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Pianistische Klangreise – klassisch, elektronisch, improvisatorisch

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Fast gedrängt-rasant eilt Francesco Tristano mit wirrem Lockenkopf auf das Podium, setzt sich vor den Flügel, kontrolliert konzentriert seine elektronische «Maschinerie», hebt ab mit einem dröhnenden, tiefen Basston, den er allmählich verfremdet–der Beginn einer einmal mehr neu er-improvisierten Komposition «Hello».

Und es beginnt am Samstagabend im Freiburger Museum für Kunst und Geschichte vor einem bunt-gemischten, aufmerksamen Publikum eine Klangreise, auf der Tristano eigene Kompositionen mit Klavierwerken von Frescobaldi (1583 bis 1643), J. S. Bach (1685 bis 1750) und John Cage (1912 bis 1992) verbindet, eine gut einstündige, zusammenhängende «Klanginstallation». Eine interessante Gesamtkonzeption, in der Francesco Tristano die klassischen Kompositionen allerdings noch kreativer, vielfältiger, adäquater einbetten könnte.

Starke Gegensätze

Die Klangwelt Tristanos ist geprägt durch die repetitive Aneinanderreihung kurzer rhythmischer Patterns, durch rhythmisch-melodische Ostinati, durch Anklänge an die Minimal Music. Elektronische Mittel werden behutsam eingesetzt, erzeugen Klangfarbenveränderungen und Halleffekte; der sporadisch verwendete Sampler ruft rhythmisch-perkussive Muster, kurze Melodiefragmente und Basslinien ab. Einfache Improvisationsphasen auf dem Klavier und dem Synthesizer schleichen sich in die Kompositionsvorlagen ein. Starke Gegensätze charakterisieren zudem Tristanos Musik: dynamische Kontraste, vom aggressiven ff zum gehauchten pp, Anschlagskontraste, Pedal- und Staccatowirkungen, Ausdruckskontraste, in denen zarte Phasen mit gehämmert-perkussiven Momenten kontrastieren.

Frescobaldis eigenwillige, vielleicht etwas spröde Klangwelt fängt Tristano mit zartem Anschlag ein, sensibel, meist leise, streng, kaum mit agogisch freier Gestaltung. Und in der Französischen Suite Nr. 2, c-Moll, BWV 813 überzeugt der Pianist vor allem in den schnellen Sätzen, die er mit gekonnter Artikulation, mit Spielfreude und Spiellust, dynamisch differenziert, fesselnd vorträgt. Der verlängerte Schlusston führt zurück zur Welt Tristanos mit Synthesizer, Samples, Improvisationen, mit Halleffekten, mündet in «In a landscape» (1948) von John Cage, in eine verträumt-klangschöne Landschaft, die mit gepflegtem Pedalspiel, differenziert-weichem Anschlag vom Pianisten feinfühlig gemalt wird.

Am Schluss begeisterte Pfiffe junger Konzertbesucher, starker Applaus–zwei Zugaben, Bach, Tristano, mit einem Blick in die Welt des Tango, mit einem Schuss Weill. Ein anregendes Konzert, das polarisiert.

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