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«Raumplanung muss griffig werden»

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Roman Hapka, Staatsratskandidat der Grünen, will Denkpause bei wirtschaftlicher Entwicklung

Autor: Mit ROMAN HAPKA sprach WALTER BUCHS

Welches sind Ihre Beziehungen zum Kanton Freiburg und zu seiner Bevölkerung?

Im Kanton Neuenburg aufgewachsen, habe ich durch Heirat mit einer Freiburgerin 2003 im Broyebezirk Wohnsitz genommen. Wie viele andere Zugezogene bin ich daran, mich hier zu engagieren und mich auf verschiedenen Ebenen voll zu integrieren.

Was hat Sie nun zu einer Kandidatur bewogen?

Die Grünen Freiburg sind im Hinblick auf eine Grossratsliste auf mich zugekommen. Wenn ich sehe, was die Grünen in den Nachbarkantonen wie Bern erreicht haben, bin auch ich entschieden der Meinung, dass sich ebenfalls in Freiburg Grüne Persönlichkeiten zur Wahl anbieten sollten. So kann man die Aufnahmefähigkeit bei den Wählern testen. Übrigens haben sich in anderen Kantonen Erfolge der Grünen meist überraschend eingestellt.

Aber die Grünen sind ausserhalb der Agglomeration nur wenig bekannt. So kennt man auch Sie im Gegensatz zu Ihren Mitkandidaten nur wenig.

Gerade deshalb ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass die Grünen aus der Agglomeration Freiburg, wo ein gewisser Rückhalt vorhanden ist, ausbrechen und in den ländlichen Bezirken mit Listen präsent sind. Aus dieser Überlegung heraus hat sich meine Staatsratskandidatur entwickelt.Wir sind entschieden der Meinung, dass unsere Chancen keineswegs null sind, da auch im Kanton Freiburg zunehmend mehr Leute, namentlich auch viele Zugezogene wie ich, unsere Sensibilitäten teilen. Wir sind ein Pol am Rande des politischen Spektrums, und solche Pole stossen auf Interesse.

An der Pressekonferenz der Grünen im vergangenen Juli haben Sie gesagt, dass Ihnen am Programm dieser Partei namentlich der ganzheitliche Ansatz gefällt. Welches sind Ihre Hauptanliegen?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Als kürzlich bekannt wurde, dass Nespresso in Avenches eine Produktionsstätte bauen wird, haben unsere Politiker das als grossen Sieg gefeiert, dass dieser Ort gewählt wurde und nicht Orbe im Waadtland. Dieses engstirnige Denken, das meistens vorherrscht, zeigt, dass eine globale Sicht der Dinge fehlt. Uns geht es nicht besser, wenn wir dem Nachbarn etwas wegnehmen.Nachhaltige Entwicklung heisst auch die Auswirkungen auf andere berücksichtigen. Freiburg wird eines Tages dafür büssen, dass man ohne Prioritäten, ohne auf Qualität zu setzen, einfach alles, was kommt, hier ansiedeln will. Neben dem Beispiel vom vergangenen Jahr mit Amgen denke ich an Aldi, Lidl oder an Freizeitparks.

Welche Alternative haben Sie?

Freiburg hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirtschaftlich enorm aufgeholt. Das 21. Jahrhundert sollte nun dazu genutzt werden, etwas zu bremsen und sich zu überlegen, wohin die Entwicklung geht und nicht mehr unbesehen alles akzeptieren. Das ist heute die Botschaft von uns Grünen: Lassen wir uns jetzt ein wenig Zeit zum Überlegen. Die öffentlichen Finanzen lassen das auch zu.

Die grundsätzliche Kritik der Grünen den Behörden gegenüber ist unüberhörbar. Was läuft in der Freiburger Politik falsch?

Beim Verkehr hat das Auto heute absolute Priorität. Die Poya-Brücke ist ein Zeichen dieser Einstellung. Deshalb haben wir zum Projekt auch Nein gesagt, um zu einem Paradigmenwechsel zu kommen: Die Mobilität ist auf der Ebene des öffentlichen Verkehrs, des Velos usw. zu fördern und nicht einseitig durchs Auto.Auch im wirtschaftlichen Bereich gilt es, vom kurzfristigen Denken Abschied zu nehmen und sich bei einem Projekt immer zu überlegen, was dies mittel- und insbesondere langfristig bringt. Die Wirtschaftsstruktur, die man heute fördert, sollte auch noch in 20, 30 Jahren Bestand haben. Das ist das, was ich unter nachhaltiger Entwicklung, unter globaler Sicht verstehe.

Wo würden Sie als Regierungsmitglied anpacken?

Der Schlüssel, um Gegensteuer zu geben, ist die Raumplanung. Heute beruht das Ganze auf nichtssagenden Bestimmungen. Alles ist zulässig. Die Gemeinden nutzen dies aus und die Regierung handelt je nach Gutdünken.Im Beschrieb des Richtplans hat es zwar viele gute Absichten. Nun gilt es, diese mit griffigen Bestimmungen umzusetzen, und dies in einer globalen Sicht, die neben wirtschaftlicher Entwicklung auch soziale Sicherheit und Gerechtigkeit im Auge hat.

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