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Rechnung an den Kanton fällt gnädig aus

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15 Millionen Franken–dieses Budgetdefizit hing wie ein Damoklesschwert über allem, was das Freiburger Spital (HFR) 2012 in Angriff nahm. Mit diesen 15 Millionen Franken Defizit wurde vieles begründet: das rigorose Durchleuchten aller Abläufe; kurz- und mittelfristige Massnahmen bis hin zur Schliessung des Spitals in Châtel-St-Denis; das Mandat für eine Machbarkeitsstudie zu langfristigen Massnahmen inklusive einer möglichen Konzentration auf einen Akutstandort.

Nun hat das HFR die Rechnung 2012 präsentiert. Sie schliesst nicht wie befürchtet mit einem Defizit von 15 Millionen, sondern von «bloss» 5,4 Millionen Franken. Bevor Generaldirektorin Pauline de Vos Bolay auf Ende dieses Monats ihr Amt verlässt, erklärte sie gestern an einer Pressekonferenz, wie es dazu kam.

Stabilisierung der Kosten

Für Pauline de Vos ist das über Erwarten gute Ergebnis nicht auf Pessimismus bei der Budgetierung zurückzuführen, sondern ein Resultat der im vergangenen Jahr vorgenommenen Massnahmen. «Wir haben mehr Einnahmen, was uns freut, aber gleichzeitig mussten wir die Kosten in den Griff bekommen», so de Vos.

Verwaltungsratspräsident Philippe Menoud erinnerte daran, dass Pauline de Vos genau vor einem Jahr die kurz- und mittelfristigen Massnahmen präsentiert hatte. Dazu gehörte die Schliessung des Spitals in Châtel-St-Denis sowie die nächtliche Schliessung des Operationsblocks in Tafers. Jetzt seien all diese Massnahmen in Kraft, und die Resultate schlügen sich in der Rechnung nieder.

Pauline de Vos präzisierte, dass die Massnahmen sich erst ab September 2012 ausgewirkt hätten. 2013 würden diese Massnahmen noch stärker zum Tragen kommen und 2014 ihre volle Wirkung erzielen. Als Beispiel dafür erwähnte de Vos, dass in Châtel-St-Denis immer noch eine Palliativabteilung untergebracht ist. Sie verkündete aber, dass man diese nun in der Villa St-François gleich neben dem Kantonsspital unterbringen könne (siehe Kasten).

Die abtretende Generaldirektorin wies darauf hin, dass die Rechnung 2012 immer noch mit einem Fragezeichen versehen ist. Weiterhin ist nämlich zwischen dem Spital und einem Grossteil der Versicherer keine Einigung über die Tarife erzielt. Der Kanton hat wohl eine provisorische «base rate» von 10 150 Franken festgelegt, doch wenn ein Gericht zugunsten der Versicherer entscheiden sollte, kann sich das Resultat noch um drei Millionen Franken verschlechtern.

 Langzeitstrategie steht

Nebst den kurz- und mittelfristigen Massnahmen erwartet der HFR-Verwaltungsrat einen weiteren Effizienzgewinn durch langfristige Massnahmen. Präsident Philippe Menoud sagte an der Pressekonferenz, dass der Verwaltungsrat am Donnerstag die Langzeitstrategie genehmigt habe. Diese vereint die viel diskutierte Machbarkeitsstudie durch die Boston Consulting Group mit Elementen wie einer architektonische Studie und einem Bericht über Permanencen.

Über den Inhalt der Langzeitstrategie verriet Menoud indessen nichts. Er sagte, dass diese dem Staatsrat vorgelegt werde, und dass dieser hoffentlich bis Sommer dazu Stellung nehme.

Der Inhalt der Strategie betrifft zwar Kompetenzen des Verwaltungsrates, aber weil der Staatsrat eine neue Spitalplanung ab 2015 vorlegen muss, will der Verwaltungsrat die Langzeitstrategie von der Regierung absegnen lassen.

