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Plädoyer für einen sauberen Sport

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Über den Sport wird viel geredet, aber zu wenig nachgedacht. Dabei gibt es sehr grundsätzliche Fragen. Zum Beispiel, wem der Sport eigentlich gehört und wer ihn wohin lenkt. Oder was aus dem gesunden Geist geworden ist, der zum gesunden Körper gehört. Und was ist das überhaupt, dieser gesunde Geist?

Pierre de Coubertin hat das seinerzeit wohl anders gesehen, als es die Dompteure des Weltsports von heute sehen. Für einige von ihnen heiligt so ziemlich jedes Mittel den Erfolg – vom Doping bis zur Korruption. Mit anderen Worten: Der Sport gehört nicht mehr dem Sport. Er gehört seinen Machern. Ihre Rechnung geht allerdings nur auf, wenn alles ins Unvorstellbare getrieben wird: unvorstellbare Rekorde, unvorstellbare Spektakel, unvorstellbare Duelle, unvorstellbare Schinderei, unvorstellbare Inszenierung, unvorstellbare Grössenordnungen und vor allem unvorstellbare Emotionen. Also wird an der Spirale der Überbietungslogik gedreht, bis sie irgendwann kippt.

Beim Weltspitzensport ist es wie bei Frau Müller, die aus dem 50. Stock eines Hochhauses springt, und beim 12. Stock haben alle noch das Gefühl, dass bei Frau Müller eigentlich alles im grünen Bereich ist. Nur ist es vom 12. Stock nicht mehr weit bis zum Boden. Höchste Zeit also zu fragen, ob der Höchstleistungssport noch zu seinen Idealen steht oder nicht. Ja oder nein? «Ja» würde bedeuten: fort mit Doping, fort mit Betrug, fort mit Kartellen und erst recht fort mit dem irrwitzigen Milliardenpoker um Fernsehrechte, um Spielerkäufe und um Topsaläre. Fort mit Pyros, fort mit Chaoten, fort mit der Gewalt in den Stadien und auch fort mit dem Getue, nach jedem Tor just dort jubelnd die Gitter hochzuklettern, wo die Totenkopffahnen wehen und die Fackeln brennen.

Natürlich ist nicht alles morsch im Sport. Der Sport-Apparat produziert viele zauberhafte Momente. Er macht jetzt gerade auf unzähligen Plätzen Menschen in grosser Zahl glücklich. Warum also all die Exzesse? Ist ein bisschen mehr Spektakel wirklich Abfahrtspisten wert, die im Paraplegiker-Zentrum enden? Sind rudelweise Eigenbluttransfusionen in Kauf zu nehmen? Wie ist es möglich, dass massenhafte Vergewaltigungen von Kunstturnerinnen im Mädchenalter bis hinauf zu Olympiasiegerinnen jahrelang unentdeckt bleiben? Wie viele Ampeln müssen noch von Grün auf Orange und von Orange auf Rot wechseln?

Schon fragen sich immer mehr Sponsoren, ab wann der schlechte Ruf der Fifa oder des IOC ihren eigenen Ruf zu beschädigen beginnt. Denn wenn – dann wird es gefährlich. Sponsoren brauchen einen positiven Imagetransfer und suchen zunehmend die ethisch sichere Seite. Erste Boykotte gibt es schon. Andere Firmen legen fest, wofür Sponsorengelder verwendet werden dürfen – und wofür nicht. So setzen immer mehr Unternehmen neue Massstäbe und zwingen den Sport zur Vernunft, indem sie der moralischen Perspektive einen materiellen Wert geben.

Beim Wiedergewinn des Vertrauens ist der Sport in seiner ganzen Breite gefordert, auch der Schweizer Sport. Entscheidend ist das Verhalten jedes Verbands, jedes Vereins, jedes Präsidenten, jeder Trainerin, jedes Trainers, aller Aktiven, jeder Sportpolitikerin und jedes Sportjournalisten. Denn darauf kommt es an: Der Sport muss wieder in den Mittelpunkt – und nicht das Business.

Viel wichtiger als das IOC oder die Fifa sind unsere Sportvereine. Denn wir ­brauchen den Sport, auch einen sauberen Spitzensport. Wir brauchen ihn, weil wir Vorbilder brauchen. Wir brauchen den Sport als Triebfeder. Wir brauchen ihn als Inbegriff des Spielens, der Freude, der Spannung, des Glücks, des Vergessens und Vergebens. Wir brauchen ihn als Chance des Neuanfangs nach jedem Schlusspfiff. Wir brauchen ihn, weil er uns guttut. Wir brauchen ihn, weil er so schön sein kann. Wir brauchen ihn als Hort des Fairplay. Wir brauchen ihn, um anständig verlieren und vor allem anständig gewinnen zu lernen. Wir brauchen ihn, um jeden Tag besser zu werden. Wir brauchen ihn als Juwel in einer an Scherben reichen Welt. So soll es sein. Der Kampf dafür lohnt sich.

Daniel Eckmann ist Jurist, Partner im Beratungsunternehmen Klaus-Metzler-Eckmann-Spillmann sowie Lehrbeauftragter für strategische Kommunikation an der Universität Bern. Zuvor war er Stellvertretender Generaldirektor des Medienunternehmens SRG SSR und zwölf Jahre Delegierter für Kommunikation von Bundesrat und Bundespräsident Kaspar Villiger. Eckmann war von 1969 bis 1981 Goalie des BSV Bern und 95-facher Handball-Internationaler. Er wohnt und arbeitet in Murten.

 

 

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