Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Priester muss sein Amt abgeben

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Wer von ihm erzählt, erzählt nur Gutes: Der Priester sei sehr nahe bei den Menschen, sei offen, gehe mit allen vorurteilslos um. Bei ihm darf in der Kirche auch mal gelacht werden, und selber macht er ständig Witze. Zurzeit jedoch dürfte es dem Priester nicht zum Lachen zumute sein: Bernard Genoud, Bischof der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg, hat ihn all seiner kirchlichen Funktionen enthoben. Dies teilte gestern das bischöfliche Vikariat mit.

Vor rund einem Jahr habe der Priester, der im französischsprachigen Teil des Kantons unweit Freiburgs tätig war, «gegenüber einer erwachsenen Person ein unangebrachtes sexuelles Verhalten» gezeigt, heisst es in der Mitteilung. Konkret ausgedrückt: Der Priester hatte eine sexuelle Beziehung zu einer geschiedenen Frau, die sich in ihrer Notlage an ihn gewandt hatte. Die Frau wurde schwanger und trieb ab – offenbar auch auf Drängen des Priesters.

Priester streitet alles ab

Die Frau hat sich an die Kommission SOS Prävention gerichtet, die Anlaufstelle für Opfer sexueller Übergriffe durch katholische Priester in Freiburg. «Diözesebischof Bernard Genoud betrachtet den Fall als gravierend», sagt Bischofsvikar Marc Donzé. Der Priester habe die Notlage der Frau ausgenutzt; sie könnte deswegen auch eine Zivilklage einreichen, will das jedoch offenbar nicht tun.

Der Priester leugne die Ereignisse, sagt Donzé. «Wir haben aber sehr viele Hinweise darauf, dass es sich so zugetragen hat, wie das Opfer sagt.» Der Priester kann sich noch wehren: Er kann einen kirchenrechtlichen Rekurs gegen den Entscheid des Bischofs einlegen, und er könnte auch zivilrechtlich gegen das Opfer vorgehen, sagt Donzé.

Die Zukunft des Priesters, der nicht der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg angehört, hängt vom Bischof seiner Ursprungs-Diözese ab. «Wir zahlen ihm noch einige Löhne und lassen ihm genügend Zeit, das Pfarrhaus zu räumen», sagt Donzé.

Für die Kirche sei dieser Vorfall «sehr ärgerlich und sehr schmerzlich, gerade in den jetzigen Zeiten», sagt Donzé und spielt damit auf die in den letzten Monaten bekannt gewordenen sexuellen Übergriffe von katholischen Priestern auf Kinder vor allem in Deutschland und Österreich an.

Provisorischer Ersatz

Auch für die Pfarreimitglieder sei der Vorfall sicher schmerzlich, sagt Donzé: «Die Amtsenthebung des Priesters hat eingeschlagen wie ein Blitz, gerade auch, weil der Priester so beliebt war.»

Bald werden die Drittklässler der betroffenen Gemeinden ihre Erstkommunion feiern – mit einem anderen Priester: «Bis im Sommer wird als Ersatz ein Priester, der in der Ausbildung ist, das Amt übernehmen», sagt Donzé. Im Herbst dann solle ein neuer Priester angestellt werden.

Mehr zum Thema