Im Hinblick auf die langfristige Planung verzichtet das HFR nun auf den Bau eines Verwaltungspavillons, wie er 2012 einmal angekündigt worden war. Auch weitere Grossprojekte sollen erst nach Vorliegen der Langzeitstrategie an die Hand genommen werden. Philippe Menoud sprach dabei die Frage an, ob das Kantonsspital im grossen Stil umgebaut wird oder ob ein Neubau entstehen soll.

Zum jetzigen Zeitpunkt scheint das Raumproblem im HFR nicht mehr ganz so akut. In die Villa St-François können Personalbetten vom Spitalgebäude verlegt werden. Zudem ist es dem HFR gelungen, die Aufenthaltsdauer der Patienten zu verkürzen. Obwohl gemäss Generaldirektorin de Vos die Zahl der stationären Patienten fast unverändert geblieben ist, ging die Belegungsdauer um total 10 000 Tage zurück.

 Im Gegensatz zum stationären Bereich wurden im ambulanten Bereich elf Prozent mehr Patienten registriert. Der Medizinische Direktor Bernard Vermeulen kündigte an, dass das HFR auf die Entwicklung und somit auf lange Wartezeiten reagiere: Im Notfallbereich wird ein schnellerer Behandlungspfad für Patienten mit kleineren Beschwerden eingerichtet.

Zahlen und Fakten

Weniger lang im Spital

Das Freiburger Spital hatte im Jahr 2012 Ausgaben von 434,5 Millionen Franken und Einnahmen von 429,1 Franken. Daraus resultierte ein Betriebsdefizit von 5,4 Millionen Franken. Der Aufwand liegt um 1,4 Prozent über dem Budget; zwei Drittel davon entfallen auf Personalkosten. 3175 Angestellte belegten 2173 Vollzeitstellen. Mehreinnahmen generierte der Anstieg an ambulanten Behandlungen um 43000 auf insgesamt 360000. Das Kantonsspital verzeichnete 38000 Notfallaufnahmen, gefolgt von Riaz (15000), Merlach (8764) und Tafers (7055). 128700 Personen nahmen eine stationäre Behandlung in Anspruch. Die Zahl an Pflegetagen ging um rund 10000 auf 133000 zurück. Die Aufenthaltsdauer in der Akutpflege ging im Akutbereich von 7,11 auf 6,63 Tage und in der Rehabilitation von 22,48 auf 20,99 Tage zurück.uh

Palliativpflege: Umzug in die Villa St-François

A b Dezember 2013 verlegt das Freiburger Spital die Abteilung Palliativpflege vom Standort Châtel-St-Denis in die Villa St-François in unmittelbarer Nähe des Kantonsspitals. Der HFR-Verwaltungsrat hat den Entscheid zum Umzug nach Villars-sur-Glâne am Donnerstag gutgeheissen. Er hat mit den Besitzerinnen der Villa, der Congrégation des Soeurs de la Présentation de Marie, einen Mietvertrag über fünf Jahre vereinbart. Bis dann dürfte das HFR über ein Globalkonzept zur Palliativpflege verfügen und eine permanente Lösung anvisieren.

Der Umzug in die Villa St-François erfolgt gestaffelt. Der Mietvertrag tritt per 1. August in Kraft; ab diesem Zeitpunkt werden zwei Stockwerke des Gebäudes als Wohnraum für HFR-Personal dienen. Die Abteilung Palliativpflege wird im Dezember 2013 in die Villa einziehen. Somit kann per 1. Januar 2014 die vollständige Eigentumsübertragung des Standortes Châtel-St-Denis an die Vivisbacher Gemeinden erfolgen. Dort soll in Zukunft ein medizinisches Zentrum entstehen, das aber nichts mehr mit dem HFR zu tun hat.

Von Châtel-St-Denis werden zwölf Palliativbetten nach Villars-sur-Glâne verlegt. Das HFR hebt in einer Mitteilung die Nähe zur Akutversorgung des Kantonsspital als entscheidenden Vorteil hervor.

Gemäss Generaldirektorin Pauline de Vos Bolay hat dieser Umzug keinen Einfluss auf die Palliativabteilung in Merlach. Nach dem Umbau werden diese Betten dort verbleiben. uh

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