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Paradebeispiel für das neue Gottéron

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Julien Sprunger hat in sieben Spielen bereits fünf Tore erzielt, Andrei Bykow neun Punkte gesammelt. Doch an keinem Spieler liesse sich der wundersame Aufschwung Gottérons besser erklären als an Alexandre Picard. Der Québécois ist den meisten Zuschauern bisher wohl selten aufgefallen. Zweimal hat er in den ersten sieben Spielen auf das gegnerische Tor geschossen, zweimal konnte er sich einen Assist gutschreiben lassen. Nicht einmal auf der Strafbank trat Picard in Erscheinung, er hat noch keine einzige Strafminute kassiert.

Doch so unauffällig der 30-jährige Verteidiger auch sein mag, so wichtig ist er für die Mannschaft. Das zeigt ein Blick auf die Plus-Minus-Statistik. Mit Plus-6 verfügt Picard über die zweitbeste des Teams, nur Michael Ngoy, der mit Plus-9 die beste Bilanz der Liga aufweist, ist noch besser. Picard selbst steht ligaweit auf Rang fünf. Eine Plus-6-Bilanz in sieben Spielen heisst nichts anderes, als dass Gottéron, wenn Picard auf dem Eis steht, bei numerischem Gleichstand nahezu ein Tor pro Spiel mehr erzielt, als es kassiert.

Theorie in Praxis umgesetzt

«Ich bin sehr zufrieden mit ihm», sagt Trainer Gerd Zenhäusern. «Er spielt einfach, physisch, diszipliniert und verteidigt sehr effizient. Picard ist sicher ein unspektakulärer Spieler, aber wir wollen ja nicht spektakulär sein, sondern gewinnen.» Picard ist das Paradebeispiel dafür, wieso die neue Mannschaft, die Zenhäusern und Sportdirektor Christian Dubé am Reissbrett entworfen haben, bislang so gut funktioniert: Jeder setzt in der Praxis um, was sich die sportliche Führung in der Theorie von ihm erhofft hat. «Das ist so. Tatsächlich macht beispielsweise Picard genau das, was wir von ihm erwarten. Er ist effektiv das Paradebeispiel für einen guten Rollenspieler.»

Zenhäusern hatte bereits vor der Saison immer wieder von einer klaren Rollenverteilung gesprochen, wenn er nach den Trümpfen des Teams gefragt wurde. Etwas, das Gottéron letzte Saison noch gefehlt hatte, wie Zenhäusern selbst immer wieder betont hat. War die letztjährige Mannschaft also schlicht zu willkürlich zusammengestellt? «Nein, das Problem waren die vielen Verletzten. Dadurch wurde alles leicht verschoben und Spieler mussten Rollen übernehmen, in denen sie sich nicht wohlfühlten. Es ist normal, dass sich ein Viertlinienspieler in der zweiten Linie nicht zwangsläufig wohlfühlt.»

Gegenstück zu Kwiatkowski

Für Picard selbst ist es selbstverständlich, dass er auf dem Eis exakt das umsetzt, was von ihm verlangt wird. «Man hat mich geholt, um die Defensive zu stabilisieren–und bisher sind wir statistisch eine der besten Defensiven der Liga. Besser könnte es für mich nicht laufen.» Über die Frage, ob er nicht manchmal Lust verspüre mehr Zeit in der Offensivzone zu verbringen, muss er lachen. «Natürlich! Jeder Eishockeyspieler würde am liebsten 20 Tore schiessen und 50 Assists geben. Aber das ist nicht meine Aufgabe, das können andere besser. Deshalb kommt es für mich nie in Frage, solchen Verlockungen zu erliegen.»

 Stattdessen versucht er mit aller Macht, Tore zu verhindern. «Ich will dem Team mit meiner Erfahrung und meiner Ruhe helfen», sagt Picard. Er sagt es, wie er immer spricht, besonnen, fast schon väterlich. Er könnte im selben Tonfall auch Versicherungen verkaufen. Der Kanadier ist das Gegenstück zu seinem aufgedrehten Vorgänger Joel Kwiatkowski. «Aber Picard übernimmt ebenfalls Leadership–indem er sehr viele Dinge immer richtig macht», sagt Trainer Zenhäusern. Die Leaderrolle übernimmt Picard im ersten Verteidigungsblock, den er mit dem erst 19-jährigen Yannick Rathgeb bildet, fast schon naturgemäss. «Yannick ist sehr talentiert und hat eine grosse Zukunft vor sich. Meine Aufgabe besteht momentan darin, ihn manchmal wieder auf den Boden zurückzuholen und ihm klarzumachen, dass er sich nicht zu sehr von seinen Emotionen leiten lassen darf.»

