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Polo, Gölä und die Luftgitarren

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Polo, Gölä und die Luftgitarren 6000 Fans am Berner Mundartrock-Gipfel im Forum Freiburg Samstag, 17 Uhr: Türöffnung. Aus der ganzen Schweiz sind die Fans angereist, um dem Berner Mundartrock-Gipfel im Forum Freiburg beizuwohnen. Alt-Hippies stehen neben Windel-Füllern, Primarschüler neben Managern, die Gel-Frisuren aus der Wertschriften-Abteilung neben den geföhnten Dauerwellen vom Lande. Die Frühankömmlinge geniessen draussen die letzten Sonnenstrahlen und die Familien reduzieren ihr Ferienbudget in der Halle bei einer Runde Pizza. Das langsamere Pferd 19 Uhr: Die Musik beginnt. Raph Krauss darf mit seiner Band die Bühne anwärmen. Krauss ist neben Gölä das zweite Pferd, das Manager Tom Metzger an diesem Abend im Rennen um die Zuschauergunst auf die Bühne schickt. Und bestimmt das langsamere. Raph Krauss steht für überraschungsarmen Mundartrock mit Herz-Schmerz-Texten aus dem Poesie-Album. Die Halbwertszeit der Songs entspricht etwa der Durchlaufzeit einer Dose Bier. Will meinen: In der Halle summt man Refrains noch mit und hält sie für den nächsten grossen Hit, aber auf der Toilette hat man sie schon wieder vergessen. Pause. Stichwort Toilette: Vor den Türen hat sich schon eine Warteschlange jener gebildet, die ihren Tank leeren müssen. Angestanden wird dreispurig; wenns eilt, sind alle Menschen gleich. Polo-Alarm 20 Uhr: Eine süssliche Rauchwolke schwebt über der Halle – Polo-Alarm. Polo Hofer – der Mann, der den Berner Rock erfunden hat. Der Mann, der den Joint in der Schweiz salonfähig gemacht hat. Der Mann, der hinter seiner Sonnenbrille älter aussieht, als er jemals werden könnte. Aber er ist gut drauf an diesem Abend: «Mein Name ist Julio Iglesias – ihr könnt mich Jules nennen.» Polo versucht sein Glück zunächst mit einigen neueren Stücken, aber der Funke im Publikum will nicht so recht springen. Erst mit «Stüehl ewägg» kommen die zwölftausend Beine ein erstes Mal in Schwung. Und als das Lied plötzlich zu «Stir it up» mutiert, verneigt sich Polo ehrfürchtig und mit einem Augenzwinkern vor Kifferkönig Bob Marley. Die Musiker beissen sich routiniert durch Popsongs, durch Rock, Blues, Rumba, Rock’n’Roll, Zydeco und Walzer. Die Schmetterband gehört halt noch immer zum Besten, was die Schweizer Pop-Szene zu bieten hat. Polo singt, schreit, jololodidudelt und r-a-p-p-t sich durch sein Repertoire und spielt dazu enthusiastisch die Luftgitarre. Musikalisch gesehen lebt Polo leider schon seit einem Jahrzehnt von früheren Grosstaten. Auf den letzten Platten hat er sich meist darauf beschränkt, die alten Lieder zu überarbeiten und sie mit neuem Text nochmals aufzunehmen. Und wenn ihm überhaupt nichts mehr einfällt, beginnt er, englische Songs ins Berndeutsche zu übersetzen: Bob Dylans «Leopard-Skin Pill-Box Hat» wird in Polos Händen zum «Schlangelädergurt», Marc Cohns Pianoballade «Walking in Memphis» zum Kirchgang mit Berner Gospel. Die alten Songs von den neuen zu unterscheiden ist auch für Polo-Laien ein Kinderspiel. Das Forum ist durchsetzt mit «wilden Hippies», die direkt dem – völlig neu arrangierten – «Kiosk» entsprungen sind. Wenn sie ratlos dreinschauen, ist es ein Stück der 90er-Jahre, aber wenn sie die Texte von Anfang bis zum Ende mitgrölen, muss es sich um einen Klassiker handeln. Und das alte Zeug hat es auch heute noch in sich: «Giggerig» greift einem noch immer tief in den Schritt, das «letschte Tram» fährt noch immer mit voller Fanbesatzung, und bei «Alperose» zeigt sogar der letzte Polo-Muffel in der Halle Anzeichen des «déjà-vu». Nach zwei Zugaben und neunzig Minuten ist jedoch Schluss – der Nachwuchs drängt. Gölä und die sechstausend Büezer 20 Uhr: