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«Purzelbaum» hat Wirkung gezeigt

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Autor: karin aebischer

Anfang 2010 wurden die Kindergärten in Schmitten leicht umgestaltet. Bewegungsfreundlicher sollten sie werden, denn in einem Purzelbaum-Kindergarten sollen sich die Kinder immer und überall bewegen können. Nicht nur die Umgestaltung des Schulzimmers ist ausschlaggebend, ob sich die Kinder mehr bewegen. Entscheidend ist vor allem, dass sich die Haltung der Lehrpersonen ändert. Diese haben sich während des Pilotversuchs regelmässig zum Thema ausgetauscht und wurden geschult.

Nach der eineinhalbjährigen Pilotphase (die FN berichteten) zieht die Suchtpräventionsstelle Freiburg als Projektleiterin eine positive Bilanz. «Purzelbaum führt zu konkreten Veränderungen bei Kindern und Lehrpersonen», sagt Projektleiter Thomas Oberson. Der positive Einfluss auf das Bewegungsverhalten der Kinder sei gross. «Sie haben auch auf dem Pausenplatz neue Sachen ausprobiert und Ideen mit nach Hause gebracht.»

Purzelbaum fördert, dass sich die Kinder nach individuellen Stärken und Schwächen frei bewegen können. «Es wird nicht gemessen, und es gibt keine Stoppuhr.» Aus Sicht der Lehrpersonen und aus Sicht der Eltern hätten sich durch Purzelbaum beim kindlichen Bewegungsverhalten klare Verbesserungen gezeigt.

Erstklässler beweglicher

Auch Claudine Augsburger, Gesundheitsverantwortliche der Schule Schmitten, bezeichnet die Einführung von Purzelbaum als sehr gelungen. «Die Kinder haben ein besseres Körpergefühl, wurden dadurch sicherer, und das hat sich auch auf die Lehrpersonen übertragen.» Der Geräuschpegel sei zwar wie erwartet zum Teil höher gewesen als in «gewöhnlichen» Kindergärten. Dies habe im Projektverlauf aber nur ein geringes Problem dargestellt. «Den Erstklasslehrpersonen ist im Turnunterricht aufgefallen, dass die Kinder motorisch weiter entwickelt sind als in anderen Jahren», sagt Claudine Augsburger. Aufgrund der Erfahrungen wird das Projekt in den fünf Schmittner Kindergärten weitergeführt und in ein Modell umgewandelt.

Elternarbeit ist schwierig

In der Elternarbeit sieht Thomas Oberson Verbesserungspotenzial. Denn diese hat sich als schwierig erwiesen. «Die Bewegungskultur der Purzelbaum-Kindergärten reicht leider noch nicht bis in die Familien», bedauert er und betont, dass Bewegungsaktivitäten nicht nur Aufgabe des Kindergartens seien. Die Schere zwischen Kindern aus Familien, die einen aktiven Lebensstil pflegen, und solchen aus Familien, die sich nicht oder nur ungenügend bewegen, öffnet sich immer stärker.»

Die Eltern seien dafür verantwortlich, dass Kinder im Spiel Raum zur Entfaltung finden, eigene Erfahrungen sammeln können und neue Herausforderungen finden. Ganz nach dem Motto «Hilf mir, es selbst zu tun» würden Kinder so ein aktives, selbst gesteuertes Lernen erwerben.

Nur für Deutschfreiburg

Im deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg soll das Projekt Purzelbaum weitergeführt werden. Im französischsprachigen Teil hingegen soll es gemäss Entscheid der Behörden gar nicht erst eingeführt werden. «Das bedauern wir», sagt Thomas Oberson. Kindergärten in Düdingen, Plaffeien, Plasselb und in Freiburg befinden sich zurzeit in der Projektphase. Er würde sich wünschen, dass sich noch mehr Deutschfreiburger Schulen für Purzelbaum entscheiden. Und das so bald als möglich. Denn bis zum Schuljahr 2012/13 übernimmt der Kanton die Kosten für das Coaching und die Weiterbildung der Lehrpersonen. Die Gemeinde muss für die Umgestaltung der Schulzimmer aufkommen. «Mein Ziel ist es, so viele Kindergärten und Lehrpersonen wie möglich zu finden, die in das Projekt einsteigen. Denn Bewegung ist durch nichts zu ersetzen», sagt Thomas Oberson.

Zahlen und Fakten

Zusammenarbeit ist der Erfolgsschlüssel

Die Realisierung von «Purzelbaum» ist eine Massnahme des kantonalen Programms «Gesundes Körpergewicht», das den Fokus auf Kinder zwischen vier und sechs Jahren legt. Im Auftrag der Freiburger Gesundheitsdirektion und in Zusammenarbeit mit der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport plant und betreut die Suchtpräventionsstelle Freiburg das Projekt. «Die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den beiden Direktionen und den Gemeinden ist der Schlüssel zum Erfolg für die Umsetzung des Projektes», sagt Thomas Oberson. Will eine Gemeinde den Purzelbaum-Kindergarten einführen, sind mit Ausgaben pro Klasse von zirka 1500 Franken zu rechnen. Der Kanton kommt für die Kosten in den Bereichen Projektleitung, Weiterbildung, didaktisches Material, Evaluation und Homepage auf. ak

Weitere Informationen: thomas.oberson@prevention-fr.ch

Anfang 2010 haben die fünf Schmittner Kindergärten die Pilotphase gestartet und ihre Schulzimmer bewegungsfreundlicher gestaltet.Bild Aldo Ellena/a

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