Wie im Märchen

Ruhe zu bewahren hat Picard in seiner Karriere, in der er 253 NHL-Spiele absolviert hat, oft gelernt. So auch letzte Saison, die für ihn persönlich ebenfalls eine sehr schwierige war. «Bis im November war ich ohne Vertrag und trainierte in meiner Heimat mit einem Juniorenteam. Das war keine leichte Situation. Ehrlich gesagt habe ich mir bereits Gedanken über ein Karrierenende gemacht, war dann aber doch der Meinung, dass es dafür noch zu früh ist.» Via Probetraining in Freiburg, an dessen Ende keine Verpflichtung stand, weil sich bei Gottéron plötzlich viele Stürmer verletzten und die Verpflichtung eines Verteidigers plötzlich keine Priorität mehr hatte, landete er beim ERC Ingolstadt, mit dem er den DEL-Final erreichte. Als Picard im Frühjahr einen Anruf von Christian Dubé erhielt, war für ihn trotzdem klar, wo er in Zukunft spielen will. Als zweifacher Familienvater aus Québec war eine frankophone Stadt zweifelsohne die attraktivere Destination als Ingolstadt.

Wenn dann noch ein Traumstart mit sieben Siegen in sieben Spielen dazu kommt, klingt das alles nach einem kleinen Märchen eines letztes Jahr arg gebeutelten Spielers in einem letzte Saison ebenso arg gebeutelten Team. «Der Grund für unseren guten Start liegt in unserer Attitüde, in unserer Art, als Kollektiv aufzutreten. In diesem Kollektiv findet sich jeden Abend ein neuer Held, der das Spiel zu unseren Gunsten entscheidet.»

«Picard ist sicher ein unspektakulärer Spieler, aber wir wollen ja nicht spektakulär sein, sondern gewinnen.»

Gerd Zenhäusern

Trainer Gottéron

Der heutige Gegner

Fakten zum EHC Biel

• Nach starkem Saisonstart mit vier Siegen in fünf Spielen geriet bei Biel der Motor letztes Wochenende mit den Niederlagen in Genf (2:3) und gegen Ambri (0:5) arg ins Stocken.

• Topskorer ist mit neun Punkten Gaëtan Haas.

• Der ehemalige Gottéron-Verteidiger Anthony Huguenin ist mit zwei Assists in sieben Spielen und einer Minus-2-Bilanz mässig in die Saison gestartet.

• Biel hat letzte Saison sämtliche drei Spiele im St. Leonhard verloren.fm

Vorschau: Umstellungen wegen Sperre

F ür das heutige Heimspiel (19.45 Uhr, St. Leonhard) gegen Biel ist Gottéron-Trainer Gerd Zenhäusern zu Umstellungen gezwungen. Der Verband hat gestern entschieden, dass Julien Sprunger für seinen Check vom Samstag im Spiel gegen Lausanne für vier Spiele gesperrt wird. Eine davon hat der Captain am Mittwoch beim Cupspiel in Lyss bereits abgesessen, womit er seinem Team noch heute, morgen in Lugano und am kommenden Freitag gegen Zug fehlen wird. Der Entscheid fiel erst gestern Nachmittag, Trainer Zenhäusern hatte die Sperre allerdings bereits erwartet und seine Linien im Morgentraining umgestellt. Sprungers Platz an der Seite von Andrei Bykow und Sakari Salminen nimmt Benjamin Plüss ein. Die dritte Sturmreihe bilden Ryan Gardner, Tristan Vauclair und John Fritsche. Den vierten Block um Flavio Schmutz und Chris Rivera ergänzt der junge Nathan Marchon. Als 13. Stürmer wird der Alterswiler Sandro Brügger von Partnerteam Martigny kommen. Den umgekehrten Weg geht Verteidiger Luca Camperchioli, der bis auf Weiteres mit einer B-Lizenz für Martigny spielt.

Mehr Forechecking

Dass Gottéron auf den definitiv zum Leader gereiften Sprunger verzichten muss, ist für das Team ein herber Verlust. «Natürlich ist es das. Er war bisher derjenige, der vorangeschritten ist, alles in die Hand genommen hat – ein echter Führungsspieler», sagt Zenhäusern. «Aber wir müssen selbstverständlich auch ohne ihn gewinnen können. Seine Abwesenheit gibt wieder anderen Spielern die Möglichkeit, in die Bresche zu springen und sich ins Rampenlicht zu bringen.» Verzichten muss der Trainer weiterhin auf die noch nicht ganz genesenen Greg Mauldin und Pierrick Pivron, die gestern in andersfarbenen Trikots mittrainierten sowie die verletzten Michael Loichat und Benjamin Neukom.

Zenhäusern wünscht sich im Vergleich zum letzten Spiel gegen Lausanne, dass sein Team wieder mehr Forechecking betreibt. fm

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