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Publikum belohnt den Entdeckergeist

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Autor: Hubert Reidy

Ludger Rémy und sein Ensemble waren sichtlich verlegen, als die Konzertbesucherinnen und -besucher mit skandiertem Klatschen und mit energischen Stampfbewegungen eine Zugabe «erzwangen». Doch die Gestaltung des Schlusschorals «Das helf uns der Herr Jesus Christ» einer Michaelisquartalmusik von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) war denn auch durch die innige Beseeltheit des Vortrags, durch ein agogisch frei sich entfaltendes Singen und Musizieren ein besonderer Moment der Ruhe, der Andacht – ein fantastischer Konzertabschluss.

Zwei wenig bekannte Komponisten

Johann Friedrich Fasch (1688- 1758) und Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749) waren Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach und wurden vom Leipziger Kantor sehr geschätzt.

Fasch war ab 1722 Capellmeister am Anhalt-Zerbster Hof, belieferte zudem die Darmstädter Hofkapelle und die bedeutende, brillante kursächsische Hofkapelle mit «Instrumentalmusiken». Und mit einer solchen Instrumentalkomposition, mit einer dreisätzigen Ouverture in F-Dur, eröffneten Ludger Rémy und seine Instrumentalisten das Konzert.

Das auf historisierenden Instrumenten spielende Ensemble entpuppte sich sofort als dynamisch, lebendig musizierende Gemeinschaft, mit etwas herbem Klang, mit präzisem, meist intonationssicherem Spiel, das allerdings nicht ganz das Niveau absoluter Spitzenensembles erreichte.

Kantaten von Gottfried Heinrich Stölzel …

Welch herrliche Kantaten stellten uns alsdann «Les Amis de Philippe» vor. So schildert die Kantate «Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre» von Gottfried Heinrich Stölzel den Dialog zwischen dem richtenden Fürstengott (Bass) und zwei Chören, dem Chor der Frommen und dem Chor der Verdammten, auf eine ungemein plastische, ausdrucksstarke Art und Weise.

Hervorragend, mit scharfer Dramatik, mit sonorer, ausdrucksreicher Stimme gestaltet Matthias Vieweg seine Richterrolle. Und die beiden Vokalquartette, das Quartett der «bestandenen» Solisten und ein junges, noch etwas zurückhaltend agierendes Quartett bestechen durch ihre Gegensätzlichkeit, durch ihre Homogenität, durch ausgezeichnete Textverständlichkeit, durch die Identifikation mit ihren Rollen.

Schade, dass fast der gesamte Nachlass des Wirkens von G. H. Stölzel als Hofkapellmeister des Herzogs Friedrich II. in Gotha verloren ging. Glücklicherweise konnten mehr als 300 Jahrgangskantaten, die Stölzel für den Fürstenhof Sondershausen geschrieben hatte, gefunden werden.

… und Carl Philipp Emanuel Bach

Er war einer der komponierenden Söhne Johann Sebastian Bachs, und er wurde nach dem Tode seines Vaters von den Zeitgenossen als der «grosse» Bach verehrt, wirkte 30 Jahre in Berlin/Potsdam unter Friedrich II. als Hofcembalist und war während 20 Jahren Kantor und Musikdirektor der fünf Hauptkirchen in Hamburg. Seine Neuheit und Kühnheit wurden gerühmt, seine Mittlerrolle zwischen der «altklassischen und modernen Musikperiode», sein Einfluss auf Haydn und Beethoven.

Ludger Rémy und seine Sänger und Musiker konnten die scharfen dynamischen Kontraste, die bewegenden Harmonieverläufe, einige schon fast romantische, empfindsame Passagen, die farbige, in der Michaelisquartalmusik festliche Instrumentation mit Kompetenz, mit Eleganz, mit überzeugender Wirkung auskosten. Und die beiden homogenen Vokalquartette verschmolzen zu einem ausgezeichneten, begeisternden Doppelquartett.

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