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Poolparty, Pop-Art und Rockmusik

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«Wir stellen gerne Künstler aus, die mit ihrer Arbeit in Verbindung mit dem Buchdruck stehen», sagt Stefan Ledergerber, Direktor des Gutenberg-Museums in Freiburg. Für die aktuelle Ausstellung hat Ledergerber mit dem Basler Marco Pittori (siehe Kasten) einen Künstler gefunden, der nicht besser in dieses Konzept hätte passen können. «Er ist ein Jünger Gutenbergs», so Ledergerber. Pittori arbeitet mit verschiedenen Drucktechniken wie dem Offset- oder dem Siebdruck, bereichert seine Kunst mit alltäglichen Gegenständen und Fundstücken und schafft so Collagen, die sich an der Kunstrichtung der Pop-Art orientieren und an bekannte Werke von Andy Warhol oder Robert Rauschenberg erinnern.

Fotos als Ausgangslage

Am Anfang von Pittoris Arbeit steht fast immer ein Foto. «Die meisten Fotografien sind geklaut», sagt der 38-Jährige und lacht. Das Material für seine Collagen erhält er von Freunden, Bekannten oder von Fotografen, deren Werke er zufällig entdeckt hat. Nur selten greift er selbst zur Kamera. Er sieht seine Aufgabe eher in der Verfremdung. Gleich mehrmals übermalt und überdruckt er die Fotos; manchmal sind sie danach fast nicht wiederzuerkennen. «Ich bearbeite die Bilder so lange, bis mir das Resultat gefällt. Das kann in 15 Minuten erledigt sein. Manchmal dauert dieser Prozess aber auch Jahre», so Pittori.

Die Frau am Swimmingpool

Einige Fotos beschäftigen und inspirieren den Künstler immer wieder. Eines seiner Lieblingsmotive ist eine freizügige Frau, die an einer Poolparty in Los Angeles einen ausschweifenden Tanz zum Besten gibt. Der Fotograf – ein amerikanischer Paparazzo – wollte auf der Party eigentlich einen Schnappschuss von David Bowie ergattern. Letztlich zog aber die halb nackte Frau seine Aufmerksamkeit auf sich. «Es ist das perfekte Foto, um damit Pop-Art zu machen», sagt Pittori, der das Bild in seinen Werken ganze 70 Mal bearbeitete. Mit dem Fotografen ist er mittlerweile befreundet.

Neben der Fotografie gehört auch die Musik zu den grossen Inspirationsquellen des Künstlers. Auf vielen seiner Collagen finden sich Fragmente von Songtexten. «Die Musik ist wie ein Akku für mich», sagt Pittori, der sich früher selbst als Musiker versuchte. «Wenn ich im Atelier laut Musik höre, dann könnte ich tagelang arbeiten, ohne zu essen oder zu schlafen». Fast immer donnert dabei Rockmusik aus seinen Lautsprechern. «Am liebsten höre ich Deep Purple», so Pittori. So unprätentiös wie die Gitarrenriffs der englischen Rockband soll laut Marco Pittori auch seine eigene Kunst sein. «Museen und Ausstellungen haben oft etwas sehr Elitäres an sich», sagt er. «Meine Kunst soll für alle zugänglich sein. Ich will damit nichts Tiefgründiges oder Kompliziertes ausdrücken. Die Leute sollen einfach nur Spass daran haben.»

Gutenberg-Museum, Freiburg. Noch bis 5. Februar. Mi., Fr., und Sa. 11 bis 18 Uhr; Do. 11 bis 20 Uhr; So. 10 bis 17 Uhr.

Marco Pittori ist am Tag der offenen Tür des Gutenberg-Museums (5. Februar) anwesend und führt durch die Ausstellung.

Zur Person

Drucker mit einem Faible für Kalifornien

Der Schweizer Pop-Art-Künstler Marco Pittori wurde 1978 in Basel geboren. Er lebt in Muttenz und arbeitet in Basel und Liestal. Nach einer Lehre als Offsetdrucker bei der «Basler Zeitung» liess sich Pittori an der grafischen Fachschule in Aarau zum Drucktechnologen ausbilden und eignete sich in der Folge Fachwissen für den Stein-, Tief-, Sieb- und Buchdruck an. Im Zentrum von Pittoris Schaffen stehen Fotografien, die er mit verschiedenen Druckverfahren verfremdet, übermalt und zu Collagen verarbeitet. Auch die Arbeit mit Textfragmenten gehört zu Pittoris Arbeit. Eine besondere Leidenschaft verbindet den Künstler mit dem Kalifornien der 1970er-Jahre. Motive aus dieser Zeit ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Werk.

lr

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