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«Regen im Winter ist entscheidend»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Attribute «nass» und «kalt» beschreiben den Sommer 2014. Es kam unter anderem zu Rutschungen, Überschwemmungen und einer Trinkwasserverschmutzung. Zudem waren die Pegel der Seen ungewöhnlich hoch. Für den Grundwasserspiegel blieben diese Regenmengen nicht ohne Folgen. «Ein sehr nasser Sommer wie dieser hat sicher eine Wirkung auf das Grundwasser», sagt Raphaël Kropf, Verantwortlicher für den Grundwasserschutz beim Amt für Umwelt. Allzu gross dürfte die Wirkung jedoch nicht sein. Denn wie Kropf erklärt, hat der Sommerregen viel weniger Einfluss auf den Grundwasserspiegel als jener im Winter. Dies deshalb, weil die Pflanzen im Sommer mehr Wasser vom Boden aufnehmen und weil sehr wenig Regen in den Boden gelangt, da dieser oft vorher verdunstet. «Für die Auffüllung des Grundwassers ist der Regen zwischen November und April entscheidend», erklärt der Hydrogeologe. Diese Phase bestimmt, ob es einen trockenen Sommer verträgt oder nicht.

Aktuelle Lage sieht gut aus

Die aktuelle Situation schätzt Raphaël Kropf als «sehr entspannt» ein. Er schliesst dies aus den Rückmeldungen der Wasserversorgungen und den Geologiebüros, mit denen das Amt für Umwelt zusammenarbeitet. «Das Reservoir im Untergrund ist zurzeit sehr gut gefüllt.» Konkrete Zahlen könne er aber keine nennen. «Das Ganze ist sehr komplex», erklärt der Experte für Grundwasserschutz. So gibt es im Kanton Freiburg 124 verschiedene öffentliche Grundwasser. Das sind jene, die ein Potenzial ab 200 Litern pro Minute haben. Dazu kommen 2000 bis 3000 kleine Grundwasser. All diese haben gemäss Kropf ihre eigene Entwicklung des Grundwasserspiegels. «Deshalb ist es schwierig, zu generalisieren.» Fest stehe jedoch, dass es seit dem Tiefpunkt im Herbst 2011, als die Wasserversorgungen wegen der Trockenheit an ihre Grenzen gelangt seien, mit dem Grundwasserspiegel aufwärtsgehe.

Fokus auf guter Qualität

Die Quantität ist jedoch nur ein Aspekt, den es beim Grundwasser zu beobachten gilt. Die Qualität und der Schutz des Grundwassers seien genauso wichtig, sagt Raphaël Kropf. Die Qualität sei gut. Deshalb ist es auch das oberste Ziel des Amts für Umwelt, dass dies so bleibt. «Denn in diesem Bereich gibt es einige Herausforderungen, die auf uns zukommen.» Die Quellfassungen der Gemeinden müssten so gut wie möglich geschützt werden. Dies sei zwar schon immer ein Thema gewesen, wurde gemäss Kropf in den vergangenen Jahren aber ein wenig vernachlässigt. «Eben gerade, weil wir so viel gutes Wasser haben. Das hat zu einer falschen Sicherheit geführt.» Das Amt für Umwelt ist deshalb gefordert, in den nächsten fünf bis zehn Jahren die vielen Grundwasserschutzzonen zu überprüfen und bei Bedarf und in Zusammenarbeit mit den Besitzern der Wasserfassungen die nötigen Schritte zu deren Legalisierung durchzuführen. «Prävention ist extrem wichtig», betont Kropf. Denn ist ein Grundwasser verschmutzt, kann es je nach Komplexität des Untergrunds drei bis zwanzig Jahre dauern, bis es wieder ganz sauber ist.

In drei Gemeinden war das Trinkwasser verschmutzt. Bild ca/aDas Blockhaus drohte in die Sense zu stürzen. Bild Corinne Aeberhard/aEin Erdrutsch bei Flamatt legte den Zugverkehr lahm. Bild ca/a

Nach Unwetter: Lage hat sich schnell normalisiert

H eftige Niederschläge haben im Sommer 2014 an mehreren Orten zu Erdrutschen geführt. Am Wochenende vom 11. bis 13. Juli war der Kanton Freiburg stark betroffen. So verschütteten zwischen Thörishaus Dorf und Flamatt 40 Kubikmeter Geröll die Schienen und legten den Bahnverkehr während eineinhalb Tagen lahm. Beim Freilichttheater «Falli Hölli» im Tolgli ob Alterswil lösten sich im Bühnenbild rund 50 Kubikmeter Erde. Selbentags lösten sich am Felshang entlang der Bürglenstrasse in Freiburg 30 Bäume und verschütteten die Strasse vor der Galterentalbrücke. Zwischen Charmey und Im Fang war die Jaunpassstrasse während mehr als sieben Stunden gesperrt, weil ein Bach über die Ufer getreten war.

