Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Passende Kleidung für kleine Erdenbürger

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Nadine Blatter aus Schmitten verbringt viel Zeit an der Nähmaschine und mit Häkeln und Stricken. Sie fertigt Decken, Kleidung und Mützen an, und zwar für besondere Kinder: Frühgeburten und sogenannte Sternenkinder, Kinder, die tot zur Welt kommen (siehe auch Kasten). Ihr Engagement kommt nicht von ungefähr: Als Nadine Blatter ihren zweiten Sohn erwartete, musste sie lange Zeit befürchten, dass er zu früh auf die Welt kommt. Mit Medikamenten konnte die Geburt zwar hinausgezögert werden, erzählt sie. «Doch der Kleine war bei der Geburt sehr, sehr klein.» In normalen Bébékleidern sei ihr Sohn buchstäblich versunken.

Deshalb habe sie angefangen zu suchen, ob nicht irgendwo Kleider für Frühchen erhältlich sind. Auf diese Weise kam die begeisterte Handarbeiterin Anfang dieses Jahres in Kontakt mit einem in Deutschland gegründeten Verein, in dem Frauen ehrenamtlich Kleider für Frühchen und Sternenkinder herstellen und verschenken.

Ein Bedürfnis

Sie habe die Idee in die Schweiz getragen und sei hier zur Ansprechperson des Vereins geworden. «Die vielen Anfragen haben gezeigt, dass unser Angebot einem grossen Bedürfnis entspricht», erzählt sie. «Ich bekam richtige Notrufe, weil es für so kleine Kinder im Handel keine Kleidung gibt.» Bald konnte sie die Nachfrage nicht mehr selbst bewältigen und musste sich vom Verein in Deutschland mit mittlerweile über 500 Mitgliedern Kleider besorgen.

Da ihr der organisatorische Aufwand, alles über Deutschland zu organisieren, mit der Zeit jedoch zu gross wurde, kam sie auf die Idee, sich vom Mutterverein zu lösen und in der Schweiz eine eigene Organisation aufzubauen. Sie lancierte über soziale Netzwerke einen Aufruf und fand gleichgesinnte Helferinnen. Daraus entstand der Verein «Vo Härzä für Frühchen und Stärnechind», dessen Präsidentin sie ist.

Frühchen-Set aus Schmitten

In der Schweiz kommen jährlich rund 6000 Kinder zu früh auf die Welt. Oft müssen sie Wochen lang in Inkubatoren verbringen, angeschlossen an Beatmungsgeräte, Magensonden und anderen lebenserhaltenden Maschinen. Der Verein stellt sogenannte Frühchensets zusammen mit Wickelbodys, Wickelshirts, Hosen, Strampelsack, in den Grössen 32 bis 46 sowie kleine Handschuhe und Finken. «Vieles ist im Handel nicht erhältlich – oder nur zu horrenden Preisen», sagt Nadine Blatter. Zum Frühchenset gehören auch Inkubatordecken, also Decken, die das Kind im Brutkasten trotz Drähten und Kabeln warm halten. «Wir machen auch Duftmonde und -tücher», erklärt Nadine Blatter. Diese legt sich die Mutter in den Büstenhalter, damit sie ihren Geruch annehmen, und die dann dem Baby gegeben werden, wenn die Mutter selbst nicht beim Kind sein kann. Augentücher zum Schutz der lichtempfindlichen Augen sowie sogenannte Inkutiere runden das Paket ab; das sind kleine Kuschelfiguren mit einer laminierten Fläche, auf der wichtige Veränderungen an Gewicht und Grösse festgehalten werden können.

Etwas Farbe

Wichtig ist Nadine Blatter, dass diese Kleidungsstücke aus bunten Materialien sind. «Wir wollen etwas Farbe in die Stationen der Spitäler bringen, alles ist sonst so steril weiss», sagt sie. Das helfe auch den Eltern, die sich in einer nicht einfachen Situation befänden. «Sie sehen ihr 800 Gramm leichtes Kind und können ihm nicht helfen, müssen es jeden Tag zurücklassen, um sein Leben bangen und leben jetzt gerade mit der Ungewissheit, ob ihr Kind wohl zu Weihnachten nach Hause kann oder nicht.» Jede Geschichte, die sie höre, gehe ihr sehr nahe. Deshalb sei es eine sehr grosse Befriedigung, helfen zu können.

Pflegeleichtes Material

Beim Personal der Stationen stossen die Anliegen des Vereins auf offene Ohren. Das Problem seien eher die Wäschereien, die lieber nur Weisswäsche hätten. Aus hygienischen Gründen wählt sie das Material sehr genau aus und verwendet zum Beispiel Jerseystoff zum Nähen und Baumwolle zum Häkeln, weil sich die bei 60 Grad gut waschen lassen. Der Verein hat auch eigene Schnittmuster für die Kleider entworfen. «Die Kleider müssen leicht an- und auszuziehen sein.»

Der Verein stellt den Eltern seine Dienste kostenlos zur Verfügung. Einzig das Porto müssen sie übernehmen. «Vo Härzä für Frühchen und Stärnechind» finanziert sich über Spenden, um Faden und Nadeln zu besorgen, sowie Stoff- und Woll­spenden. Nadine Blatter und der Verein suchen weitere Näherinnen, um die Nachfrage zu bewältigen. Ein Frühchenset herzustellen sei nicht schwierig. «Das kann jede, die eine Nähmaschine hat», sagt sie. Für sie ist ihr Verein längst mehr als ein Hobby geworden, auch wenn ihre Kinder schon grösser sind. «Es ist zu einem Lebenswerk geworden.»

Weitere Infos: 

Tel.: 079 965 45 80

 

Sternenkinder

In Würde beerdigen

Nadine Blatter und der Verein «Vo Härzä für Frühchen und Stärnechind» helfen auch Eltern von Sternenkindern, also Kindern, die im Mutterleib sterben, tot auf die Welt kommen oder kurz nach der Geburt sterben. «Ab der 12. oder 13. Schwangerschaftswoche beginnt das Herz eines Kindes zu schlagen. Wenn es dann stirbt, haben die Eltern ein Bedürfnis, es würdig zu beerdigen», sagt sie.

Je nach Zeitpunkt seien diese Föten noch sehr klein. Der Verein stellt deshalb zum Beispiel handgrosse Einschlagdecken her, in welche die Sternenkinder für die Bestattung eingewickelt werden können. Eine Mutter habe ihr erzählt, wie viel es ihr bedeute, dass ihr Kind nicht einfach «entsorgt» werde, sondern dass sie und ihr Mann sich von ihm verabschieden können, erzählt Nadine Blatter.

im

 

 

Mehr zum Thema