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Polytype streicht Stellen und gründet Firma

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Fahrettin Calislar

Das Freiburger Traditionsunternehmen Polytype lässt ihre für die Herstellung benötigten Kleinteile von einer 100-Prozent-Tochter produzieren. Die Mitarbeiter der bisherigen Abteilung werden in eine neue Firma überführt. Sie wird am 1. Juli gegründet, erklärte Konzernchef Peter Ruth gestern vor den Medien. Auch die Beteiligung einer Drittfirma ist später nicht ausgeschlossen. Die noch unbenannte Firma soll rund 85 Angestellte umfassen und strukturell den Unternehmensteilen Wifag und Polytype gleichgestellt sein.

Die Stellen würden durch diesen Schritt gesichert, hält Ruth fest. Ganz ohne Schaden geht die «strategische Neuausrichtung», wie Ruth es nennt, nicht über die Bühne. Insgesamt werden voraussichtlich 21 von total 600 Mitarbeitern am Standort Freiburg ihre Stelle verlieren. Die Verantwortlichen rechnen in den nächsten 18 Monaten mit bis zu 15 Entlassungen. Einige Angestellte werden frühpensioniert; Ruth geht von weiteren Mitarbeitern aus, die von selber gehen. Ein Sozialplan sei in Ausarbeitung, er richte sich nach denjenigen der vergangenen Jahre.

Die Verantwortlichen standen vor der Wahl, erinnert sich Ruth: Entweder alles zu schliessen, nur noch das wichtigste an Teilen in Freiburg zu produzieren oder eben ausgliedern und die Produkte zu verkaufen suchen. Die Führung entschied sich für Letzteres. Das Unternehmen investiert bis 2 Millionen Franken für neue Maschinen. Der Stellenabbau hat damit zu tun, dass ein Teil der Elemente in Zukunft zugekauft werden soll.

Ausgliederung optimal

Der Grund für die Umstrukturierung des Unternehmens ist die Währungskrise. Es exportiert rund 99 Prozent seiner Produkte ins Ausland. Die Auslagerung und Verselbständigung der Kleinteilefertigung erlaubt eine bessere Auslastung der Mitarbeiter und der Maschinen, indem Polytype auch diese Produkte am freien Markt an Dritte verkaufen kann. Bislang war das kaum möglich. Die Firma war so zu wenig flexibel, das Risiko von Überkapazitäten nur mit internen Aufträgen zu gross. «Wir wollen damit im internationalen Umfeld wettbewerbsfähig sein», so Ruth.

Die Ankündigung des Stellenabbaus steht in einer Reihe von Entlassungswellen, welche das Unternehmen in den letzten Jahren beschlossen hat. Im Augenblick sei die Auftragslage hervorragend, betonte Ruth. «Wir haben nicht ein konjunkturelles, sondern ein strategisches Problem.» Aber: «Wir wissen nicht, ob die Sache wirklich abhebt.»

Entlassungen vermeiden

Die Gewerkschaft Unia verwies in einer Mitteilung auf den guten Geschäftsgang des Unternehmens und fordert, dass die Firmenführung nichts unversucht lassen soll, um Entlassungen möglichst zu vermeiden, beispielsweise durch interne Versetzungen oder weitere Frühpensionierungen. Zudem seien Weiterbildungen notwendig.

Bisher wurden viele kleine Teile in Freiburg gefertigt, diese Fertigungstiefe wurde aber zum Risiko. Deshalb wird die zuständige Abteilung (Bild) der Polytype ab Juli als Firma eigenständig.Bild Aldo Ellena

Wifag/Polytype:Eine bunte Gesellschaft

Die Maschinenbauerin Wifag entstand 1904 in Bern. 1960 stiess die Polytype mit Sitz in Freiburg zur Gruppe. In Bern wurden bisher Zeitungsdruckmaschinen hergestellt, die Freiburger kümmerten sich um den Verpackungsdruck. Die Gruppe expandierte seit 1990 Schritt für Schritt in alle Kontinente.

Seit etwa 2001 wird sie aber von Krisen geschüttelt. Diese führten letztes Jahr zur Schliessung des Standortes Bern und zur Überführung von Aufträgen und Mitarbeitern nach Freiburg. Weltweit arbeiten heute 1100 Mitarbeiter in der Produktion von Druckmaschinen. In Freiburg sind 600 Angestellte tätig, davon 80 Lehrlinge. Die Maschinen bedrucken Alltagswaren wie Tuben, Becher und Dosen.

Der Umsatz sank von 500 Millionen (2007) auf heute etwa 350 Millionen Franken. Rund 50 Prozent des Umsatzes wird in Europa generiert, der Rest vor allem in Asien und Amerika.fca

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