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Perlen der Kammermusik

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Ziemlich dunkel und verschlafen wie im bekannten Grimm-Märchen, ja geheimnisvoll präsentierte sich das alte Gemäuer, nur einzelne Fenster waren erleuchtet. Je näher man aber trat, desto festlicher und eindrücklicher zeigte sich das ehemalige Kloster, das zu einem sehr stilvollen, modernen Hotel-Restaurant mit schönem Konzertsaal eingerichtet worden war.

 Das Programm des Abends war umsichtig und gekonnt auf die Umgebung abgestimmt: Das erste und das letzte Werk bildeten mit märchenhaften Themen eine stimmige Klammer. In Schuberts wundervollem Trio Es-Dur D 897 «Notturno» wird der Zuhörer zuerst sanft, dann aber dramatisch und zupackend aus seiner Gegenwart gelöst. Das spätromantisch-moderne Klarinetten-Trio d-Moll von Alexander Zemlinski (op. 3) bringt neue Töne und Harmonien, wobei die sehr abwechslungsreichen und stimmungsvollen Sätze zwei und drei ohne grosse Mühe mit der Atmosphäre der Romantik verbunden werden konnten. Als drittes Werk stand das Klarinetten-Trio des 1947 geborenen US-Amerikaners Paul Schoenfield auf dem Programm. Mit schrillen Tönen der Klarinette, hart gekratzten Schrammern der Violine und äusserst akzentuierten Sforzati des Klaviers wurde zwar manches Ohr im Saal arg strapaziert; «nei ou!» kommentierte eine Zuhörerin. Das Besondere an Schoenfields Trio ist jedoch seine Nähe zur Volkskunst. So hört man mühelos Ragtime-Rhythmen, Klezmermelodien und Anklänge an die Wiener Café- und Salonmusik heraus; diese Elemente werden stets in neue, schnell wechselnde Harmonien und Rhythmen eingebaut, die das magische Schloss von und zu Münchenwiler in einen märchenhaften Tanz- und Festtaumel versetzten. Den Bogen zu Schuberts Notturno spannten zum Abschluss die «Märchenerzählungen» für Klarinette, Bratsche und Klavier op. 132 von Robert Schumann, in denen Feen, Naturgeister, Kobolde und ein Märchenkönig mit Gefolge aufzutreten scheinen.

 Die vier Musiker Horia Dumitrache (Klarinette), Milan Pala (Violine, Viola), Razvan Suma (Cello) und Toma Popovici (Klavier), alle Meister ihres Fachs, interpretierten die zum Teil sehr anspruchsvollen Werke dynamisch, kräftig, allerdings meistens im oberen Bereich der Lautstärke. Das Klavier war für den nicht sehr grossen Saal oft sehr laut, ausgeprägte Pianissimo-Stellen waren nicht zu finden, auch im Notturno nicht. Abgesehen von ganz wenigen Ungenauigkeiten, die in Live-Konzerten wohl nicht zu vermeiden sind, und von der allzu theatralischen Hingabe des Geigers konnte sich das Publikum an diesen hochstehenden Interpretationen erfreuen.

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