Bäume wie Zündhölzer

Ein zweiter Schub folgte Mitte August. Am 11. August brach an der Sense zwischen Plaffeien und Zollhaus ein Hang weg. Wie Zündhölzer fielen die Bäume in die Sense. Ein Blockhaus drohte ihnen zu folgen und musste rückgebaut werden. Auch im Schwarzsee- und im Muscherental richtete der anhaltende Regen Schäden an. Allein im Sense-Oberland war es an rund 100 Standorten zu Schäden gekommen. Und über Alterswil gingen fünf schwere Unwetter nieder. Dutzende von kleinen Bächen traten über die Ufer, überschwemmten Kulturland, Strassen und Keller.

Steiles Einzugsgebiet

An der Sense beispielsweise habe sich die Lage nach dem heftigen Regen schnell wieder normalisiert, sagt Jean-Claude Raemy, Sektorchef Gewässer beim kantonalen Tiefbauamt auf Anfrage. Denn habe ein Gewässer wie die Sense ein steiles Einzugsgebiet, reagiere es sehr schnell auf intensive Regenereignisse, die Wasserstände würden aber auch entsprechend rasch wieder sinken. Die Gefahrenlage entlang der Gewässer könne sich aber in sehr kurzer Zeit stark verändern. Deshalb hat der Staat für den ganzen Kanton auch eine öffentlich zugängliche Gefahrenkarte erarbeiten lassen, so Jean-Claude Raemy.

Infolge der Unwetter habe der Staat in Zusammenarbeit mit den Gemeinden ein Inventar der Schadenstellen erstellt, den Handlungsbedarf besprochen und die notwendigen Massnahmen und deren Finanzierung festgelegt. Die dringlichen Sofortmassnahmen wurden bewilligt, und voraussichtlich seien heute die meisten dieser Arbeiten realisiert. Einzelne Projekte, so zum Beispiel die Sicherung der Deponieböschung bei Chloster in Plaffeien, seien aber noch hängig, sagt Jean-Claude Raemy. An diesen Stellen wurden provisorische Sofortmassnahmen ausgeführt, um den Schaden zu begrenzen. ak

 

 

Flamatt
Die Sense in 50 Jahren

 

Wie soll der Unterlauf der Sense in 50 bis 100 Jahren aussehen? Diese Frage ist Gegenstand eines ehrgeizigen Projekts, das die Kantone Bern und Freiburg lanciert haben. Gesucht sind Visionen und Ideen zur Neugestaltung des Flusses von der Einmündung des Schwarzwassers in Thörishaus bis zur Mündung in die Saane bei Laupen. Denn bei diesem Streckenabschnitt kommen die unterschiedlichsten Nutzungsansprüche zusammen: Der Fluss soll vor Hochwasser schützen, als Naherholungsgebiet dienen, aber auch Lebensraum für Fische und Amphibien sein. Ziel des Projekts Sense21 ist ein Entwicklungskonzept, in das die Sichtweisen von Fachleuten und Bürgern einfliessen. Im Herbst fanden deshalb mehrere Bürgerforen statt. Das Entwicklungskonzept Sense21 soll bis Ende 2015 stehen. im

 

Jeuss

Verbauung der Bibera stockt

Zwei fertige Projekte für den Hochwasserschutz an der Bibera lagen bereit. Nun muss eine weitere, günstigere Variante ausgearbeitet werden.

 Die Bibera, die entlang des Grossen Moos in den Murtensee fliesst, droht, bei intensiven Niederschlägen über die Ufer zu treten. Grosse Kulturlandflächen sind von diesen Überschwemmungen bedroht. Seit 2008 versucht deshalb das Wasserbauunternehmen Bibera (WBU), ein Hochwasserschutzprojekt umzusetzen. Ein erstes Konzept sah zwei Varianten vor: Entweder den Biberakanal in einem südlichen Bogen um das Bellechasse-Gelände zu lenken oder bereits weiter oben Richtung Chablais-Wald in den Murtensee umzuleiten. Beide Varianten kosten laut den Projektleitern rund 55 Millionen Franken.

