Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Personal muss die Zeche zahlen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Freiburger Volkswirtschaftsdirektion hat nach dem 15. Januar zusammen mit der Handelskammer das «Observatorium» aktiviert: eine Umfrage bei Freiburger Firmen. Nun liegt das Ergebnis vor.

Die überwiegende Mehrheit der 43 befragten Unterneh- mer sieht im Frankenschock Auswirkungen auf die eigene Firma. Sechs von zehn Fir- men rechnen damit, dass dieses Jahr ihr Umsatz nicht mehr steigt. Wenn der Eurokurs sich auf einem Niveau von 1.10 Franken stabilisie- ren würde, wäre das für 38 Prozent der Firmen noch tragbar. Für weitere 40 Prozent muss der Kurs auf über 1.10 Franken steigen.

Gar sieben von zehn Unternehmern gaben an, dass sie dieses Jahr kein Personal einstellen, insbesondere bei qualifiziertem Personal. Sie erwägen auch Entlassungen, Lohnkürzungen oder eine Erhöhung der Arbeitszeit, fasst die Handelskammer in einem Communiqué zusammen.

Hingegen plant die Mehrheit der befragten Firmen, weiterhin zu investieren. Die Prioritäten setzen sie bei den Produktionsmitteln, dem Marketing und dem Vertrieb.

«Nicht nur leere Worte»

Die Verantwortlichen des Observatoriums haben gestern Morgen die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmer über die Resultate informiert. Aus der anschliessenden Diskussion ging hervor, dass sich die Aussichten bei den Firmen im Verlaufe des letzten Monats nochmals verschlechtert haben, so Paul Coudret, wirtschaftlicher Berater bei der Kantonalbank und der Handels- und Industriekammer: «Sie sind sehr besorgt.»

Gemäss Coudret erwägen 59 Prozent Massnahmen beim Personal; Entlassungen kämen da an erster Stelle. «Das sind nicht nur leere Worte», so Coudret. Allerdings, so Coudret, ist es bisher noch nicht zu Entlassungen gekommen: «Die Auftragsbücher der Firmen sind immer noch voll.»

Coudret ist auch aufgefallen, dass nicht nur einzelne Sektoren alarmiert sind: «Man spricht immer nur vom Export. Aber alle Bereiche sind betroffen. Von jenen Firmen, die hauptsächlich im Inland tätig sind, verlangt man, dass sie die Preise senken. Daneben gibt es die Zulieferer, und auch da sind die Preise unter Druck.»

Auch Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen (CVP) war bei der Sitzung mit den Patrons gestern anwesend. «Die Unternehmer haben sich klar geäussert: es herrscht eine grosse Angst und Verunsicherung.» Ausdruck dafür sei, dass seit dem 15. Januar neun Firmen um Kurzarbeit angefragt haben; drei davon sind inzwischen bewilligt. Vonlanthen will nicht auf Katastrophenstimmung machen. Aber der Staatsrat betont auch, dass die Unternehmer unisono sagten, es finde eine schleichende Desindustrialisierung statt: «Es wird abgebaut und umgesiedelt, beispielsweise Richtung ostdeutsche Länder, die Werbung mit billigen Grundstücken und attraktiven Steuern machen.»

Vonlanthen wies darauf hin, dass der Staatsrat unmittelbar nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses eine Taskforce eingesetzt hatte. In der Umfrage seien die Unternehmen gefragt worden, welche Erwartungen sie gegenüber den Behörden hätten. «Dabei kam nichts Konkretes zurück», so Vonlanthen. Bei der gestrigen Sitzung hingegen schon:

•Öffentliches Beschaffungswesen:Inländische Firmen sollten bevorzugt wer- den. Protektionistische Massnahmen seien nicht möglich, bei der Festlegung der Vergabekriterien gebe es aber Spielraum, so Vonlanthen.

•Unterstützung bei Investitionen:Eine Motion im Bundesparlament regt eine Erhöhung der Bürgschaften für Firmen von 500 000 auf 1 Million Franken an. «Wir können da eventuell noch weiter gehen», so Vonlanthen.

•Unterstützung der Innovation:Projekte werden von einer nationalen Kommission für Technik und Innovation bisher mit 50 Prozent unterstützt. Ein höherer Anteil könnte Firmen entlasten. Dies müsste über das Bundesparlament angepackt werden.

•Unternehmenssteuern:Freiburger Firmen fordern, dass der angekündigte kantonale Satz von 13,72 Pro- zent schnell eingeführt wird. Vonlanthen sagt, der Kanton müsse die Rahmenbedingungen des Bundes abwarten; Freiburger Bundesparlamentarierwerden in Bern aber Druck machen.

•Abbau administrativer Hürden:Vonlanthen: «Erleichterungen sind denkbar, etwa bei der Regelung von Nachtarbeit.»

Zum Projekt

Momentaufnahme der Wirtschaftslage

Das Freiburger Wirtschafts-Observatorium hat mit dem gestern vorgestellten Bericht zum neunten Mal eine Erhebung über die konjunkturelle Lage der Freiburger Wirtschaft erstellt. Ziel ist, in regelmässigen Abständen eine Momentaufnahme zu machen. Die Umfrage wurde 2011 initiiert. Es ist ein Projekt der Handelskammer, der Kantonalbank, der Volkswirtschaftsdirektion, akademischer Kreise und der Unternehmerschaft.uh

Mehr zum Thema