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Reform der Besteuerung

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Autor: Replik auf den Leserbrief «Reform der Besteuerung ist notwendig» von Hans E. Brülhart in den FN vom Mittwoch, 22. Februar

Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat in einer (leider) viel beachteten Studie sogenannte Steuerausfälle des Bundes aufgelistet. Aufgelistet ist das richtige Wort, denn da haben anscheinend einige Beamte einfach alles, was ihnen in den Sinn gekommen ist, auf eine Liste gesetzt und daraus eine Summe errechnet.

Wenn man die Liste etwas genauer anschaut – und diese Zeit sollte man sich wirklich nehmen –, sieht man allerdings, dass mit einer sofortigen Änderung im Steuerrecht vielleicht noch etwas zugewartet werden sollte. Zu den grössten Posten bei der direkten Bundessteuer gehören die Einzahlungen der Arbeitnehmer in die Pensionskasse (3,5 Milliarden Franken), Kinderabzüge für Eltern (750 Mio.) oder der Abzug für die Zahlungen an die Krankenkasse (600 Mio.). Auch werden Arbeitnehmer in Randregionen kaum Freude haben, wenn die Abzüge für Fahrkosten und auswärtige Verpflegung (1 Mrd.) zusammengestrichen werden. Bei der Mehrwertsteuer sind die grössten Posten die reduzierten Mehrwertsteuersätze für Nahrungsmittel (2,2 Mrd.) oder die Steuerbefreiung von Mieten (2 Mrd.).

Das sind natürlich alles «Steuerausfälle», von denen die Milliardäre in unserem Land profitieren. Ich empfehle unseren Politikern jedenfalls, diese Liste etwas genauer anzuschauen und sich von der grossen Zahl nicht allzu sehr beeindrucken zu lassen.

Und auf etwas möchte ich zudem hinweisen: Privatpersonen zahlen rund 7 Milliarden direkte Bundessteuern pro Jahr. 13 Prozent der Steuerpflichtigen mit steuerbaren Einkommen über 100000 Franken zahlen rund 5,4 Milliarden oder knapp 80 Prozent. Auf der anderen Seite der Skala bezahlen 66 Prozent der Steuerpflichtigen mit steuerbaren Einkommen unter 60000 Franken gerade mal 0,6 Mrd. direkte Bundessteuern, also weniger als 10 Prozent.

Eine hundertprozentige Gerechtigkeit bei den Steuern wird es nie geben, aber für mich sieht ein ungerechtes Steuersystem jedenfalls anders aus.

Autor: Martin Waeber, Bern

«Ein ungerechtes Steuersystem sieht anders aus.»Bild Aldo Ellena/a

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