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Pfister sieht Unkultur als Gefahr für die Schweiz

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Die Pandemie hat die politische Kultur vergiftet. Mitte-Präsident Gerhard Pfister warnt vor immer aggressiveren Debatten.

Der Populismus und der Widerstand gegen demokratische Spielregeln hat nach Ansicht von Mitte-Präsident Gerhard Pfister nun auch die Schweiz mit voller Wucht erfasst. Die Schweiz vollziehe damit einen Trend nach, der in anderen Ländern schon weit fortgeschritten sei.

Die Schweiz habe sich zu lange in falscher Sicherheit gewogen, dass alle grossen Krisen einen Umweg um die sie machten, sagte Pfister in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Covid sei die erste grosse Krise, die die Schweiz behandle wie alle andern Staaten.

Kritik an der Regierung sei erlaubt. Es sei aber ein neues Phänomen in der Schweiz, dass es vielen Kritikern nicht mehr darum gehe, die anderen zu überzeugen. Sondern nur noch darum, sich selbst zu vergewissern, dass man recht habe.

Zusammenhalt statt Spaltung

In dieser Logik seien all jene, die anders dächten, Feinde. Einige unterstellten dem Bundesrat sogar, dass er bewusst gegen die Interessen des Volkes handle. Für eine direktdemokratisches Land sei eine solche Unkultur gefährlich.

«Wie viel von diesem Gift wird nach der Pandemie bleiben? Müssen wir uns darauf einstellen, dass unsere Debatte auch danach immer aggressiver und gewaltbereiter wird», fragt sich Pfister. Neu sei, dass sich die Konflikte bis ins tiefste Privatleben hineinzögen.

Grosse Vielfalt, viele Minderheiten und Unterschiede machten die Schweiz aus. Doch nur solange diese Unterschiede nicht zu Spaltungen führten. Die Gemeinschaft zusammenzuhalten und nicht zu spalten, sei Aufgabe der Mitte-Partei, sagte der Parteipräsident.

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