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«Politisieren ist meine Leidenschaft»

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SP-Grossrätin Anne-Claude Demierre möchte ihre politische Laufbahn im Staatsrat fortsetzen

Autor: Mit ANNE-CLAUDE DEMIERRE sprach WALTER BUCHS

Eine Wahlkampagne und noch mehr ein Regierungsmandat verlangen viel Engagement und Verfügbarkeit. Warum reizt Sie das?

Im Jahr 2005 durfte ich den Grossen Rat, dem ich seit zehn Jahren angehöre, präsidieren. Bei den rund 220 Auftritten habe ich gespürt, wie sehr ich den direkten Kontakt mit der Bevölkerung schätze. Ich habe mich in der Politik immer proaktiv und nicht bloss reaktiv engagiert, um zu versuchen, Sachen zu verändern. Das hat beispielsweise damit begonnen, dass ich mich in La Tour-de-Trême für einen Schulbus eingesetzt habe. Das Engagement für die Öffentlichkeit ist sozusagen meine Leidenschaft.

Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte?

Mit den bisherigen Erfahrungen im Rucksack möchte ich mich namentlich mit drei politischen Herausforderungen befassen: die verschiedenen Dienstleistungen in der Familienpolitik wie Krippenplätze zu erschwinglichen Preisen oder die ausserschulische Betreuung weiterentwickeln, die Verstärkung des Bildungswesens beispielsweise mit dem zweiten Kindergartenjahr und mit vertretbaren Klassengrössen sowie die Schaffung eines effizienten Service public.Bei meinem Vorgehen ist es mir immer wichtig, zuerst zuzuhören, die Anliegen der Bevölkerung zu verstehen und diese dann auf politischer Ebene einer Lösung zuzuführen. Als logischen Schritt habe ich nun das Bestreben, dies auch in der kantonalen Exekutive umzusetzen.

Aus Ihren Aussagen geht hervor, dass die Nähe zur Bevölkerung ein wichtiger Teil Ihres politischen Engagements ist. Alle Kandidierenden geben aber vor, am Puls der Bevölkerung sein zu wollen. Was ist bei Ihnen anders?

Ob ich das anders oder besser mache als andere, bleibe dahingestellt. Fest steht, dass mir der Kontakt zu den Leuten wichtig ist und ich diesen auch mit Leichtigkeit finde. Man telefoniert mir häufig oder spricht mich auf der Strasse an, um ein Anliegen vorzutragen. Als Gemeinderätin bin ich täglich mit Lebensproblemen konfrontiert.Die Nähe zum Volk gehört wohl zu meinem speziellen Profil, wie das in meiner Art zu politisieren zum Ausdruck kommt. Ich habe keinen akademischen Titel, habe einen Lehrabschluss als Buchhändlerin und bin auch als Mutter immer mit einem Bein noch im Beruf gestanden. Zudem bringe ich eine reiche Erfahrung als Familienfrau mit. Wenn ich betrachte, was um mich herum passiert, darf ich sagen, das all diese Erfahrungen zusammen genommen der Regierungsarbeit gut tun würden.

Als Grossratspräsidentin hatten Sie Gelegenheit, alle Regionen des Kantons besser kennenzulernen. Was beschäftigt die Leute am meisten?

In der Bevölkerung ist die klare Erwartung vorhanden, dass man die Familienpolitik konkret weiterentwickelt. Ich habe auch gespürt, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen mit hoher Wertschöpfung ein zentrales Anliegen ist. Dabei sollte die Raumplanung so gestaltet sein, dass dies ebenfalls in den einzelnen Regionen der Fall ist, auch wenn ein starkes kantonales Zentrum befürwortet wird.Ich durfte an vielen Vereins- und Verbandsanlässen teilnehmen, wo enorm viel Freiwilligenarbeit geleistet wird. Es ist wichtig, dass wir die reichhaltige Arbeit der kulturellen und sportlichen Vereinigungen mit entsprechender Unterstützung, namentlich mit Geldern der Loterie Romande, weiterhin ermöglichen und ihr die nötige Wertschätzung entgegenbringen.

Nichts Besorgniserregendes?

Leider schon. Ich habe beispielsweise etliche Leute angetroffen, die mit dem, was sie verdienen, nicht durchkommen. Das Los der «Working Poor» bereitet mir grosse Sorgen. Es darf doch nicht sein, dass jemand mit einer Vollzeitstelle seine Familie nicht durchbringen kann. Diesem Problem müssen wir uns stellen, etwa mit Ergänzungsleistungen für Familien.

Sie vermitteln den Eindruck einer resoluten Persönlichkeit mit klarem persönlichem Standpunkt. Die Arbeit in einem Kollegium wird da nicht einfach sein?

Das ist überhaupt kein Problem für mich. Seit 16 Jahren lebe ich das Kollegialitätsprinzip in einem Gemeinderat. Ich weiss, wie man Dossiers verteidigt und dass man sehr gut vorbereitet sein muss. Es ist mir ebenfalls klar, dass man nicht alles erreichen kann und Schritt um Schritt vorzugehen hat.Auch wenn ich entschieden für die sozialdemokratischen Überzeugungen einstehe und dafür kämpfe, kann man mit mir reden. Ist ein Entscheid einmal gefällt, stehe ich dahinter. Wenn es zum Erreichen eines Zieles tausend Schritte braucht, dann muss man auch mal mit dem ersten beginnen.

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