Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Rätselhaftes Fischsterben in der Saane

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Seit Tagen riecht es unterhalb des Wasserkraftwerks Ölberg im Auquartier immer wieder stark nach Fisch. Das Amt für Wald, Wild und Fischerei wurde bereits vor einer Woche informiert, dass Dutzende tote Fische auf den Kiesbänken in der Saane lägen: 40 waren es am vergangenen Dienstag, 1400 dann am Abend von Auffahrt. Und gestern Morgen schliesslich sammelten drei Wildhüter und Fischereiaufseher des Kantons 3500 tote Lauben ein (siehe Kasten). Vor Ort machte sich auch der kantonale Fischereiverwalter, Jean-Daniel Wicky, ein Bild von der Lage. «Das ist nicht schön! Und ich habe im Moment keine Erklärung dafür. Das habe ich erst einmal in der Kleinen Saane unterhalb des Greyerzersees erlebt.»

Mögliche Ursachen

Die Lauben sähen auf den ersten Blick unversehrt aus, was die These, dass sie ihren Tod in den Turbinen des Wasserkraftwerks gefunden haben, eher ausschliesse. Bei genauem Hinschauen weisen einige wenige Fische zwar äussere Verletzungen auf. Aber ob diese von Vögeln, den Steinen, auf welchen sie lagen, oder doch von den Turbinen herrühren, könne man derzeit nicht sagen, erklärte Wildhüter und Fischereiaufseher Pascal Balmer.

Speziell ist im vorliegenden Fall, dass nur eine Fischart vom Fischsterben betroffen ist. Wicky schliesst daraus, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser in Ordnung sein müsse. «Denn sonst hätte es zuerst die Forellen getroffen. Die reagieren sehr sensibel auf Sauerstoffmangel. Aus diesem Grunde kann auch eine Gewässerverschmutzung ausgeschlossen werden.» Dennoch würden derzeit Wasserproben der Saane vom kantonalen Labor des Amtes für Umwelt untersucht.

Wicky schliesst im Weiteren die Möglichkeit aus, dass die Lauben Opfer sogenannter Fischfallen wurden. Solche entstehen, wenn nach dem Schwall, also wenn die Kraftwerke turbinieren und bis zu maximal 99 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Schleusen lassen, der Wasserstand wieder auf mindestens vier Kubikmeter pro Sekunde sinkt, und die Tiere in den Tümpeln auf den Kiesbänken eingeschlossen bleiben. Denn gemäss Wicky wurden die Kiesbänke vor einiger Zeit ausgeebnet.

Fischereiverwalter Wicky kann sich aber vorstellen, dass die Lauben dennoch indirekt wegen der Flutung gestorben sind. Denn Lauben sind See- und Schwarmfische der stehenden oder langsam fliessenden grossen Flüsse. «Ihnen fehlt der natürliche Reflex, sich mit der Strömung zurückzuziehen, weshalb sie sich möglicherweise plötzlich auf dem Trockenen wiederfanden.» Dieses Phänomen könnte auch mit dem Laichverhalten der Lauben zu dieser Zeit erklärt werden.

Turbiniert wie immer

Bleibt dennoch die Frage, warum gerade unterhalb des Ölbergs und gerade jetzt?

Gemäss Angaben von Groupe E hat das Elektrizitätswerk in den vergangenen Tagen keine speziellen Vorkommnisse registriert, wie der Leiter Wasserkraftwerke, Lionel Chapuis, auf Anfrage erklärte: «Wir haben alles überprüft. Wir haben keine Panne festgestellt und konnten keine Verschmutzungen ausmachen wie etwa durch das Auslaufen von Öl. Wir haben im gleichen Ausmass turbiniert wie üblich, und auch die Stauklappe bei der Staumauer Magere Au blieb zu.»

Das schliesse aber nicht definitiv aus, dass das Lauben­sterben trotzdem etwas mit dem Turbinieren zu tun habe, so Chapuis. «Die Groupe E wird alle Daten an den Kanton weiterleiten und mit ihm zusammen nach den Gründen für das Fischsterben suchen.»

Es bleibt noch die Feststellung, dass die verendeten Fische grösstenteils männlich waren. «Möglich, dass sie vom Schiffenensee her auf dem Weg zu Laichplätzen unterhalb des Wasserwerks waren», sagt Fischereiverwalter Jean-Daniel Wicky.

Fische zur Analyse in Bern

Antworten auf die mögliche Ursache des Laubensterbens ergeben vielleicht die Analysen der Untersuchungsstelle für Fischkrankheiten am Tierspital Bern, wohin ein Teil der Fische geschickt wurde.

Tierart

Die Laube lebt in Schwärmen

Die Laube oder französisch Ablette ist ein Kleinfisch von 15 bis maximal 20 Zentimetern Länge. Seiten und Bauch haben einen silbernen Glanz. Lauben ernähren sich von Plankton und Insekten der Wasseroberfläche. Sie leben in grösseren Schwärmen. Lauben sind in Europa nördlich der Alpen und der Pyrenäen zwischen Atlantik und Ural verbreitet. In der Schweiz besiedeln sie hauptsächlich die grossen Seen und die grösseren, artenreichen Flüsse des Mittellandes. Lauben laichen im Frühling im Flachwasser ab. Sie kleben die Eier an Steine, Unterwasserpflanzen, überschwemmtes Gras und an Holz. Die Laube reagiert wenig empfindlich auf die Wasser- und Lebensraumqualität, wie dem Fischatlas der Schweiz zu entnehmen ist. Sie kann sich recht gut anpassen.

rsa

 

Mehr zum Thema