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Rechthaltens Kirchenschätze gewürdigt

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Die Kirche Rechthalten lässt das Herz von Kunsthistorikern höherschlagen. Sie hat eine bewegte Geschichte hinter sich und birgt eine Vielzahl von Besonderheiten, die sie von anderen Kirchen abhebt. Dies ist zwar schon länger bekannt, doch hat die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte die Details der Rechthaltner Pfarreibauten nun für einen Kunstführer näher erforscht. Die Publikation wird am Sonntag der Öffentlichkeit vorgestellt (siehe auch Kasten).

Reicher Innenraum

Auf die Frage, was die Kirche Rechthalten so besonders mache, kann Co-Autor Manuel Mayer nicht nur eine Antwort geben. Es sei einerseits ihr hervorragender Erhaltungszustand als Werk des Freiburger Rokoko, sagt er. Aber auch die reiche Ausstattung im Innern wie etwa die Deckenmalerei von Jacob Stoll, der Stuck aus der bekannten Moosbrugger-Werkstatt und die farbenfrohen Altäre seien speziell.

«Die Kirche besitzt ein Ensemble von Deckenmalereien, das Jacob Stoll geschaffen hat und das im Kanton einzigartig ist.» Dies sei ein Beweis dafür, dass Stoll einer der wichtigsten Rokokomaler des Kantons und einer der wenigen Experten für grossformatige Wandkompositionen gewesen sei.

Neue Erkenntnisse

Einzigartig ist auch die Orgel. «Die Kirche besitzt die letzte Orgel des berühmten Orgelbauers Aloys Mooser mit einem hervorragenden Gehäuse», so der Kunsthistoriker Manuel Mayer. Aloys Mooser habe mit seiner Orgel nicht nur ein bedeutendes Instrument, sondern auch ein herausragendes Ausstattungsstück für die Kirche geschaffen. «Was die Mooser-Forschung bislang noch völlig übersieht, ist, dass ein Gehäuse Moosers direkt von seinem Aufstellungsort inspiriert sein kann. In Rechthalten reagiert Moosers Gehäuse ganz bewusst auf die Rokokoformen der Deckengemälde und schafft es so, die dargestellten religiösen Inhalte mit der Klangwelt seines Instruments zu verbinden.»

Eifriger Dorfchronist

Die Geschichte des Kirchenbaus – etwa der Wiederaufbau nach Brandfällen – ist relativ gut erforscht, weil der damalige Dorfchronist Hans-Joseph Eltschinger die Bauarbeiten recht detailliert beschrieben hat. Weniger erforscht war bisher der kunsthistorische Wert der Kirchenschätze, wie Ma­nuel Mayer ausführt. Im Rahmen dieser Arbeiten sind die Fachleute denn auch auf ein paar Überraschungen gestossen. So entdeckten sie etwa das Gemälde «Das Letzte Abendmahl» von Joseph Sautter dem Älteren. Es sieht einem Gemälde frappierend ähnlich, das in grösserer Ausführung in einem Seitenaltar der Kathedrale St. Nikolaus hängt. Und sie fanden das «Opferblatti», ein metallenes Gefäss, das wohl zum Sammeln von Spenden zum Einsatz kam. An dessen Rand befindet sich eine bemalte Plakette mit einem Bild der Pfarrkirche, das wohl aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt. So stellt das Bild die älteste und verlässlichste Darstellung des ursprünglichen Aussehens der heutigen Pfarrkirche dar.

Spannende Geschichte

Gemäss Markus Andrea Schneider, leitender Redaktor der Kunstführerreihe, wird jedes Objekt, das als Thema in Frage kommt, genau evaluiert. «Wir ziehen dabei immer die Denkmalpflege bei.» Im Falle von Rechthalten habe es mehrere Faktoren gegeben, die für einen Kunstführer sprachen. Neben der bereits erwähnten reichen Innenausstattung war es auch die Geschichte der Pietà. Hinter der Figur der trauernden Maria mit dem Leichnam ihres Sohnes im Schoss steckt eine spannende Geschichte: Der Wert der Figur, die lange in einem Bethaus stand, blieb lange unerkannt: Der Kunsthistoriker Heribert Reiners tauschte sie für wenig Geld beim Besitzer des Bethauses ein und bot sie diversen Museen zum Kauf an. Niemand wollte sie.

