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Pizza-Face

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Nachdem ich immer wieder Sätze gehört habe wie «Das darfst du nicht sagen!» oder «Das ist frech und verletzend!» oder «Schäm dich!», habe ich mir angewöhnt, meinen derben, manchmal etwas zu ungefilterten (schwarzen) Sarkasmus bis zur Hirnrinde zu formulieren, aber weiter nicht. Es gibt einfach Themen, da verstehen die Leute keinen Humor oder erst dann, wenn sie besoffen sind oder in der Herde mitgrölen dürfen. Zum Beispiel Religion.

 

Ich habe jetzt gerade zwei Taufen, eine Beerdigung, einen nicht enden wollenden Einkehrnachmittag für Firmpaten, einen Erstkommunionsvorbereitungsgottesdienst – ist das das längste Wort im Duden? –, also insgesamt fünf Gottesdienste innerhalb einer Woche hinter mir. Ich wollte diese Kolumne zuerst dem christlichen Martyrium widmen – muss denn da immer so gelitten werden, herrgottnochmal? Noch zwei Messen mehr, und man müsste mir die Knie­scheiben transplantieren und die Hostien vom Gaumen kratzen. Aber über Religion macht man (laut Friends, Fans & Family) keine fiesen Sprüche. Nur fünfjährige knuddelige Töchter dürfen das. Tochter zeigt während der zweistündigen Messe auf den Jesus am Kreuz, der von seinem Künstler einen wirklich sehr ausgeprägten überdimensionalen Kranz auf den Kopf geschmiedet bekam, und sagt halblaut: «Papi, ist das da vorne die Freiheitsstatue?»

 

Ja, lacht nur. Die halbe Kirche gab daraufhin nur noch ein holperiges «Vater unser» von sich. Hätte ICH oder IHR diesen Witz gemacht, hätten alle den Kopf geschüttelt und sich dabei den Bussgürtel enger geschnürt. Ich habe hierfür noch andere Beispiele – keine Angst, alle Beispiele sind völlig frei von Blasphemie:

«Papi, ist der Mann behindert?» – Papi nimmt beschämt dem schielenden Pöstler das Zalando-Päckli ab.

Im Bus: «Papi, isst diese Frau nur Bigmäc?» – Papi grüsst verlegenen sein (hoffentlich französischsprachiges) dickes Gegenüber.

Frage der attraktiven Kinderärztin an die Tochter wegen akutem Verdauungsproblem: «Welcher Pups stinkt von deinen Geschwistern und dir am meisten?» – «Papis.»

Bin ich der Einzige, der denkt, dass Kinder immer eins mehr dürfen als Erwachsene?

 

Das letzte Fischstäbli? Gehört dem Kind. Der letzte Schluck Rivella? Gehört dem Kind. Das neue trockene Tüechli? Kind. Letzter Sitzplatz? Kind. Letztes Darvida, letztes Chicken Nugget, letztes Stück Kuchen von VATERS Geburtstagskuchen? ES GEHÖRT DEM KIND!!! Kinder haben mehr Ferien, mehr Freunde, mehr Fun, und zwar solange sie süss und schnuselig und unschuldig sind – wie kleine Kätzchen. AAAABER: Kommt die Metamorphose, inklusive Akne, Schweissgeruch, Gekrächze und Gemotze, dann kommt die Rache für all das Wegfressen und Leersaufen im Katzenkörbchen. Ab diesem Zeitpunkt wird einem kein fieser Witz mehr verziehen. No Ferien, no Friends, no Fun. Gewöhn dich daran, mein Sohn. Das Leben ist hart. Verdammt hart. «Yes, Sir!» Ich kann dich nicht hören? «YES SIR!» SPRICH LAUTER, PIZZA-FACE! «YEEESSSSS, SIIIIR!!!»

 

So ist’s gut. Kannst das letzte Fischstäbli haben.

 

And now, something completely different. (Monty Python)

Pascal Vonlanthen alias Gustav ist Musiker und lebt in Freiburg. Als FN-Gastkolumnist schreibt er regel­mässig über selbst gewählte Themen.

 

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