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Pleiten, Pech und Pannen und ein Dopingfall im Team: Wird Jonas Vingegaard zum Helfer degradiert?

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Nun ist Visma der grosse Verlierer des Jahres. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Deutsche Michel Hessmann für vier Monate gesperrt wird, weil bei einer Dopingprobe im Sommer 2023 Spuren eines Diuretikums entdeckt worden waren. Diuretika sind Substanzen, die entwässernd wirken; sie stehen auf der Dopingliste, weil sie helfen können, andere verbotene Substanzen aus dem Körper zu spülen.

Nach einem schweren Sturz bestritt Jonas Vingegaard drei Monate kein Rennen mehr und seine Edelhelfer sind ausser Form. Dazu überschattet ein Dopingfall die Vorbereitung auf die Tour de France, wo der Däne seinen dritten Sieg in Folge anstrebt. Im letzten Jahr war das Team Visma unbesiegbar. Erst gewann Primoz Roglic den Giro, dann Jonas Vingegaard zum zweiten Mal in Folge die Tour de France und zum Abschluss feierte das holländische Team bei der Vuelta einen Dreifachsieg: Edelhelfer Sepp Kuss vor Vingegaard und Roglic. Nun ist Visma der grosse Verlierer des Jahres. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Deutsche Michel Hessmann für vier Monate gesperrt wird, weil bei einer Dopingprobe im Sommer 2023 Spuren eines Diuretikums entdeckt worden waren. Diuretika sind Substanzen, die entwässernd wirken; sie stehen auf der Dopingliste, weil sie helfen können, andere verbotene Substanzen aus dem Körper zu spülen.

Pleiten, Pech und Pannen bei Visma

Es ist der erste Dopingfall beim Team Visma, das vor einem Jahrzehnt aus dem dopingverseuchten Rennstall Rabobank hervorgegangen und in den Folgejahren zur Nummer eins des Pelotons geworden war. Hessmann beteuert, er habe ein verunreinigtes Medikament eingenommen. Auch sportlich hat Visma ernüchternde Monate hinter sich. Roglic hat das Team verlassen. Sepp Kuss ist ausser Form. Und Wout van Aert, ein weiterer Edelhelfer von Jonas Vingegaard, erlitt bei einem Sturz Ende März einen Schlüsselbein- sowie mehrere Rippenbrüche. Der Belgier verpasste deshalb die Flandern-Rundfahrt, Paris–Roubaix und das Amstel Gold Race.

Nach einem Sturz verpasste Wout van Aert die Frühjahrsklassiker.
Bild: Martin Divisek/epa

Noch schlimmer als ihn erwischte es nur Jonas Vingegaard selber. Bei der Baskenland-Rundfahrt im April geriet der Däne in einen fürchterlichen Massensturz. Neben einem Schlüsselbein- und mehreren Rippenbrüchen erlitt der 27-Jährige eine Lungenprellung und einen Pneumothorax. Zwölf Tage lag Vingegaard im Krankenhaus, erst anderthalb Monate nach dem Sturz kehrte er in den Sattel zurück. Zuletzt absolvierte der Däne im französischen Tignes ein Höhentrainingslager. Rennen bestritt er keine.

Pogacar fährt von Sieg zu Sieg

Sein slowenischer Dauerrivale Tadej Pogacar fuhr unterdessen von Sieg zu Sieg. Ende Mai gewann der Tour-de-France-Sieger von 2020 und 2021 bei seiner ersten Teilnahme den Giro d’Italia mit fast zehn Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten und entschied dabei sechs Etappen für sich.

Der 25-jährige Pogacar strebt als erster Fahrer seit Italiens Ikone Marco Pantani 1998 den Sieg bei Giro d’Italia und Tour de France im selben Jahr an. Vor ihm hatte das nur ein Sextett geschafft. Nicht weniger als dreimal der Belgier Eddy Merckx (1970, 1972 und 1974), je zweimal der Italiener Fausto Coppi (1949 und 1952), der Spanier Miguel Indurain (1992 und 1993) und der Franzose Bernard Hinault (1982, 1985) und je einmal sein Landsmann Jacques Anquetil (1964) und der Ire Stephen Roche (1987).

