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Pucks abwehren ist sein Lebenselixier

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Dass Gottéron letzte Saison die Qualifikation für die Playoffs – die dann allerdings wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten – geschafft hat, lag in erster Linie an Reto Berra. Der ehemalige NHL-Torhüter (total 76 Partien für Anaheim, Colorado, Calgary und die Florida Panthers) ist der grosse Rückhalt der Freiburger und gibt dem Team in jedem Spiel die Chance auf den Sieg. Vor dem Saisonauftaktspiel am Donnerstag zu Hause gegen die Lakers erklärt Berra, wie er mit den hohen Erwartungen an seine Person zurechtkommt.

Reto Berra, ich führe das Interview mit Ihnen wegen der Coronavirus-Pandemie mit einer Schutzmaske, wir halten Distanz. Wie nehmen Sie die sogenannte «neue Normalität» wahr?

Ich habe mich fast daran gewöhnt und es wird langsam zur Normalität. Ich versuche mich, so gut es eben geht, an die Schutzmassnahmen zu halten. Mühsam ist es allerdings schon, und man fragt sich, wie lange es noch dauern wird. Ich probiere positiv zu bleiben.

Inwiefern mussten Sie in den letzten Monaten wegen des Virus Einschränkungen hinnehmen?

Sicher was die Ferien betrifft. Ich bin im Sommer hier geblieben. Und ich komme gerne mit der Familie zusammen, auch da habe ich mich zurückgehalten. Wir Eishockeyspieler müssen doppelt aufpassen, wenn wir später mit dem ganzen Team in der Garderobe zusammensitzen.

Die Pandemie trifft sämtliche Bereiche, auch die Wirtschaft. Der Profisport leidet unter den Zuschauereinschränkungen, die Löcher in die Kassen reissen. Auch bei Gottéron zeigen sich die Spieler solidarisch und verzichten auf einen Teil ihres Lohns – für Sie selbstverständlich?

Absolut. Es sind ja nicht nur die Spieler, alle Angestellten des Clubs legen eine sehr grosse Solidarität an den Tag. Der Vorstand hat sehr offen kommuniziert und kam mit einem guten Konzept auf uns Angestellte zu. Es war klar, dass ich meinen Teil dazu beitragen würde.

Am Donnerstag startet nun die Saison mit ein wenig Verspätung, der Ausgang ist ungewiss. Wie gross ist die Vorfreude unter diesen speziellen Voraussetzungen?

Die Vorfreude ist sehr gross! Es war nun eine lange Zeit, speziell für mich, weil ich in den Jahren zuvor meist an der WM war. Nun hat der Sommer fast doppelt so lange gedauert. Den letzten Ernstkampf hatte ich Ende Februar, deshalb ist die Vorfreude fast noch grösser als sonst. Das merkt man auch im Team, wir sind alle heiss, und es ist eine Anspannung zu spüren. Schade ist einzig, dass das neue Stadion nur zu zwei Dritteln gefüllt werden kann. Gleichzeitig müssen wir froh sein, dass überhaupt Zuschauer in die Halle dürfen.

Sie haben das Stadion angesprochen. Wie sehr macht die neue Halle Freude?

Mega. Ich komme mit einem anderen Gefühl ins Training als noch letzte Saison. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich in unsere neue Garderobe gehen kann. Das Stadion ist dem ähnlich, was ich während meiner Zeit in der NHL oft gesehen habe. Die letzten Jahre war die Halle eine ziemliche Baustelle. Das war teils mühsam. Wenn wir gewonnen haben, war es einfacher wegzustecken. Aber wenn wir verloren haben und dann obendrauf die Duschen nicht funktionierten, was oft vorkam, war es schon schwierig und teils ein Chaos.

Wirken sich die nun modernen Infrastrukturen auf die Leistung auf dem Eis aus?

Das so zu sagen, wäre übertrieben. Aber sie bringen eine gute Stimmung in die Mannschaft, was wiederum doch ein wichtiger Faktor ist.

Sie selber spielten bereits letzte Saison auf einem Top-Niveau. In welchen Bereichen können Sie sich noch steigern?

Überall, ich kann mich überall noch verbessern. Man hat nie ausgelernt. Ich beschäftige mich nun schon so lange mit dem Goalie-Sein und mache mir viele Gedanken darüber, was ich noch machen kann. Es gibt kein Limit. Es gibt so viele Details, die man verbessern und wo man noch schneller werden kann. Vor allem kann man noch mehr Speed reinbringen. Alles, was man bereits kann, kann man noch schneller machen. Ich lerne jeden Tag dazu, und ich habe jeden Tag das Ziel, mich zu verbessern.

Gibt es etwas in Ihrem Spiel, das Sie als Schwäche bezeichnen würden?

Ich denke, es ist der Speed. Ich bin ein gross gewachsener Goalie. Da sieht nicht nur alles langsam aus, es ist auch langsam. (lacht) Nein, im Ernst, ich kann viel mit meiner Grösse machen, darum hat man das Gefühl, dass der Speed nicht so wichtig ist. Aber ich würde gerne alle meine Bewegungen noch schneller machen können.

Sie sind ein, wenn nicht sogar der Schlüsselspieler bei Gottéron. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?