Gölä ruft. Mit einem Schlag verwandelt sich das Publikum von der Biologiestudentin bis zum Versicherungsagenten in eine Menge von sechstausend «Büezern», die allesamt Staub auf der Lunge und Dreck auf der Zunge haben. Eines sei gleich vorweggenommen: Der singende Maurer aus Oppligen spielt seine Luftgitarre um einiges schneller und härter als Polo. Bereits nach dem ersten Song schält sich Gölä aus der Lederkluft. Und es wird auch gleich zu Beginn klar, dass die Kuschelrock-Fans von der Darbietung nur begrenzt begeistert sein werden. Der Sound ist live nämlich wesentlich rauher als auf der Platte. Im Vergleich zu Polos Nöl-Organ explodiert Göläs unverwechselbare Käseraffel-Stimme förmlich in den Boxen – keine Frage, der Mann ist auch für seinen letzten Auftritt voll motiviert. Mitten im Set liegt sich die Band in den Armen, als Gölä für 250 000 verkaufte Schallplatten ausgezeichnet wird. Irgendwie scheinen sie den Erfolg auch heute noch nicht ganz begreifen zu können. Als Gölä für 250 000 Besucher auf «4-heads.com» auch noch mit dem goldenen «@» ausgezeichnet wird, wird es ihm fast zuviel: «Dabei habe ich noch nicht einmal einen Computer.» Musikalisch besticht beim Auftritt hauptsächlich Gitarrist Zlatko Perica. Er verleiht den doch eher hemdsärmligen Gölä-Songs eine einzigartige Note. Seine filigrane und gefühlvolle Art, die Saiten zu bearbeiten, erinnert sehr an Pink Floyd. Und niemanden störts, dass er sein Live-Solo für den «Büezer» direkt von «Comfortably numb» kopiert hat. Aber leider hat Gölä sozusagen in jedem Lied einen Gitarrensolo-Teil eingeplant, und mit der Zeit gilt auch hier: Zuviel des Guten wird mit der Zeit bemühend. Optisch unterstützt wird die Bühnenpräsenz durch die Shoop-Shoop-Girls Sandra und Barbara Moser. In einem akustischen Set nimmt sich Gölä auch mal ganz zurück und überlässt den beiden bei Kerzenschein für «We du am schlafe bisch» die Lead-Stimmen. Dass das Publikum ebenfalls gut bei Stimme ist, darf es bei «Flügu» beweisen, als sich die Band ein Gläschen genehmigt und auf die Zukunft anstösst. Auf die Zeit nach Göläs Rückkehr. Das Weggehen – oder eben das Bleiben – ist ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch Göläs Lieder zieht, ob bei «Flügu», bei «Uf u dervo» oder «Chume nieme hei». Mit seiner Reise nach Australien scheint sich nun sein Traum wenigstens teilweise zu erfüllen. In Anlehnung an eine weitere erfolgreiche Berner Band bleibt hier nur zu sagen: «Go, Gölä, go – wenn mir chönnte, mi gienge ja ou.» Mitternacht. Im Forum gibt es etwas zu sehen, was vermutlich einzigartig bleiben wird: Gölä hat seinen «Papi» Polo mitsamt der Schmetterband für eine Jam-Session auf die Bühne gerufen. Zwei Sänger, zwei Backgroundsängerinnen, zwei Keyboarder, zwei Bassisten, zwei Schlagzeuger und vier Gitarristen teilen sich die Bühne. Göläs Schlagzeuger Urs Frei gibt mit seinem Schlagzeug-Lehrer Thomas Wild von der Schmetterband ein Trommelduell und zeigt, dass er sich nicht zu verstecken braucht. Um Erfolg zu haben, braucht es offensichtlich einen «Bärner i de Bänd». Und bei diesem einzigartigen Auftritt sind es sogar zwei: Polo und Gölä stehen breitbeinig vor ihren Musikern und wetteifern, wer aus seiner Luftgitarre mehr Noten pro Minute herausbringt. Plötzlich hat auch Polo «Keini Tränä meh», plötzlich schlägt auch in Gölä ein «Zigünerherz», und beim «Schwan» liegen sich Gölä und Polo fast unzertrennlich in den Armen. So soll es sein. Ueli Strasser Zwei Tage Krampf für fünf Stunden Musik Im Hinblick auf das Polo-Hofer- und Gölä-Konzert begannen die zwölf Helfer schon 24 Stunden vor der Türöffnung mit der (Schwer-) Arbeit: Innert kürzester Zeit wurden kilometerweise Kabel verlegt, unzählige Scheinwerfer montiert, die B

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