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«Priester zu sein, ist ein schöner Beruf»

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Als Sie vor 50 Jahren Priester wurden, wurde die katholische Kirche vom Zweiten Vatikanischen Konzil und seinen Ideen durchdrungen. Wie nahmen Sie diese Zeit wahr?

Es war ein Aufbruch: Mitbeteiligung aller am Aufbau einer lebendigen Gemeinschaft. Vielleicht war es manchmal etwas zu stark organisatorisch, aber es war sehr viel Power und Geist darin, und wir hatten eine richtig gute Atmosphäre. Ich habe das immer geschätzt, mit vielen Leuten zusammenzuarbeiten.

Was würden Sie einem jungen Menschen raten, der sich heute mit dem Gedanken trägt, Priester zu werden?

Es ist ein schöner Beruf – mit allen Facetten. Ich lernte von der Religionspä­dagogik. Das hat mir auch meinen Zugang zur gesamten Theologie eröffnet. Man hat das Gefühl: Da ist man an der Front. Es ist eine suchende Theologie, wenn man sich fragt «Wie sage ich es einem Kind?». Dann muss man sich auch selber überlegen, was der Kern ist und wie man ihn in Worte fassen kann. Einem jungen Priester wünsche ich zunächst viel Glauben, aber auch eine Theologie des Fragens und des Nachdenkens. Ausserdem würde ich sagen: «Schotte dich nicht ab von deiner Umgebung.» Das ist wichtig. Es ist ein schönes grosses Amt in einer lebendigen Kirche, bei der man nicht voraussagen kann, wie sie sich entwickelt.

Das ist aber auch eine herausfordernde Berufung. Wie haben Sie sich abgelenkt?

Es gab Zeiten, da hatte ich sicher zu wenig Ausgleich. Ich versuche es im regelmässigen Gebet und manchmal in Exerzitien. Impuls und Antrieb waren auch die Treffen der Katecheten-Vereinigung und die Weiterbildungen der Seelsorger. Ausgleich kam auch schon von Anfang an durch Freundeskreise. Die Jubla-Kantonsleitung war ein fester Freundeskreis, der immer weiter wuchs, aber damals als Präses konnte man leider nicht immer mit allen den Kontakt aufrechterhalten. Eine gute Konstante ist auch mein eigener Freundeskreis. Das gibt mir Kraft.

Sie sind 45 Jahre in Freiburg tätig gewesen. Haben Sie nie über einen anderen Ort nachgedacht?

Ich habe mich immer zufrieden gefühlt und war irgendwie froh, dass die anderen Priester nicht unbedingt in die Stadt wollten. Ausserdem hat sich ja vieles im Laufe der Zeit verändert. Ich war in unterschiedlichen Pfarreien tätig, es gab immer andere Teams und Aufgaben. Und in der Stadt ist man ständig daran, neue Leute kennenzulernen. Vielleicht ist das im Dorf etwas anders.

Was waren die Schwerpunkte während Ihrer Amtszeit?

Sicherlich der Religionsunterricht und die Theologie. Aber auch die Predigt war eine Herausforderung: Wie kann man das Alte neu sagen? Wie kann man so über den Glauben sprechen, dass ein moderner Mensch etwas daraus ziehen kann? Sozusagen: Die Bedingung zur Möglichkeit des Glaubens schaffen. Die Aufgabe stellt sich von der Taufe bis zur Beerdigung. Ein anderer Schwerpunkt war die Teamarbeit. Da fühle ich mich getragen, wenn man gemeinsam etwas angeht und bespricht. Und auch die Ökumene war wichtig. Gerade nach dem Konzil gab es oft die Überzeugung: Wir brauchen jetzt Einheit. Aber heute denke ich, dass man frustriert ist, wenn man nur darauf besteht. Ich glaube eher, wir müssen Einheit dadurch schaffen, dass wir andere anerkennen, dass wir einander respektieren und gemeinsam arbeiten.

Was bleibt Ihnen Gutes in Erinnerung? Was empfanden Sie als schwierig?

Positiv sind sicher unsere Offenheit und die Atmosphäre. Wir haben ein gutes Team und sicher auch eine theologische Tiefe. Wir dürfen noch immer in Netzwerken mit vielen Freiwilligen leben, die sich angesprochen fühlen von den grossen kirchlichen Feiern, die das Leben begleiten. Eine Herausforderung ist, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen. Da gibt es auch nicht ein ideales Modell. Man muss immer wieder neue Sachen ausprobieren.

Haben Sie Pläne für den Ruhestand?

Ich bin froh, dass ich in Freiburg bleiben darf und bei den Domherren bin. Das gibt mir eine Struktur. Ich habe kein fixes Hobby wie das Schreiben oder Malen. Dann fragt man sich schon: Was passiert jetzt mit mir? Ich werde sicherlich Beziehungen pflegen, aber ich habe keine knallharten Projekte, die ich verfolgen will. Ich lasse es auf mich zukommen. Ausserdem habe ich neun Geschwister. Wenn ich möchte, kann ich sicher einigen von ihnen den Garten machen.

Biografie

50 Jahre im Dienste der Menschen

Winfried Bächler wurde am 17. Oktober 1941 in Ueberstorf geboren. Er besuchte das Kollegium in Einsiedeln und das Priesterseminar in Freiburg. 1967 wurde er in Wünnewil zum Priester geweiht. Er arbeitete an mehreren Orten in Freiburg als Seelsorger und übernahm das Amt des Kantonspräses von Jungwacht/Blauring. Bächler war 45 Jahre lang Stadtpfarrer in Freiburg. 2016 wurde er als Domherr der Kathedrale eingesetzt. Morgen Sonntag wird Bächler mit einer Abschiedsmesse in der Kirche St. Paul im Schönberg offiziell verabschiedet. Seine Nachfolge in der Stadtfreiburger Pfarreiseelsorge treten Pater Pascal Marquard als Pfarrmoderator und Pater Adrian Cosa an.

fca

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