Das ist schön, ich geniesse es. Ich kenne es nicht anders, als Goalie bist du immer ein Schlüsselspieler – ich bei Gottéron eventuell noch mehr als anderswo. Aber diese Rolle gibt mir Energie und Lebensfreude. Gleichzeitig ist es ein Lernprozess, wenn es einmal nicht so gut läuft. Dann geht es darum, wie man darauf reagiert und wie man mit diesen Negativerlebnissen umgeht. Die Herausforderungen anzunehmen und daran zu arbeiten, zeigt mir, dass ich am Leben bin.

Als Torhüter tragen Sie viel Verantwortung. Ist das ein Grund, weshalb Sie auf dieser Position spielen?

Als kleiner Junge hat mir zuerst die Goalie-Ausrüstung imponiert. Eines Tages ging ich ins Tor – und bin dort irgendwie stecken geblieben. Sie liessen mich jedenfalls nicht mehr raus, ich weiss auch nicht weshalb, vielleicht war ich so gut … Als Feldspieler war ich immer zu langsam. Ich konnte zwar ziemlich gut Schlittschuh laufen, aber eben nicht schnell genug. Das Leben hat so gespielt, dass ich diese Position übernommen habe. Erst als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass ich als Torhüter sehr viel Verantwortung trage und grossen Druck habe. Ich bin irgendwie reingerutscht und habe dann entdeckt und gelernt, wie ich mit dieser Verantwortung umgehen kann.

Auf dem Eis stehen Sie unter Hochspannung. Wie schaffen Sie es, nach einem Spiel oder Training herunterzufahren?

Mit ganz einfachen, kleinen Dingen. Es fängt damit an, dass ich nicht mehr an Eishockey denke, sobald ich die Eishalle verlasse. Das ist simpel, regelt aber schon vieles. Man muss es eben trainieren. Da helfen mir meine Erfahrung und mein Alter.

Nicht nur Sie tragen Verantwortung, auch Christian Dubé hat viel Verantwortung übernommen, als er letzte Saison den Trainerposten übernahm. Wie erleben Sie ihn in der Funktion des Trainers?

Als sehr authentisch. Er ist sehr nahe an uns Spielern dran, er ist leidenschaftlich und pusht uns. Zudem kennt er die Liga wie kaum ein anderer. Zusammen mit Pavel (Assistenztrainer Rosa) und David (Goalie-Trainer Aebischer) macht er es wirklich super. Alle drei sind jung und frisch und kommen in der Mannschaft gut an.

Dennoch muss dieses Trio nun ohne den erfahrenen Sean Simpson auskommen, der letzte Saison noch als Berater tätig war …

Für mich ist es schwierig zu beurteilen, inwiefern er fehlt. Klar, Sean hat sehr viel Erfahrung, gerade im taktischen Bereich. Aber ich weiss nicht, wie viel Einfluss er diesbezüglich im Trainerbüro hatte.

Der Trainer ist in der neuen Saison der gleiche geblieben, hingegen stiessen einige neue Spieler zum Team. Wie schätzen Sie die Qualität in der Mannschaft ein?

Mir gefällt bereits sehr gut, was ich in den Testspielen gesehen habe. Auch im Training harmonieren schon viele Linien gut. In der Offensive sind wir bestimmt besser geworden. Defensiv haben wir viel gelernt, nachdem wir vergangene Saison nicht immer sauber von hinten raus gespielt haben. Nach zwei Monaten Vorbereitung kann ich sagen, dass wir uns überall steigern konnten.

Mit Connor Hughes haben Sie einen neuen Backup. Wie verläuft die Zusammenarbeit?

Mit Ludo (Ludovic Waeber, der zu den ZSC Lions wechselte – Red.) hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt. Jetzt ist alles neu, ich kannte Connor zuvor gar nicht. Speziell vor Saisonbeginn versuche ich als Torhüter mein Ding durchzuziehen, damit ich bereit bin. Aber klar unterstütze ich Connor. Er ist ja noch ein eher junger Torhüter. Auch hier versuche ich meine Leaderrolle auszufüllen und ihn zu unterstützen.

Mit den zwei Zusatzrunden umfasst die Qualifikation neu 52 Spiele. Das eine oder andere Spiel auszusetzen, ist für Sie sicherlich in Ordnung, oder?

Wenn Sie mich so fragen: Nein. Ich will immer spielen und habe keine Lust, zuzuschauen. Aber sicher gibt es Phasen, in denen die Belastung hoch ist und es sinnvoll ist, auch mal nicht zu spielen.

Stecken Sie sich vor einer Saison konkrete Ziele wie etwa eine bestimmte Abwehrquote?

Tatsächlich sitze ich jeweils wenige Tage vor dem Saisonstart mit dem Goalie-Trainer zusammen, und wir machen Vorgaben für die Fangquote oder den Gegentorschnitt. Das sind Zahlen, auf die heute viel Wert gelegt wird. Ich hoffe, dass die Statistiker jeden Schuss notieren, sonst stimmen die Zahlen dann auf einmal nicht mehr so genau. (lacht)

Und welche Ziele haben Sie mit der Mannschaft?

Der neue Modus sieht vor, dass sich die ersten sechs Teams direkt für die Playoffs qualifizieren. Da wollen wir dabei sein.

Vor einem Jahr haben Sie vorzeitig bis 2024 mit Gottéron verlängert. Kann man davon ausgehen, dass Reto Berra seine Karriere in Freiburg beenden wird?

Ja, das hoffe ich eigentlich. Aber das heisst nicht, dass ich nur noch vier Jahre spielen werde.

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