Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Polizist spielen wollen wir nicht»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es gibt ihn an jeder Tankstelle und in fast jedem Dorfladen zu kaufen, und er ist für knapp drei Franken zu haben: der Einweggrill. Er eignet sich beispielsweise für Kurzentschlossene, die sich nach Feierabend spontan dazu entscheiden, irgendwo in einem Park oder an einem Gewässer noch ein Stück Fleisch zu grillieren.

300 Franken pro Loch

Weniger Freude an den Wegwerfgrills haben die Stadtgärtner. Denn wer seinen Alugrill auf einem Rasen platziert, hinterlässt ein Brandloch. Die Stadt Zürich geht davon aus, dass es 300 Franken kostet, um bei einem einzigen Brandloch den Rasen wieder instand zu stellen.

So genau beziffern kann der Freiburger Stadtgärtner Thierry Wieland den Schaden nicht. Ihn ärgert vor allem, dass die Brandlöcher eine ideale Einfallspforte für Unkraut sind: Ist der Rasen einmal weggebrannt, kann sich das ungeliebte Unkraut an dieser Stelle ungehindert verbreiten–es wächst einiges schneller als der Rasen.

«Nehmen keine Rücksicht»

Während in Zürich und Lausanne ganze Rasenflächen in Parks wegen der Brandlöcher wie Flickenteppiche aussehen, ist das Problem in der Stadt Freiburg nicht so gross: «Wir haben ab und zu Brandlöcher wegen Wegwerfgrills, aber wir haben nicht Hunderte Löcher wie in anderen Städten», sagt Wieland. Trotzdem ärgert er sich über die Gedankenlosigkeit der Leute: «Sie überlegen sich nichts und nehmen keine Rücksicht.»

Manche stellten ihren Einweggrill auf Holztische statt auf den Boden. «Das ist auch nicht besser.» Gegen das Übel vorzugehen sei schwierig: «Tagsüber wird ja in den Parks nicht gegrillt–und in der Nacht Polizist spielen wollen wir nicht», sagt Wieland.

Ähnlich sieht das Stefan Portmann, Bauverwalter von Murten. Grundsätzlich ist es verboten, auf der Murtner Pantschau am See Feuer zu entfachen. Trotzdem gibt es dort ab und zu ein Brandloch, das von einem Einweggrill stammt. «Das Feuerverbot zu kontrollieren ist schwierig», sagt Portmann. «Da müsste ja jemand das ganze Wochenende über auf der Pantschau sein; das wäre zu viel Aufwand.»

«Etwas chüderlen»

Auch Murten wird den wenigen Brandlöchern Herr: «Das Loch ist ja nicht riesig», sagt Portmann; «da muss man etwas pflegen und chüderlen, dann kommt der Rasen wieder». Gar kein Problem mit Einweggrills gibt es rund um den Schwarzsee, wie der Plaffeier Gemeindeschreiber Gérald Buchs sagt.

Ein grosser Aufschrei aus brandlochgeplagten Städten wie Zürich und Basel letzten Sommer hat aber dazu geführt, dass der Grossverteiler Migros den Einweggrill auf diese Grillsaison hin aus dem Sortiment genommen hat. Obi–der Baumarkt der Migros–sei sich des Problems des Einweggrills ebenfalls bewusst, schreibt Migros-Mediensprecherin Monika Weibel den FN. Obi habe daher «alle problematischen Einweggrills aus dem Sortiment genommen».

«Die Wahlfreiheit lassen»

Jedoch habe der Baumarkt einen neuen Wegwerfgrill im Sortiment: «Green Box BBQ». Dieser habe eine spezielle kompostierbare Bodenplatte; «bei sachgemässer Verwendung können keine Brandlöcher mehr entstehen». Auch Migrolino setze auf diesen neuen Einweggrill. Er komme ohne Aluminium aus, sei kompostierbar und produziere so 93 Prozent weniger Restmüll als der bisherige Alugrill, schreibt Weibel.

Coop verkauft noch immer Einweggrills. «Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden weiterhin die Wahlfreiheit lassen», schreibt Mediensprecher Ramón Gander den FN. Allerdings wurde der Grill modifiziert: «Er steht jetzt auf stabilen, knapp 20 Zentimeter langen Beinen, die man aufklappen kann»; so werde der Boden nicht mehr verbrannt. Auch sei die Gebrauchsanleitung verbessert worden. Und: «Der Einweggrill kann nach Gebrauch in jeden Coop-Supermarkt zurückgebracht werden, wo er fachgerecht entsorgt wird.» Auch stamme die Holzkohle aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Die kleine Alternative

So können nun also kurz entschlossene Griller mit gutem ökologischem Gewissen auf Einweggrills setzen. Oder sie kaufen sich für knapp zwanzig Franken einen farbenfrohen Mini-Kugelgrill, der tragbar ist. Und erst noch wiederverwendbar.

Sommerzeit ist auchGrillzeit.In einer losen Serie gehen die FN Fragen rund um das Grillieren nach.

Mehr zum Thema