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Picasso, die Stiere und die Frauen

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Pablo Picasso (1881–1973) gilt nicht umsonst als der bedeutendste Künstler des 20. Jahrhunderts: Sein Werk, dessen Gesamtzahl auf rund 50 000 Arbeiten geschätzt wird, umfasst Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Keramiken. Er beherrschte die Figuration ebenso wie die Abstraktion, begründete mit Georges Braque den Kubismus und gehört zu den wichtigen Vertretern des Surrealismus. Die thematische und die technische Vielfalt, die lange Laufbahn und die unerschöpfliche Schaffenskraft Picassos mündeten in einem einzigartigen Lebenswerk.

Bedeutende Sammlung

Einen Einblick in dieses Schaffen bietet ab dieser Woche das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg: Es zeigt 76 Druckgrafiken Picassos aus der Sammlung des Zürcher Industriellen Georges Bloch, die sich seit 1972 im Besitz der Gottfried-Keller-Stiftung der Schweizerischen Eidgenossenschaft befindet (siehe Kasten). Die Existenz einer so bedeutenden Sammlung in der Schweiz sei Grund genug, diese auch dem Freiburger Publikum zugänglich zu machen, sagte Museumsdirektorin Verena Villiger am Montag vor den Medien. «Wir haben sonst nur selten die Gelegenheit, Künstler der klassischen Moderne auszustellen.»

Drei Lebensthemen

Die Picasso-Grafiken aus der Bloch-Sammlung sind in der Schweiz regelmässig zu sehen, in den acht Depositärmuseen und in anderen Institutionen. Das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg hat sich für seine Ausstellung auf die Themen «Pinsel», «Stier» und «Frau» konzentriert. «Alle drei Themen sind eng mit Picassos Leben verknüpft», so Projektassistentin Pauline Huillet.

 Unter dem Titel «Pinsel» geht es um die Auseinandersetzung Picassos mit seiner Arbeit als Künstler und mit der Tätigkeit des Malers im Allgemeinen. Er stellte oft Künstler bei der Arbeit dar, gerne auch mit Modellen. Allerdings habe es sich dabei nicht um Selbstporträts gehandelt, so Pauline Huillet, sondern um das Beobachten von Künstlerkollegen.

Andere Beispiele in der Ausstellung zeigen, dass Picasso sich ebenso sehr auf die Neudeutung alter Meister verstand, wie er auch selber zum Erneuerer der Kunst wurde. So erfand er 1962 in «Le Déjeuner sur l’Herbe» Edouard Manets gleichnamiges, aber 100 Jahre älteres Gemälde neu. Werke wie «Femme nue» aus dem Jahr 1913 stehen für jene Jahre, in denen Picasso den Kubismus mitbegründete.

Das zweite zentrale Thema ist der Stier, auch in Verbindung mit dem mythologischen Geschöpf des Minotaurus. Seinen ersten Stierkampf erlebte der Spanier Picasso als Zehnjähriger zusammen mit seinem Vater. «Die Faszination für die Corridas hat ihn sein Leben lang begleitet, auch als er längst in Frankreich lebte», sagte Pauline Huillet. Die Ausstellung zeigt in zahlreichen Beispielen die mehrfache Symbolik des Stiers und des Minotaurus für Picasso: als Zeichen der Kraft, der Männlichkeit, der Gewalt, der Monstrosität, aber auch der Opferrolle.

Frauen und Mythologie

Die Frau und die Erotik bilden schliesslich den letzten thematischen Schwerpunkt. Auch diese Motive waren für Picasso zeit seines Lebens wichtig. Allerdings seien sie umso stärker in den Vordergrund gerückt, je älter der Künstler geworden sei, so Verena Villiger. Auch in diesen Arbeiten spiele die Mythologie oft eine Rolle, so etwa in der Lithografie «Hommage à Bacchus» aus dem Jahr 1960.

Die drei zentralen Themen ergänzt die Schau mit einem biografischen Teil über Picasso und mit einer Einführung in die Techniken der Druckgrafik. Anhand von Beispielen des Meisters können die Besucherinnen und Besucher hier die Techniken des Tiefdrucks, des Hochdrucks und der Lithografie entdecken.

Museum für Kunst und Geschichte, Murtengasse 12, Freiburg. Vernissage: Mi., 30. April, 18.30 Uhr. Bis zum 17. August. Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, Do. bis 20 Uhr. Details: www.mahf.ch.

Die Sammlung: Regelmässig ausgestellt

M ehr als 2000 Druckgrafiken Picassos – hauptsächlich Erstabzüge – umfasste die Sammlung Georges Blochs (1901 – 1984). Rund 500 davon schenkte der Zürcher Textilindustrielle der Gottfried-Keller-Stiftung, verbunden mit der Auflage, sie regelmässig auszustellen. Er wollte damit der Befürchtung seines Freundes Picasso entgegenwirken, dass die Werke «in den Kellern der Museen» in Vergessenheit geraten könnten. Die Gottfried-Keller-Stiftung hat die Picasso-Grafiken in acht Schweizer Museen deponiert. cs

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