 Beide Varianten zu teuer

Ende Oktober entschieden die betroffenen Gemeinden, dass eine weitere Variante ausgearbeitet werden soll. Das Projekt sei in dieser Form zu teuer. Weitere Kritikpunkte kommen von den Landwirten. Sie müssten zu viel Land für die Revitalisierung und Verbreiterung der Bibera abgeben. Nicht zufrieden mit dem Entscheid war der Jeusser WBU-Präsident Ueli Minder. Er befürchtet, dass sich mit der Rückweisung der beiden Varianten die Umsetzung des Hochwasserschutzprojektes weiter hinauszögert. tk

 

 

Marly

Der Schädling aus Asien treibt sein Unwesen

Der Asiatische Laubholzbockkäfer richtet grosse Zerstörung an Laubbäumen an. Nachdem er 2011 in Brünisried entdeckt wurde, jagten ihn nun die Behörden in Marly.

Eine Frau aus Marly entdeckte im Juli einen Käfer, den sie noch nie gesehen hatte, fotografierte ihn und stellte das Bild zu ihrem Whats-App-Profil. Auf Umwegen gelangte es zu einem Mitarbeiter des kantonalen Pflanzenschutzdienstes, der seinen Augen kaum traute: Beim abgebildeten Käfer handelte es sich um den Asiatischen Laubholzbockkäfer. Dieser kann Laubbäume innert weniger Jahre zum Absterben bringen. 2011 wurde er erstmals in der Schweiz entdeckt–in der Sensler Gemeinde Brünisried. In Marly mussten die Mitarbeiter von Grangeneuve im Laufe der Untersuchungen den Radius ausweiten; in der Gemeinde gab es zwei Befallsherde. Über 700 Bäume wurden präventiv gefällt. Die Laborkontrollen ergaben zudem Interessantes: Der Käfer war zuerst in Marly; in Brennholz versteckt kam er nach Brünisried. Vermutlich via Verpackungsmaterial war er zuvor von Asien in das Industrieareal Winckler in Marly gelangt. Der Schädling wird die beiden Gemeinden weiter beschäftigen; sie müssen Laubbäume noch mindestens vier Jahre lang untersuchen. mir

 

 

 

Grundwasser

Trinkwasser war mit Bakterien verschmutzt

Für den Schutz des Grundwassers warten in den nächsten Jahren grosse Herausforderungen auf den Kanton Freiburg. Dies sagt Hydrogeologe Raphaël Kropf im Gespräch mit den FN. Die Quellfassungen der Gemeinden seien vernachlässigt worden und müssten so gut wie möglich geschützt werden. Das ist wichtig, denn über 80 Prozent des Trinkwassers der Schweiz werden aus Grundwasser gewonnen.

Mitte Juli war es in Tafers, Rechthalten und St. Ursen zu einer Trinkwasserverschmutzung mit Coli-Bakterien gekommen. Eine Woche lang dauerte die Verschmutzung, während der die Einwohner das Wasser vor Gebrauch abkochen mussten. Auch das Spital Tafers war betroffen. Das Wasser aus dem Reservoir Weid in Plasselb, von dem Tafers, Rechthalten und St. Ursen Wasser beziehen, musste auch danach gechlort werden. Tafers habe nun weitere Sicherheitsmassnahmen getroffen und beim Reservoir Rüteli auf der Leitung Einlauf Plasselb eine zusätzliche UV-Anlage installiert, sagt Bauverwalter Angelo Lauper. ak

 

Schwarzsee

Konflikt in der Brecca beigelegt

Einige steile und enge Alpwege im Breccaschlund sollten ausgebaut werden, so dass die Hirten ihre Betriebe besser bewirtschaften können. Gegen diese Eingriffe in die geschützte Landschaft von nationaler Bedeutung wehrte sich die Naturschutzorganisation Pro Natura mit einer Einsprache. Nach zwei Jahren mit zähen Verhandlungen konnten sich die Mehrzweckgenossenschaft Schwarzsee und Pro Natura im letzten Juli einigen. Sie unterzeichnen eine Vereinbarung, die vorsieht, dass das Baugesuch mit Details über das Vorgehen bei der Sanierung präzisiert wird. Die Bauherrschaft verpflichtet sich zu gewissen Kompensationsmassnahmen wie dem Erstellen von Trockensteinmauern und dem Anpflanzen von Ahornen. im

 

 

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