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Praktischer Einsatz für den Frieden

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Praktischer Einsatz für den Frieden

Junge Leute leisten freiwilligen Zivildienst im Friedensdorf in Broc

Während zwei Wochen arbeiten Leute aus verschiedenen Ländern an einem friedensfördernden Projekt. Die Camp-Teilnehmer können so die Schweiz kennen lernen und Kontakte zu anderen jungen Leuten knüpfen.

Von ILONA STÄMPFLI

Sechs bis sieben Stunden pro Tag werde im SCI-Camp im Friedensdorf Broc gearbeitet, sagt David Buchmann. Ein Zweierteam näht Vorhänge, draussen auf der Wiese schleifen drei junge Frauen Holzbretter, weiter werden Fensterläden gestrichen und grosse Holzkästen zusammengenagelt. Die jungen Leute reden miteinander, im Hintergrund läuft Musik.

Die elf freiwilligen Arbeiter und Arbeiterinnen kommen aus ganz unterschiedlichen Ländern: Polen, Deutschland, Weissrussland, Italien, Thailand, Ungarn und Spanien. Gesprochen wird Englisch, teilweise auch Französisch. Kommunikationsprobleme scheint es unter den jungen Leuten nicht zu geben. Obwohl sie erst seit drei Tagen zusammen unter einem Dach leben, ist die Atmosphäre sehr herzlich und offen. Begleitet werden die Freiwilligen von Personen des SCI und des Friedensdorfes.

Erfahrungen austauschen

«Taten statt Worte» ist das Motto des SCI. Der Frieden soll fassbar werden. «Durch gemeinsames Arbeiten werden Spannungen und Vorurteile gegenüber fremden Kulturen abgebaut. Man setzt sich ja schliesslich für dasselbe Ziel ein und baut gemeinsam etwas auf», erklärt David Buchmann, der sich im Rahmen seines Zivildienstes für den SCI einsetzt.

Wer sich für einen SCI-Einsatz entscheidet, darf keine Faulenzerferien erwarten. Die Freiwilligengruppen unterstützen soziale, ökologische und friedensfördernde Projekte in ganz Europa. In der Schweiz finden «Workcamps» beispielsweise auf einem ökologischen Bauernhof im Jura, in einem Durchgangszentrum für Asylsuchende oder eben im Friedensdorf in Broc statt.

Die manuelle Arbeit ist aber nicht das einzige Ziel des SCI. Nicht nur die Taten, auch die Worte sollen zählen. Die Teilnehmer eines Camps tauschen Erfahrungen aus, erzählen einander von ihren kulturellen Hintergründen und ihrem Herkunftsland. Während des Aufenthalts in der Schweiz lernen die jungen Freiwilligen die Politik, Kultur und Gesellschaft des Gastlandes kennen. An den Wochenenden werden kleine Ausflüge in der Umgebung unternommen. Die Besichtigung des Schlosses Greyerz, eine Bergwanderung und die Besichtigung der Schokoladenfabrik stehen im Friedensdorf auf dem Programm.

Begeisterung
für das Greyerzerland

Die Teilnehmer eines Projektes bezahlen ihre Reise in das Zielland selber. Finanzielle Unterstützung vom SCI erhalten Leute aus Entwicklungsländern im Süden. Dank dieser Abmachung schaffte es auch der junge Thailänder, in die Schweiz zu kommen. «Für viele Jugendliche sind diese Camps eine Möglichkeit, in andere Länder zu reisen. Viele bleiben nach dem Dienst noch länger im Land», führt Buchmann aus. Kosten und Logis werden jeweils vom Arbeitgeber übernommen.

Warum die jungen Frauen und Männer gerade die Schweiz für ihren freiwilligen Zivildienst auswählten, hat verschiedene Gründe. Die 23 Jahre alte Laura aus Italien wollte nach Broc, um Französisch zu lernen. «Ich war noch nie in der Schweiz, obwohl es mein Nachbarland ist. Es ist sehr schön hier und das Arbeiten mit anderen Leuten gefällt mir. Vielleicht werde ich einmal für eine längere Zeit gemeinnützige Arbeit leisten», sagt sie.

Die 22-jährige Irina, Medizinstudentin aus Weissrussland, kannte die Schweiz zuvor nur von Bildern. «Ich finde ein solches Camp sehr interessant. Man lernt viele Leute aus der ganzen Welt kennen.» Vor ein paar Tagen hatte sie ein besonderes Erlebnis. Als sie alleine den Flughafen in Epagny besuchte, wurde sie dort spontan von einem Piloten zu einem Flug eingeladen.

Frieden kann gelernt werden

Die Camp-Teilnehmer setzen sich auch mit den Zielen und Hintergründen des Projektes, für das sie arbeiten, auseinander. Das Friedensdorf versucht das friedliche Zusammenleben zu fördern. Mit Kursen und verschiedenen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen die Themen Frieden, Gewalt, Rassismus, Konfliktmanagement oder Versöhnung angesprochen werden. Schulklassen und Gruppen können einen Tag oder länger im Friedensdorf verbringen.

Mit der Unterstützung des SCI wird ein Postenlauf zu den Themen Gewaltfreiheit und Konfliktlösung vorbereitet. Die Freiwilligen leisten somit einen konkreten Beitrag zur Verminderung der Gewalt in der Schweiz. Aber auch Renovationsarbeiten an den drei Häusern, die zum Friedensdorf gehören, sind Bestandteil der Arbeit.

Marianne Riedner aus Tafers und ihre Tochter Angela setzen sich schon seit vielen Jahren für das Friedensdorf ein. Sie kennen das Lagerhaus und die Umgebung in- und auswendig. «Es ist immer wieder interessant mit den Leuten zu sprechen. Es sind auch schon Kontakte entstanden, die bis heute anhalten», erzählt Angela begeistert. Die Leute im Friedensdorf seien immer gut gelaunt, es herrsche eine entspannte Atmosphäre, ergänzt Marianne Riedner.
Service Civil
International

Der SCI Schweiz ist eine Nonprofitorganisation, die sich für gewaltfreie Konfliktlösung, nachhaltige Entwicklung und interkulturellen Austausch einsetzt. Jährlich engagieren sich rund 300 Menschen (das Mindestalter ist 18 Jahre) aus der Schweiz in SCI-Projekten im Ausland. Dagegen helfen 200 internationale Freiwillige in Schweizer Projekten mit.

Ein erster Freiwilligeneinsatz wurde nach dem Ersten Weltkrieg in Verdun durchgeführt. Menschen aus verfeindeten Ländern leisteten gemeinsam Wiederaufbauarbeiten im kriegszerstörten Frankreich. 1936 wurde aus den verschiedenen nationalen Freiwilligengruppen der Service Civil International gegründet. ist

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