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Regenschirme statt Badekleider

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Ist das Wetter schlecht, verzeichnet das Naturhistorische Museum in Freiburg rund 300 Besucher pro Tag. Bei Sonnenschein sind es 70 bis 80. Wie verregnet der Juli 2014 war, zeigen die Besucherzahlen des Museums im Vergleich zum Vorjahr: 2013 zählte das Museum im Juli etwas über 1800 Besucherinnen und Besucher. 2014 waren es 5577 Personen. «Die Zahlen sind sehr zufriedenstellend», sagt Catherine Pfister vom Naturhistorischen Museum.

Ivan Mariano, Leiter des Museums Murten, freut sich ebenfalls über das schlechte Wetter. Normalerweise laufe im Museum in den Monaten Juli und August nicht viel. «Im Sommer wollen die Touristen lieber im See baden.» Diesen Juli aber kamen rund 1000 Besucherinnen und Besucher ins Museum an der Ryf. «Im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist dies eine Verdoppelung der Eintritte», sagt Ivan Mariano.

 Vom schlechten Sommerwetter hat zum Beispiel auch das Papiliorama in Kerzers profitiert. «Mai und Juni waren unterdurchschnittlich, doch der verregnete Juli hat uns gerettet und die Besucherzahlen sind jetzt wieder auf Kurs», sagt Daniela Barilli von der Marketing- und Kommunikationsabteilung des Papilioramas. Viele Gäste kämen von den Campingplätzen sowie von den Hotels und Ferienwohnungen im Seeland ins Papiliorama.

Drinnen statt draussen

 Auch die Lust auf Schokolade oder einen gemütlichen Kinoabend steigt bei tiefen Temperaturen und wolkenverhangenem Himmel. Entsprechend gross ist der Besucheransturm seit Anfang Juli im Maison Cailler in Broc, und entsprechend zugelegt hat das Cap’Ciné in Freiburg, wie Patrick Tavoli erklärt. «Wir haben 20 Prozent mehr Besucher als letztes Jahr.» 2013 sei jedoch besonders schlecht gewesen für die Kinos, sagt er.

Statt in die Berge zu fahren und eine Wanderung zu unternehmen, fiel die Wahl beim Tagesprogramm diesen Sommer öfters auf die wettersicheren Einkaufsläden. Im Fribourg-Centre war im Juli gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung des Umsatzes von einem Prozent zu verzeichnen. Die 48 Geschäfte waren an den Regentagen besonders gut besucht. Die gleiche Situation bei Manor in Freiburg: «Die Kundenfrequenz ist aufgrund des schlechten Wetters gestiegen», sagt Mediensprecherin Elle Steinbrecher. Bei Badebekleidung habe wettergemäss etwas mehr Zurückhaltung geherrscht, andere Segmente wie Sportbekleidung seien aber recht gut gelaufen. «Überdurchschnittlich war der Umsatz bei den Regenschirmen», sagt sie. Trotzdem seien die Monate Juni und Juli bei Manor insgesamt vergleichbar mit jenen des Vorjahres.

Leere Freibäder

Für die Schwimmbäder in der Region ist es eine schwierige Saison. «So schlecht war es seit Jahren nicht mehr», sagt Pierre Gisler, Leiter des städtischen Sportamtes, zum Betrieb in der Motta in Freiburg. Im Mai und im Juni seien die Eintrittszahlen «korrekt» gewesen, jetzt befänden sie sich aber «im freien Fall». «Wir haben im Juli weniger als die Hälfte der Eintritte gehabt als im Juli vor einem Jahr», sagt er.

Schade ums Jubiläumsfest

Noch krasser ist es in Laupen: Die Regio Badi Sense verzeichnete im Juli 2013 30 000 Eintritte, in diesem Jahr waren es nur 11 000. «Wir haben zu Beginn viele Abos verkauft, deshalb wird es mit der Rechnung hoffentlich nicht ganz so schlimm», sagt Betriebsleiterin Amanda Harlander. Was ihr aber wehtut: «Das Jubiläum ging in die Hosen.» Mit verschiedenen Anlässen hätte die Badi ihr 50-jähriges Bestehen feiern wollen. «Wir hatten fünf Daten und das Wetter war jedes Mal schlecht», sagt sie. «Es gab nie ein schönes grosses Fest mit vielen Leuten.»

 Das Schwimmbad Murten feiert zwar kein Jubiläum, wollte jedoch mit einer neuen Rutschbahn Leute anziehen. «Wenigstens haben wir die Rutschbahn in Zukunft auch noch», sagt Monica Rathgeb, Leiterin des Sekretariats. Das Schwimmbad Murten hat aufgrund des schlechten Wetters bereits seit zweieinhalb Wochen das Hallenbad offen. Eigentlich hätte dieses erst nächste Woche öffnen sollen. «Viele Leute haben wir natürlich trotzdem nicht», sagt Rathgeb. «Die Saison ist nicht mehr zu retten.» Denn nun beginne die Schule wieder und die Abende würden kühler.

