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Rachefeldzug gegen die Ehefrau

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Rachefeldzug gegen die Ehefrau

Aussergerichtliche Einigung in einem Fall von Belästigung

Am Strafgericht Sense in Tafers hätte gestern der Fall eines Mannes verhandelt werden sollen, der seine Frau nach der Trennung verleumdet, beschimpft und bedroht hat. Die Parteien konnten sich aber aussergerichtlich einigen.

Von IMELDA RUFFIEUX

Der 48-jährige Mann war wegen Tätlichkeiten, Verleumdung, Beschimpfung, Missbrauch einer Fernmeldeeinrichtung, Drohung und Nötigung angeklagt worden. Er hatte die Trennung von seiner Frau vor rund zwei Jahren nicht gut verkraftet und diese in der Folge regelrecht verfolgt.

Seine Vorstösse beschränkten sich aber nicht auf ihre Person allein, sondern schlossen auch ihre Arbeitsstellen, zwei Pflegeinstitutionen, sowie ihre Kolleginnen ein. Der Mann schickte Faxe, Briefe und SMS, fuhr der Frau nach und beobachtete sie. Die Heime erhielten während mehr als einem Jahr bis zu 500 Faxe pro Monat, in denen er seine Frau teils sehr grob beschimpfte und ihre Anstellung bzw. ihre Qualifikation in Frage stellte.

Der Mann war in der Zwischenzeit mehrfach in therapeutischer Behandlung und unterzieht sich auch jetzt einer psychiatrischen Therapie.

Suche nach
aussergerichtlicher Lösung

Vor dem Strafgericht Sense in Tafers traten einerseits die in Trennung lebende Ehefrau, andererseits auch eine Kollegin bzw. der Vertreter der beiden Pflegeheime als Zivilkläger auf. Gerichtspräsident Reinold Raemy rief die Parteien dazu auf, eine andere Lösung zu finden, als das strafrechtliche Verfahren durchzuziehen. Er schlug vor, dass die verschiedenen Strafanträge zurückgezogen werden – dies unter der Bedingung, dass der Mann seine Therapie weiterführt.

Alle Parteien waren nach einer kurzen Diskussion mit diesem Vorgehen einverstanden. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Thomas Zbinden, betonte, dass sein Mandant willig sei, sich weiterbehandeln zu lassen.

Seitens der Pflegeinstitutionen hielt Rechtsanwalt Kurt Gaensli fest, dass der Angeschuldigte in einem kürzlich verschickten Mail selbst angekündigt hat, dass er mit seinem Rachefeldzug sein Ziel erreicht habe. Damit sprach er die Tatsache an, dass der ehemaligen Gattin des Mannes in der Zwischenzeit gekündigt worden ist. Anwalt Gaensli sah damit die Voraussetzungen gegeben, dass die Angelegenheit nun ruhen werde.

Entschädigung von
30 000 Franken gefordert

Gleichzeitig machte er für die beiden Heime sowie die betroffenen Angestellten eine Entschädigung von insgesamt 30 000 Franken geltend. Er wies unter anderem auf die hohen Papierkosten hin, die allein bei einer der beiden Pflegeinstitutionen entstanden waren, da der Mann in diesen 14 Monaten bis zu 9000 Faxseiten versandte. Dazu kommen Kosten für die Tonerpatrone sowie der Ersatz eines ganzes Faxgerätes, das durch den intensiven Gebrauch beschädigt worden war.

Verpflichtung, sie in Ruhe zu lassen

Die aussergerichtliche Einigung sah schliesslich vor, dass die Strafanträge zurückgezogen werden und dass sich der Mann im Gegenzug dazu verpflichtet, sich bis mindestens Ende 2006 weiterbehandeln zu lassen. Ausserdem musste er sich verpflichten, die Strafklägerinnen inskünftig in Ruhe zu lassen und die Beschwerden an die kantonalen Stellen gegen die Heime zurückzuziehen.

Was die finanzielle Entschädigung betrifft, so muss der Mann seiner Frau innerhalb der nächsten sechs Monate 4000 Franken bezahlen. Der Kollegin seiner Frau wurden 1000 Franken zugesprochen. Die beiden Heime und ihre Angestellten erhalten für Genugtuung, Schadenersatz und Parteikosten einen Betrag von insgesamt 20 000 Franken – zahlbar in Raten. Der Mann muss ebenfalls die Gerichtskosten übernehmen.

«Auf dem Weg der Besserung»

«Es liegt an Ihnen, das Nötige zu unternehmen, dass es nicht zu weiteren Sitzungen kommt», legte Reinold Raemy dem Angeschuldigten am Schluss ans Herz. Ein-, zwei Anzeigen seien noch hängig, die wohl zurückgezogen würden, wenn er sich an das Versprochene halte. Er riskiere sonst neue Verfahren und neue Kosten, betonte der Gerichtspräsident. «Ich bin auf dem Weg der Besserung», antwortete darauf der Mann.

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