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Pilz und Baum leben eng zusammen

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Pilz und Baum leben eng zusammen

Einladung zu einem Gang durch das Pilzreservat im Chanéaz-Wald bei Montagny-les-Monts

Pilze werfen vom ersten bis zum letzten Tag ihres Lebens Sporen ab. Aus ihnen wächst unter günstigen Bedingungen Myzel und eine neue Generation Pilze. Dies ist eines der wissenschaftlichen Ergebnisse, das Pilzkundler im Pilzreservat Chanéaz gewonnen haben.

Von ANTON JUNGO

Als Objekt für die Erforschung der Fortpflanzung der Pilze diente ein Herbst-Eierschwamm. Dass Pilze sich über Sporen vermehren, war der Wissenschaft längst klar. Nicht klar war, wann sie diese entwickeln und in welcher Menge. Beim Eierschwamm nun konnte festgestellt werden, dass er ab dem ersten Tag, an dem er über der Erde zu wachsen beginnt, Sporen abwirft. Er setzt die Produktion von Sporen über mehrere Monate, bis er seinen Kopf im Tode neigt, fort. Eine Studentin hat sie für eine Diplomarbeit unter dem Mikroskop ausgezählt – es waren über 100 Millionen.

Für den Pilzfachmann François Ayer zeigt dieses Ergebnis deutlich auf, dass Pilzschontage, wie sie der Kanton Freiburg kennt, sinnvoll sind. Während der Schontage bekommen die Pilze eine Chance, für ihre Fortpflanzung zu sorgen. Ayer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Eidgenössischen Institut für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und verantwortlich für das Pilzreservat im Chanéaz-Wald. Seit 30 Jahren ermöglicht das Reservat die Pilzökologie in einem typischen Wald des Mittellandes zu erforschen.
Ein weiteres Reservat hat der Kanton Freiburg im Staatswald Höllbach eingerichtet. Dort können die Pilze in einem typischen Wald der Voralpen erforscht werden. Die Reservate sind schweiz- und europaweit einmalig. Und mit einem gewissen Stolz erzählt François Ayer, dass er schon aus Kanada Anfragen erhalten habe, wo der «Moosboden» im Höllbach liege. Ein Forscher war in einer wissenschaftlichen Studie auf den Namen gestossen.

Beobachtungen über lange Zeit

Die Reservate bieten den Forschern die Gelegenheit, die Pilzökologie in einem bestimmten Gebiet über eine lange Dauer zu erforschen. Dies ist gemäss François Ayer von besonderer Bedeutung, kennt man doch den Lebenszyklus der Pilze sehr schlecht. Er erwähnte dazu zwei Beispiele aus dem Chanéaz-Reservat: Auf einer Parzelle, die seit 1975 umzäunt ist und immer beobachtet wurde, wuchs 1998 auf einmal eine ganze Kolonie Steinpilze. Er führt dieses Phänomen auf den Umstand zurück, dass der Wald rund um die Parzelle gelichtet worden war. Dadurch erhielten die Steinpilze, deren Myzel wohl immer im Boden vorhanden war, die richtigen Lebensbedingungen.

Noch frappanter ist das Beispiel eines Lärchen-Milchlings, der 1993 auf der gleichen Parzelle auftauchte. Dieser Pilz war an dieser Stelle noch nie beobachtet worden. Aus schriftlichen Quellen weiss man aber, dass die Lärche dort 1899 gepflanzt worden war. Mit dem Baum waren damals sicher auch die Keime des Pilzes, der in Symbiose mit ihm lebt, verpflanzt worden.

400 Pilzarten auf 75 Hektaren

Im Chanéaz-Reservat sind verschiedene Parzellen ausgeschieden und umzäunt. Jede soll auf eine bestimmte Frage Antwort geben: Wie verhalten sich Pilze im alten oder im jungen Wald? Welche Folgen hat das Abholzen und die Durchforstung? Wie sind die Pilze der gleichen Art miteinander verwandt? Haben sie das gleiche Erbmaterial? usw. Neu hat François Ayer eine Fläche mit Birken bepflanzen lassen. Er ist überzeugt, dass darauf eine ganz bestimmte Pilzkultur wachsen wird.

Auf dem Reservat, das total 75 Hektaren umfasst, wurden bis jetzt 400 Pilzarten registriert. Der Pilzfachmann glaubt aber, dass bei systematischer Erforschung bis zu 550 Arten gefunden werden könnten. Rund 60 der bis jetzt bekannten Arten wachsen nur unter dem Boden. Man hat festgestellt, dass pro Hektare rund 1300 kg Pilze im Erdreich leben.

François Ayer würde es begrüssen, wenn die Stellen, wo heute wissenschaftliche Studien und Beobachtungen gemacht werden, mit Steinen markiert würden. Dies würde es interessierten Wissenschaftlern ermöglichen, eine Beobachtung auch nach Jahrzehnten wieder zu verifizieren.

Tage der offenen Tür

Zum 30-jährigen Jubiläum des Pilzreservates organisiert das kantonale Amt für Wald, Wild und Fischerei zusammen mit dem WSL Tage der offenen Tür. Für diesen Anlass wurden sieben Posten eingerichtet, an welchen die Besucher Einblick in die Welt der Pilze und in das Zusammenleben von Baum und Pilz erhalten. Es kommen aber auch Fragen des Pilzesammelns und der Waldbewirtschaftung – auch auf Deutsch – zur Sprache.

Für die Tage der offenen Tür wird auch eine kleine Pilzausstellung und eine Informationswand aufgebaut.

Tage der offenen Tür: Freitag, 9. September, reserviert für Schulen; Samstag, 10. September, von 9 bis 16 Uhr, für alle. Zu jeder vollen Stunde findet eine Führung statt. Der Freitag, 16. September, ist als Reservetag vorgesehen. www.fr.ch/sff/

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