Schwimmkurs bei 12 Grad

Ähnlich tönt es von Roland Aebi, Bademeister in Kerzers. «Auch wir haben etwa halb so viele Eintritte wie im letzten Jahr», sagt er. Zwar sei so auch der Personalaufwand geringer, aber das mache zu wenig aus. «Der Beginn war super, wir dachten, das würde ein Sommer wie 2003.» Falsch gedacht: «Als die Kinder zu Beginn der Schulferien Schwimmkurse hatten, war es zum Teil nur 12 Grad warm draussen. Die Kleinen taten mir leid.» Und jetzt sei es vorbei. «Selbst ein Altweibersommer würde nichts mehr bringen.»

Thermalbad profitiert

Des einen Leid, des anderen Freud: «Wir hatten im Juli und im August 20 bis 25 Prozent mehr Eintritte», sagt Béatrice Ambühl, Direktorin des Thermalbads Bains de la Gruyère in Charmey. «Die Leute wissen bei all dem Regen irgendwann nicht mehr, was sie tun sollen, und kommen dann zu uns.» Wie immer im Sommer seien die Gäste auswärtige Touristen und Familien. «In diesem Jahr haben wir zusätzlich mehr Besucher aus der Region», so Ambühl. Das schlechte Wetter habe wohl kaum Einfluss auf den Aufwand für das Heizen der Bäder. «Die Becken werden sowieso jeden Tag gewärmt, und bisher war es ja draussen nicht sehr kalt.»

Hoffnungsschimmer

Obwohl die Freibäder den Rückstand nicht mehr aufholen können, kann sich bis im September noch etwas tun. Für Stephane Moret beispielsweise, Geschäftsführer von Murten Tourismus, ist es deshalb noch zu früh für eine Bilanz; Zahlen hat er noch keine aktuellen. «Es wird sicher keine Bombensaison geben», prognostiziert er. Moret hat aber das Gefühl, dass das schlechte Wetter Murten Tourismus den Sommer nicht ganz verdirbt. «Wenn es regnet, sind die Leute im Stedtli.» Die Altstadt sei jedenfalls gegenwärtig sehr gut besucht. Eher Mühe haben werden laut ihm die Restaurants am See und die Schifffahrtsgesellschaften.

«1000 Besucher sind im Vergleich zu den beiden Vorjahren eine Verdoppelung der Eintritte.»

Ivan Mariano

Leiter Museum Murten

«Überdurchschnittlich war der Umsatz bei den Regenschirmen.»

Elle Steinbrecher

Mediensprecherin Manor

«Selbst ein Altweibersommer würde nichts mehr bringen.»

Roland Aebi

Bademeister in Kerzers

Zahlen und Fakten

Fünf Prozent weniger Übernachtungen

Dino Demola, der Präsident der Freiburger Hoteliers, hat im Juli 2014 einen wetterbedingten Rückgang der Übernachtungen von fünf Prozent festgestellt. Die Reservationen seien im gleichen Umfang wie im Vorjahr gewesen, sagt er. Demola geht davon aus, dass der Kanton Freiburg diese fünf Prozent an südliche Länder wie Italien verloren hat. «Die Leute gehen davon aus, dass das Wetter dort besser ist.»ak

Meteorologe : Nasser Juli ist schwierig zu erklären

R ekord-Regenmengen haben vor allem in der Westschweiz den Juli geprägt. Die Durchschnittstemperatur lag fast ein Grad unter dem Mittelwert der letzten 30 Jahre. Für Meteorologen ist es aber schwierig, die genauen Ursachen des verregneten Sommers zu bestimmen. «Im Juli haben sich die Tiefdruckzonen von den aus Westen kommenden Strömungen abgetrennt und sind über den Alpen stehen geblieben», führte Pierre Eckert von Meteo Schweiz am Freitag auf Anfrage aus. Diese Situation gleiche eher dem Wetter im Herbst. Im Juli blieben Tiefdruckzonen drei Mal in Folge über den Alpen hängen, jedes Mal drei bis fünf Tage lang. «Im August zeigt sich eine eher klassische Situation mit von Westen nach Osten ziehenden Tiefdruckgebieten, aber auf für die Jahreszeit sehr tiefen Breitengraden», sagte der Meteorologe. Die Ursachen des regnerischen Wetters genau zu bezeichnen, sei schwierig, sagte Eckert. Vermutlich handle es sich um Schwankungen innerhalb der natürlichen Veränderlichkeit des Klimas. cn / sda

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