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Regen und Wind haben ihm zugesetzt

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Der Radrennfahrer Delco Angelov hat in 50 Tagen 13 600 Kilometer zurückgelegt

Autor: Von IRMGARD LEHMANN

Klar hat er im Norden mit Regen gerechnet. Dass es aber jeden zweiten Tag regnen wird oder ein starker Wind ihn am zügigen Vorankommen hindern würde, hätte Delco Angelov nie gedacht. «Es war hart, sehr hart», sagt er immer wieder. Tatsächlich braucht es Verbissenheit, um bei Dauerregen mit Feuereifer 11 Stunden auf dem Sattel zu sitzen und rund 280 Kilometer zurückzulegen. «In Serbien wehte ein starker Wind, und in Norwegen traf ich auf Dauerregen bei 10 Grad.» Drei Mal im Tag musste er die Kleider wechseln und wegen Sturm gar einige Stunden aussetzen.In 50 Tagen radelte der 55-jährige Tafersner rund um Europa und legte 13 600 Kilometer zurück. Trotz des misslichen Wetters habe er keine Minute gezögert und sei jeden Tag um 5.20 Uhr losgefahren. Er sagt dies so strikt, wie es nur ein angefressener Radfahrer sagen kann. Und von denen heisst es, sie seien hartnäckig.

10 Minuten Pause

Die ersten vier Stunden ist er durchgefahren. Dann folgte die erste Pause. Von denen gab es im Verlaufe des Tages alle zweieinhalb Stunden eine. Ausruhen durfte sich der 55-Jährige jedoch nur gerade zehn Minuten. «Wenn man längere Pausen macht, erkalten die Muskeln, und man braucht wieder eine Stunde, bis man richtig auf Touren kommt», erklärt Angelov.Täglich rund 11 Stunden trat Angelov in die Pedale. So ungefähr um 21.30 Uhr war das Tagespensum erreicht – eine kurzbemessene Nachtruhe folgte. Ob man denn mit sechs Stunden durchkommt? «Ja, insofern man gut schläft und abends um 22 Uhr diszipliniert isst.» Das habe er lernen müssen. «Ich kenne inzwischen über 100 Pastagerichte», lacht er.

Dreimal gestürzt

Jetzt wo Angelov seine Strapazen hinter sich hat und er ohne allzu grosses «Malaise davon gekommen ist», zeigt sich der Radrennfahrer von seiner lockeren und frohen Seite (FN vom 11. April). Immer wieder schmunzelt er. Vergessen ist die Müh und Not, vergessen der Materialverlust, vergessen die Wunden an Arm, Ellbogen, Bein und Hüften. Schliesslich wisse er, wie man gut stürzt. Ja, wie denn? Er lacht und meint: «Spass beiseite – Glück muss man haben.» Das hatte er auch – dreimal gar.In Neapel lenkten ihn die vielen Menschen, die Musik, der immense Verkehr und die Kehrichtsäcke am Strassenrand ab. Prompt geriet er mit seinem Rennrad in ein Eisenbahntrassee. Der Sturz war unvermeidlich. In Genua wiederum streifte Angelov den Trottoirrand. Und in Melk, der Donau entlang, führte ein Stein zum Sturz. Doch damit machte Angelov nicht viel Federlesens, desinfizierte die Wunde und fuhr weiter, als wäre nichts geschehen.

79 Stundenkilometer

Immerhin legte der Amateurfahrer zwischendurch ein beachtliches Tempo an den Tag: 76 Stundenkilometer als Höchstgeschwindigkeit. «Wenn die Ärmel am Trikot anfangen zu flattern, bekomme ich kalte Füsse», sagt der Spitalangestellte mit einem verschmitzten Lachen.Im Allgemeinen stuft sich Angelov jedoch als vorsichtigen Fahrer ein. «Kurven schneiden ist nicht mein Ding, und meistens halte ich mich da an die 25-Kilometer-Grenze.»

Auf dem Parkplatz in Marseille

So haben weder die Stürze noch der Diebstahl auf einem Parkplatz in Marseille den eingebürgerten Mazedonier aus dem Lot gebracht. Im Gegenteil. Dem Zwischenfall, sprich Diebstahl, in der Millionenstadt vermochte er gar eine lustige Seite abzugewinnen. «Stellen Sie sich vor, mein Fahrer und ich schliefen im Mobilhome, und wir merkten vom Einbruch nichts.» Erst als der Apfelkorb am Morgen vor dem Mobilhome stand, sei ihnen klar geworden, dass da etwas nicht in Ordnung war. In der besagten Nacht wurden Angelov und sein Fahrer um drei Fotoapparate, eine Filmkamera und drei Natels erleichtert.

Im Tunnel in Norwegen

Eine Begegnung der weniger schönen Art hat Angelov ebenfalls in Norwegen erfahren. Am Ende eines Tunnels hat ihn die Polizei aufgehalten und ihm das Fehlen einer Velolampe vorgeworfen. 130 Euros als Busse habe man ihm abgeknüpft. «Dafür schenkten sie mir ein Leuchtgilet», lacht er.Nach all dem darf die Frage, warum er vom ursprünglichen Plan (in 59 Tagen 16 000 Kilometer) abgekommen sei, wohl kaum noch gestellt werden. Relevanter ist wohl die Tatsache, dass Angelov auch weiterhin jede freie Minute auf dem Sattel sitzt und jede Woche rund 500 Kilometer hinter sich bringt.

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