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Prämien steigen – Leser sind wütend

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Leserbriefe

Prämien steigen – Leser sind wütend

Autor: «Erneuter Prämienanstieg führt zu gegenseitigen Schuldzuweisungen» – FN vom 2. Oktober 2009

Gehören Sie zu den glücklichen oberen Zehntausend, welche ihre Krankenkassenprämien nach wie vor ohne Probleme zahlen können? Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist leider nicht auf diese Rosen gebettet und hat jedes Jahr mehr Mühe, die Prämien noch bezahlen zu können. Und was geschieht? Nichts. Niemand ist bereit, sich einzuschränken oder auf den Status quo zu verzichten, dies gilt für die Anbieter im Gesundheitswesen wie auch für uns Versicherte. Die kurz- bis mittelfristigen Perspektiven lassen keine massgebliche Verbesserung erwarten. Zu viele Spitäler werden bleiben, so lange dieser Bereich kantonal organisiert bleibt. Die Pharmaindustrie wird mit ihren Angstkampagnen bei unserer Politik nach wie vor fruchtbaren Boden vorfinden und wir weiterhin überteuerte Medikamentenpreise bezahlen. Auch die Ärzte haben keinerlei Anreize, Gesundheitskosten einzusparen, im Gegenteil. Die Krankenkassen befinden sich im gegenseitigen Wettbewerb und doch sind keine Effizienzsteigerungen erkennbar. Und die Versicherten wollen weiterhin den Rolls Royce, obwohl eine Mehrheit diesen gar nicht mehr bezahlen kann.

Umverteilung heisst das kurzsichtige Zauberwort. Und die Politik? Sie lässt sich von den verschiedenen Lobbys der Gesundheitsanbieter kräftig einseifen und ist damit auch nicht bereit, wirksame Schritte zu einem effizienteren und kostengünstigeren Gesundheitswesen zu machen. Also gehts munter weiter mit dem Schwarzpeterspiel. Schlimm ist, dass verschiedene Lösungsansätze schon lange bekannt sind, aber blockiert und nicht umgesetzt werden. Und solange die wirtschaftlichen Verflechtungen der Politiker ins Gesundheitswesen nicht gekappt werden, wird auch der neue Bundesrat an dieser Reformblockade kaum etwas ändern können. Also wetten, dass die Prämien auch im Jahr 2011 wieder kräftig ansteigen werden?

Autor: Pascal Merz, Sursee

Krankenkassen: Wie steht es mit der Solidarität?

Einmal mehr führte die Bekanntgabe der Krankenkassenprämien für das kommende Jahr in den Medien zu Schuldzuweisungen aller Art und zu zum Teil widersprüchlichen Angaben betreffend Prämienanstieg. Für einen Grossteil der Betroffenen ist das Wirrwarr von Zahlen und Meinungen nicht mehr nachvollziehbar. Hierzu nur zwei von vielen Beispielen:

In den vergangenen Jahren haben namhafte Krankenversicherer mit «ausgeklügelten» Marketing- und Akquisitionsmassnahmen alles unternommen, um junge und gesunde Kunden zu einem Kassenwechsel zu bewegen. Mit massiven Prämienaufschlägen werden nun diese gleichen Neukunden zur Kasse gebeten. Zudem herrscht unter den Kassen ein unerbittlicher und schonungsloser Wettbewerb. Ist nicht auch das Bundesamt für Gesundheit mitschuldig an der heutigen misslichen Situation, indem es in den letzten Jahren bei einigen Kassen zu tiefe Prämien genehmigt und somit Budgetkosmetik betrieben hat? Haben wirklich alle heute bestehenden Krankenkassen noch eine Existenzberechtigung? Ist es aus ethischen und moralischen Gründen und Überlegungen noch verantwortbar, dass kranke und leidende Menschen diesem ruinösen Konkurrenzkampf ohne Zukunftsperspektiven ausgeliefert werden?

Bekanntlich muss eine Krankenkasse in der Grundversicherung alle, d. h. Junge und Ältere, Gesunde und Kranke, aufnehmen. Deshalb empfehlen kantonale Verwaltungen und Patientenorganisationen den Versicherten, nach günstigeren Grundversicherungsprämien Ausschau zu halten und möglicherweise die Kasse zu wechseln. Ein gutes Instrument, um zu den verschiedenen Vergleichszahlen zu gelangen, wäre das Internet. Wie sollen sich aber vor allem ältere Leute in der Fülle der Beschreibungen und Angebote im Internet zurechtfinden? Besteht nicht gerade bei älteren Menschen Misstrauen und eine gewisse Angst, einen Wechsel vorzunehmen, da sie vielleicht seit der Geburt oder wenigstens während Jahrzehnten immer bei der gleichen Kasse versichert waren? Bestimmt wären viele Versicherte trotz des Wechsels in den kommenden Jahren wieder in der gleichen Situation!

Fazit: Im heutigen Krankenkassen(un)wesen hat fast durchwegs der Egoismus die Oberhand gewonnen. Wie aber steht es heute und morgen mit der Solidarität?

Josef Zosso, Schmitten

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