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«Pinocchio» – rundum gutes Theater

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«Pinocchio» – rundum gutes Theater

Deutsches Theater im «Nuithonie» von Villars-sur-Glâne

«Pinocchio», die Geschichte einer Holzpuppe, die zum Leben erwacht: Im «Nuithonie» von Villars-sur-Glâne war das mit Livemusik untermaltes Theater, herrlich gespielt vom Talman-Ensemble und applaudiert von einem zahlreichen Publikum.

Von IRMGARD LEHMANN

«Pinocchio», die Geschichte des Hampelmannes, beginnt mit einem alten Mann, der aus einem Stück Holz eine Puppe schnitzt. Eine Puppe, die zum Leben erwacht und wissen will, was Leben überhaupt ist. Doch wer frei und unabhängig sein will, muss das teuer bezahlen. So die Moral der Geschicht. «Pinocchios» Abenteuer sind eine Odyssee durch die Wirrungen des Lebens. Eine komplizierte Geschichte, in der viel
Mysteriöses steckt und die alles andere als ein Spiel für Kinder ist.

Hervorragende Schauspieltruppe

So hat am Sonntag im «Nuithonie» von Villars-sur-Glâne» Erich Furrer, als überaus wendiger, neugieriger und naiver Pinocchio, die Zuschauer – fast alles Erwachsene – mit auf eine amüsante und auch lehrreiche Entdeckungsreise genommen. Gekonnt wechselte er von der Figur «Pinocchio» (man fragte sich, wie lange er wohl das kantige Stolzieren und Agieren à la Holzpuppe geübt hat) zum Schriftsteller, der eben dran ist, die Geschichte neu zu schreiben.

Theater auf zwei Ebenen, vollgespickt mit Sinnfragen und einigen Antworten: «In der Schule machen sie aus dir eine Marionette, damit du dich später von morgens früh bis abends spät abrackerst», sagt Docht, der Pinocchio ins Schlaraffenland entführt. Überhaupt sei von Lehrern abzuraten, denn das Leben lerne sich niemals in der Schule, sondern nur draussen in der weiten Welt. Pinocchio, überzeugt davon, kehrt der Schule den Rücken: «Ach, wie sind doch die Kinder zu bedauern – immer erteilen Erwachsene Ratschläge», meint er irgendwann.

Ein steiniger Weg

Doch auf dem Weg in die Erwachsenenwelt erlebt er viel Ungemach. Er wird vom Mafioso – überaus köstlich und treffend dargestellt von Niklaus Talman – und seiner Geliebten (überzeugend gespielt von Kuska Cáceres) nach Kanten übers Ohr gehauen. Wunderbar agiert aber auch Luc Spori als Vater. Sein geneigter Gang, seine lumpige Kleidung – ein herrliches Gegenstück zur verrruchten Scheinwelt rundherum.

Doch auch Sibilla Semadeni als Barfrau und Fee wie Martin Maurer in der Rolle des Docht und Feuerfressers berühren mit unerwarteten Aktionen.

Collodis «Pinocchio» von Villars-sur-Glâne lebte allerdings nicht nur von der Sprache, sondern ebenso von der Musik. Das italienische fünfköpfige Emsemble «Accademia Amata» verlieh dem Stück mit seinem Liveauftritt viel Verve und erinnerte mit seinen Melodien (Musik von Tommy Fortmann) an Brecht-Songs, Fellini-Filme und an italienische «Dolce vita».

«Pinocchio» wurde vor über 100 Jahren vom Italiener Carlo Collodi als Zeitungsroman geschrieben.
Erstmals deutsches Theater

Mit «Pinocchio» wurde im «Nuithonie» von Villars-sur-Glâne erstmals deutsches Theater geboten. Mit Erfolg. Die drei Aufführungen waren quasi ausgebucht. Für ein relativ kleines Berufsensemble ist der Theatersaal mit den gut 100 Plätzen geradezu ideal. Der Zuschauer fühlt sich mitten im Geschehen und auch der Schauspieler Niklaus Talman hatte nur lobende Worte übrig: «Wir wurden sehr gut aufgenommen und ist uns auch nach Villars-sur-Glâne gefolgt.»

Das Talman-Ensemble wird «Pinocchio» im Jahr 2006 auch in Bern, Basel und Zürch aufführen. Geplant ist ebenfalls eine Tournee durch Italien: Talman: «Dafür werden wir das Stück in Italienisch einstudieren.» il

Infos: Talman-Ensemble, Schlossstrasse 16, 3182 Überstorf; talman.niklaus@bluewin.ch

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