seiner Worte, seiner Wunder und seiner Begegnungen mit den Menschen zu deuten und zu verstehen. – Sie mussten weg vom leeren Grab, um zu verkünden, was sie gesehen haben, um Zeugnis zu geben.

Wie eine Zündschnur das Feuer weitergibt, sollte die österliche Botschaft ihren Lauf durch die Geschichte nehmen. Obwohl die Karfreitage und Kreuzeserfahrungen der Menschheit andauern, ist von Ostern her Hoffnung in die Furchen des Lebens gestreut: «Fürchtet euch nicht. Ich bin es, Ich bin mit euch.» Der Prozess Jesu wird neu aufgerollt, nun aber mit den Vorzeichen, die Gott setzt. Ostern ist deshalb zutiefst ein Fest der Freude, des Halleluja, das Gottes rettende Treue preist.

Wer wälzt den Stein vom Grab? (Mk 16,3)

Am Verhalten der Jüngerinnen und Jünger Jesu können wir achtsam für das werden, worauf es auch heute ankommt: nicht Tote suchen und nicht zu den Grüften des Todes eilen. Vielmehr gilt: weg vom Grab, vom Einbalsamieren, von der Totenpflege. – Gibt es im gesellschaftlichen und persönlichen Leben und auch in der Kirche Gräber, Totenkammern, Grablegungen und Einbalsamieren? Sind Ungerechtigkeit und Rücksichtslosigkeit gegen Menschen und die Natur nicht Formen der Grablegung, aus denen Menschen nicht ausbrechen und aufstehen können?

Lauern nicht im gedankenlosen Konsum und im ungebremsten Habenwollen lebensfeindliche Verwesungsprozesse, in denen Salben der Betäubungsmittel und der Flucht vor sich selber auf Dauer nicht helfen noch heilen. Oft vermögen wir nicht aus eigener Kraft aus den Gräbern unserer Abhängigkeiten und der Vorurteile und Selbsttäuschungen auszubrechen. Dann stellt sich die Frage: Wer wälzt den Stein von den Totenkammern der zermürbenden Ängste und Depressionen, auch die Steine der Dummheit und Missgunst, der Sucht nach Geld und Geltung? Und wo wälzen wir Steine von Gräbern weg, in denen Menschen hilflos gefangen gesetzt sind?

Das entscheidend Menschliche

Es gibt für die österliche Hoffnung keine Umleitung am Leben und am Karfreitag vorbei. Vom auferstandenen Jesus sind diese allmächtig erscheinenden Realitäten des Lebens aber aufgebrochen und die Steine der Hoffnungslosigkeit weggewälzt. Die geschenkte Hoffnung wird in vielen «kleinen» Auferstehungsschritten des Alltags konkret, wo immer Liebe, Solidarität, Eintreten für Gerechtigkeit und Überwindung von Gewalt sowie Versöhnungsschritte gewagt werden.

Das spezifisch Christliche meint somit das entscheidend Menschliche. Wenn wir von Jesus Christus glauben, dass er sich durch das Kreuz hindurch an Gott hingab und dass Gott ihm im Sterben die Treue hielt, dann bekennen wir von ihm das, was wir für alle Menschen hoffen dürfen. In diesem Sinn sind Christinnen und Christen Ostermarschierer – ein Leben lang.

Leo Karrer ist ordentlicher Professor für Pastoraltheologie an der Universität Freiburg.

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