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Pflegeheimbewohner werden Teil einer grossen Notfallübung

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Ein wenig sieht es aus wie in einem Ferienlager für Senioren: In der Sporthalle Gwatt in Schmitten haben sich gestern Mittwoch 15 Bewohner aus den vier Pflegeheimen der Stiftung St. Wolfgang häuslich eingerichtet, um zwei Nächte ausserhalb der gewohnten Umgebung zu verbringen. Sie haben sich zur Verfügung gestellt, Teil der Notfallübung «Sandy Due» zu sein.

Für den Fall der Fälle

Es ist eine Übung für mehrere Partner: Das Gemeindeführungsorgan GFO HESACH, das in Schmitten, St. Antoni und Heitenried bei Katastrophen und Notfallsituationen zum Einsatz kommt, konnte so ein mögliches Szenario durchspielen, Abläufe testen und Erfahrungen sammeln.

Für die Rekruten der Spitalrekrutenschule Moudon ist es der Abschluss ihrer 18 Wochen dauernden Ausbildung. Sie erhalten am Ende dieser Zeit unter anderem den Ausweis als Pflegehelfer des Rotkreuzdienstes RKD.

Als Ausgangslage hat Jean-Claude Dumas, Chef GFO HESACH, angenommen, dass aufgrund einer Überschwemmung im Pflegeheim der Strom und die technischen Anlagen ausgefallen sind und ein Teil der Bewohner nicht mehr in der Institution betreut werden kann. Für die Stiftung St. Wolfgang ist es nicht das erste Mal, dass sie an einer Übung teilnimmt, wie Geschäftsführer Ivo Zumwald erklärt. Die Bewohner nehmen freiwillig und in Absprache mit ihren Angehörigen daran teil. Nur Bewohner mit einem tiefen Betreuungsgrad sind dabei.

Das volle Paket

Innerhalb von wenigen Stunden haben die Armeeangehörigen die Sporthalle Gwatt zu einer improvisierten Pflegestation umgewandelt. Auf mehreren Lastwagen und Containern haben sie Pflegebetten, sämtliches Grundmaterial für die Pflege, Instrumente, Maschinen und die Laboreinrichtung sowie alle anderen nötigen Materialien für einen autonomen Betrieb angeliefert und sich in den Räumlichkeiten der Sporthalle eingerichtet.

Ein Teil der Dreifachhalle wurde zum Schlaflager, ein anderer zum Aufenthaltsraum. Wo sonst Turngeräte abgestellt sind, befindet sich nun die Pflegedienstleitung, und in der Küche hat sich das Laborteam eingerichtet. Im Falle eines echten Notfalls würden gewisse Dinge anders organisiert, sagte der Chef Fachausbildung Sanität in der Spital-RS, Daniel Hubacher. «Es ist ein Kompromiss, die Übung möglichst realitätsgetreu durchzuführen und sie zugleich für die Heimbewohner akzeptierbar zu machen.» So übernachten die alten Leute beispielsweise nicht in Feldspitalbetten, sondern in Pflegebetten mit Spitalstandard.

Hochstehende Pflege

Zum Leistungsauftrag der Armee gehört das ganze Paket: Pflege, Betreuung und Verköstigung der Bewohner vor Ort. In Schichten stellen die Armeeangehörigen den 24-Stunden-Betrieb sicher. Unter ihnen sind nicht nur Rekruten, sondern auch Angehörige des Rotkreuzdienstes und Fachlehrer, die aus diplomiertem Pflegepersonal bestehen, sowie ein Arzt. «Für die Rekruten ist dies der Höhepunkt ihrer Ausbildung. Sie freuen sich auf den Einsatz», sagte Schulkommandant Dieter Baumann. «Alles, was sie bisher trainiert haben, können sie nun anwenden.»

Daniel Hubacher betont beim Rundgang durch die improvisierte Pflegestation, dass dies zwar eine Übung sei, «wir proben aber nicht, sondern wenden an. Die Heimbewohner werden von bestens ausgebildeten Leuten betreut». Dazu gehört auch eine detaillierte Übergabe durch das Personal der Pflegeheime. Als die Bewohner gestern ankamen, hatten sie nicht nur ihre persönlichen Gegenstände, sondern auch ihre Medikamente sowie ihr persönliches detailliertes Pflegedossier im Gepäck.

Morgen Freitag werden die Betagten wieder zurück in ihre Heime gebracht. Das, was in Schmitten an diesen Tagen trainiert wird, muss glücklicherweise selten angewandt werden.

Definition

Ein GFO für Krisensituationen

Das Gemeindeführungsorgan ist eine Struktur, die auf Gemeindeebene im Falle von Katastrophen und Notsituationen zum Einsatz kommt, zum Beispiel bei Wasserknappheit, Hitzewellen, Hochwasser, grossflächigem Stromunterbruch, Tierseuchen oder einem Störfall des Atomkraftwerks Mühleberg. Im Ernstfall wird das GFO über das Alarmierungssystem des Kantons aufgeboten. Im vorliegenden Fall bilden die Gemeinden Heitenried, St. Antoni und Schmitten das gemeinsame GFO HESACH, das einen Stab von 14 Mitgliedern umfasst. Unter anderem sind die drei Gemeindeschreiber dabei, ein Arzt, Mitglieder des Samaritervereins, das Werkhofpersonal und die Feuerwehr. Das GFO analysiert die Gefahren und und plant das weitere Vorgehen. Kann die Krise nicht auf Gemeindeebene bewältigt werden und sind zusätzliche Mittel notwendig, beantragt das GFO diese beim interkommunalen Rat. Mit dem politischen Entscheid dieses Rates, eine Aktion durchzuführen, wie etwa die vorsorgliche Evakuierung eines Pflegeheims, erhält der Chef GFO den Auftrag, diese zu planen, zu koordinieren und zu führen. Der Leiter entscheidet in der Folge über die weiteren Schritte – wie im Falle der Übung in Schmitten, ein Gesuch an die Armee zu stellen. Das GFO trägt während der ganzen Krisensituation die Oberverantwortung und organisiert regelmässige Führungsrapporte. Für das GFO HESACH unter der Leitung von Jean-Claude Dumas war «Sandy Due» die erste grosse Übung in der neuen Zusammensetzung.

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