Als er des Landes verwiesen wurde, nahm er die Figur mit nach Deutschland. Über Umwege gelangte sie in die Hände des privaten Sammlers Emil Bührle aus Zürich. Das Original blieb dort, die Pfarrei Rechthalten erhielt von dessen Erben aber eine Kopie. Der Zufall will es, dass derzeit auch das Original in Freiburg zu sehen ist – im Rahmen der Sonderausstellung «Freiburg im 14. Jahrhundert» im Museum für Kunst und Geschichte.

Engagierte Pfarreimitglieder

Markus Schneider, der schon viele Kunstführer betreut hat, sind bei der Geschichte der Kirche Rechthalten neben den kunsthistorischen Besonderheiten auch menschliche Faktoren ins Auge gestochen: «Man spürt stark das grosse Engagement der Leute beim Wiederaufbau der Kirche damals und ihre grosse Verbundenheit.» Das geht aus den Schilderungen des Dorfchronisten deutlich hervor, der davon sprach, wie sich «ungelehrte» Bewohner des Dorfes für die Kirche «aufgeopfert» haben.

Der Kunstführer enthält auch Beiträge zur Totenkapelle, zum Buechechäppeli und zur Kirche Brünisried. Es dauert zwar eine Weile, bis man sich als Laie mit der Sprache der Kunstexperten vertraut gemacht hat. Einige Passagen sind deshalb etwas zäher zu lesen als andere. Wer sich aber darauf einlässt, erfährt viel Spannendes über die Recht­haltner Kirche – am besten kommt der Text wohl zur Geltung, wenn man sich die Passagen direkt vor Ort mit Blick auf die beschriebenen Objekte zu Gemüte führt.

«Die Kirche besitzt die letzte Orgel des berühmten Orgelbauers Aloys Mooser mit einem hervorragenden Gehäuse.»

Manuel Mayer

Autor des Kunstführers

Publikation

«Der Kunstführer soll unter die Leute kommen»

Die Pfarrei Rechthalten hat Anfang September 2018 den Jahrestag der Einweihung der Kirche vor 250 Jahren gefeiert und damals den Kunstführer angekündigt. 15 Monate später ist es nun so weit. Am Sonntag, 1. Dezember, findet die Vernissage statt. «Wir wollten zum Kirchenjubiläum etwas schaffen, was bleibt», sagt Bea­trice Molinari, Vize-Pfarreiratspräsidentin. Zugleich sei es dem Pfarreirat darum gegangen, die Schätze der Kirche einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die Pfarrei wird den Kunstführer deshalb zu einem Vorzugspreis verkaufen, grosszügig an die Sponsoren verteilen oder auch als Gabe zu verschiedenen Gelegenheiten abgeben. «Er soll unter die Leute kommen und nicht irgendwo nutzlos gelagert werden.»

Beliebte Publikationsreihe

Von anderen Schweizer Kunstführern hat sie mitbekommen, dass diese auch Besucher von weiter her dazu animiert, die beschriebenen Schauplätze zu besuchen. Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte hat seit ihrer Gründung 1935 über 1000  Kunstführer herausgegeben und davon über fünf Millionen Exemplare verkauft. Im Kanton Freiburg gibt es unter anderem Publikationen zu den Kirchen Plaffeien, Tafers und Kerzers. Der Band über die Pfarrkirche Rechthalten trägt die Nummer 1047.

Dank Sponsoren finanziert

Die Pfarrei Rechthalten hat für die Finanzierung des Kunstführers Sponsoren gesucht und so zwischen 20 000 und 30 000 Franken gesammelt. Die Autoren, die Kunsthistoriker Manuel Mayer und Lisa-Marie Wittler, sind Mitarbeiter im Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg und sind für diese Arbeit freigestellt worden. Wie Markus Schneider, Redaktor bei der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, erklärte, hat die Zusammenarbeit zwischen der Pfarrei, dem Kulturgüteramt und der Gesellschaft sehr gut funktioniert.

Der Gesellschaft sei es ein Anliegen, die Geschichte eines Objekts so zu erzählen, dass auch ein Laie davon gepackt werde. Beatrice Molinari hätte sich gerade in dieser Hinsicht eine leichter verständliche Sprache gewünscht. «Die Texte dürften etwas süffiger sein. Es ist halt die Sprache der Kunstgeschichtsexperten.»

im

Vernissage: Pfarrkirche, Rechthalten, So., 1. Dezember, 16 Uhr. Erhältlich: bei der Pfarrei Rechthalten, bei der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte und im Buchhandel.

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