Ende Mai gewann Tadej Pogacar den Giro d’Italia.
Bild: Andrew Medichini/ap

Team Visma dämpft Erwartungen

Jonas Vingegaard hingegen befand sich in einem Rennen mit der Zeit. Bis anderthalb Wochen vor dem Start der Tour de France (am Samstag, 29. Juni) war unklar, ob der Sieger der beiden letzten Jahre antreten kann. Lange hiess es vonseiten seiner Equipe, Vingegaard werde in Florenz nur an den Start gehen, wenn er sich dazu in der Lage fühle, «um das Maillot jaune zu kämpfen» und den dritten Gesamtsieg in Folge einzufahren. Nun dämpften bei Bekanntgabe des Aufgebots nicht nur sein Team Visma, sondern auch Vingegaard selber die Erwartungen. Er freue sich, starten zu können, die letzten Monate seien nicht einfach gewesen. Er fühle sich gut und motiviert, aber «natürlich bin ich sehr gespannt, wo ich stehe».

Die Tour de France 2024 startet in der italienischen Stadt Florenz.
Bild: zvg

Anspruchsvoller Start in Italien

Merijn Zeeman, einer der sportlichen Leiter bei Visma, sagte gegenüber holländischen Medien: «Er ist noch keine Rennen gefahren und seine Vorbereitung war, gelinde gesagt, alles andere als ideal. Wir wissen nicht, wozu er in der Lage ist. Aber er wird am Start sein, gesund und motiviert.»

Wozu Vingegaard in der Lage ist, dürfte sich bereits in den ersten Tagen der Tour de France zeigen, die ohnehin meist sehr hektisch sind. Die ersten drei Etappen führen alle über 200 Kilometer, am ersten Tag zwischen Florenz und Rimini müssen knapp 4000 Höhenmeter bewältigt werden. Erwartet wird, dass Pogacar, Primoz Roglic und auch Remco Evenepoel Vingegaard pausenlos attackieren und versuchen werden, ihn bereits zu distanzieren. Schon am vierten Tag wird der zweifache Tour-de-France-Sieger seine Karten auf den Tisch legen müssen. Dann geht es in der ersten grossen Bergetappe von Italien nach Frankreich und im Finale über den Col du Galibier (2642 Meter über Meer). Bei dieser Kletterpartie über 23 Kilometer Anstieg wird sich spätestens zeigen, ob Vingegaard auch bei der Tour de France 2024 ein Kandidat für das gelbe Trikot sein wird.

Jorgenson als Ass im Ärmel

Eurosport-Experte Jens Voigt glaubt daran, dass Vingegaard dazu in der Lage sein wird. Er sagt: «Als zweifacher Sieger, als Titelverteidiger und fürstlich bezahlter Kapitän gehst du nicht an den Start, um Edelhelfer zu sein oder um die Sponsoren glücklich zu machen. In dieser Liga geht man nur an den Start, wenn man glaubt, dass man gewinnen kann.»

Allerdings steht auch beim Team Visma, das mit einem Budget zwischen 40 und 50 Millionen Franken operiert, der Erfolg des Teams über allem. Deshalb ist es denkbar, dass Vingegaard zum Edelhelfer degradiert wird, sollte er in den ersten Tagen nicht mit den Besten mithalten können. Der sportliche Leiter Merijn Zeeman sagte dazu kryptisch: «Es gibt immer auch eine taktische Komponente. Es ist ein sehr schwieriges Puzzle.»

Ein Ass im Visma-Poker: Matteo Jorgenson.
Bild: Keystone

Während sich der Amerikaner Sepp Kuss in den letzten Monaten weit von seiner Bestform entfernt präsentiert hat, könnte das Ass im Ärmel Matteo Jorgenson heissen. Beim Critérium du Dauphiné fuhr der 24-Jährige in drei von sechs Etappen aufs Podest und beendete die Hauptprobe für die Tour de France acht Sekunden hinter Roglic, aber vor Carlos Rodriguez (Ineos) und Evenepoel auf Rang zwei. Im März gewann er zudem Paris–Nizza.

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