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Projekt für Gaskombikraftwerk kommt vorerst in die Schublade

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Der Rückzug des Baugesuchs für ein 450 Millionen Franken teures Gaskombikraftwerk im neuenburgischen Cornaux ist auf die ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Dies gab das Stromunternehmen Groupe E letzte Woche bekannt (FN vom 2. April). Und eine baldige Verbesserung dieser Umstände sei auch nicht zu erwarten.

Dennoch will Dominique Gachoud, Generaldirektor von Groupe E, noch nicht vom definitiven Aus sprechen. Vielmehr komme das Projekt in eine Schublade und könne bei veränderten Bedingungen reaktiviert werden, sagt Gachoud gegenüber den FN. «Unser Rückzug gilt zunächst für fünf Jahre, dann analysieren wir die Lage wieder neu.»

Wenn Groupe E aus dem 2007 initiierten Projekt in Cornaux etwas gelernt habe, dann sei es nebst technischem Know-how vor allem, wie schnell sich die Rahmenbedingungen im Energiebereich wandeln. «Das kann sehr schnell gehen; wir müssen flexibel und anpassungsfähig bleiben», so Gachoud. Befragt, wie hoch er die Chance einstuft, dass in 20 Jahren in Cornaux ein neues Gaskombikraftwerk stehe, sagt Gachoud: «Auf unter 50 Prozent, wobei dies natürlich eine persönliche Einschätzung ist.»

«Idealer Standort»

Für Gachoud ist Cornaux nach wie vor der ideale Standort, um ein Gaskombikraftwerk zu bauen, mit sämtlichen Vorteilen wie Anschluss ans Gasnetz, vorhandene Stromleitungen und die Nähe zum Wasser für die Kühlung. «Ich bin überzeugt, unser Projekt ist gut ausgearbeitet und hält einer kritischen Prüfung stand.»

 Demgegenüber stünden wirtschaftliche Vorbehalte. Der Strompreise sei zu billig und das Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreis zu ungünstig. «Gas ist derzeit fast so teuer wie Strom, und es braucht zwei Kilowattstunden Gas um eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen.»

Weiter hat sich die Schweiz bezüglich CO2-Kompensation seit Projektbeginn der EU nicht angenähert. In der Schweiz koste die Kompensation einer Tonne 80 Franken, in der EU hingegen bloss fünf bis sechs Euro, so Gachoud. Die Schweiz müsste ein Stromabkommen mit der EU eingehen, doch der bilaterale Weg sei aufgrund der Unsicherheit nach der Masseneinwanderungsinitiative blockiert.

Schliesslich erwähnt Gachoud, dass auch der Bundesrat eine Kehrtwende gemacht habe. Vor zwei Jahren habe es geheissen, das Abstellen der AKWs solle durch Gaskraftwerke überbrückt werden, nun stehe aber zur Debatte, die Laufzeiten der AKWs zu verlängern.

 Gemäss dem Generaldirektor von Groupe E stünden in Europa rund 20 Gaskraftwerke still. Sollte Gas rentabler werden, würden wohl eher diese wieder in Betrieb genommen, bevor neue gebaut würden.

Cornaux I bleibt

 Operativ bleibt das bestehende ältere Gaskraftwerk Cornaux I, sagt Gachoud. Mit diesem verdiene Groupe E weiterhin Geld, denn es stehe Swissgrid zur Verfügung, um allfällige Spannungsabfälle in kürzester Zeit zu überbrücken. Dies komme einige Stunden pro Jahr vor. Groupe E behält auch das Grundstück für das Projekt Cornaux II. Dieses habe rund vier Millionen Franken gekostet und werde, so Gachoud, noch an Wert gewinnen. Weitere vier Millionen Franken kosteten die Studien rund um das auf Eis gelegte Gaskombikraftwerk. Vieles habe Groupe E als Mandat extern vergeben. Für das Stromunternehmen kümmerte sich ein Projektleiter um Cornaux. Dieser wird sich nun mehrheitlich um andere Anlagen von Groupe E kümmern, etwa Saidef in Posieux und das Gaskombikraftwerk Timelkam.

Mit dem Rückzug des Baugesuchs werden nach Einschätzung Gachouds auch die rund 300 Einsprachen hinfällig. Sollte Groupe E das Projekt wieder reaktivieren, bräuchte es ein modifiziertes Baugesuch, und entsprechend müssten auch die Gegner ihre Einsprachen neu formulieren.

Zahlen und Fakten

Ein Gesuch in 24 Kartonschachteln

24 Kartons umfasste das Baugesuch für das Gaskombikraftwerk, das Groupe E im Mai 2012 einreichte. Die Anlage, die bestenfalls 2018 ihren Betrieb aufnehmen sollte, war für eine Produktion von 2,5 Terawattstunden bei 700000 Tonnen CO2-ausgelegt. Groupe E produziert 3 Terawattstunden.uh

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