BERN 28.09.2019

Ein Austritt sorgt für Diskussionen

Die Reaktionen von ­Nationalräten auf den Kirchenaustritt von ­Magdalena Martullo-­Blocher gehen auseinander.

Die SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Magdalena Martullo-Blocher ist aus der reformierten Kirche ausgetreten – wegen der Kirchensteuer. kath.ch hat bei einigen Kolleginnen und Kollegen im Nationalrat nachgefragt, was sie von dem Entscheid halten.

«Ich finde diesen Entscheid sehr bedenklich», sagt EVP-Präsidentin Marianne Streiff. Sie finde es sehr schade, dass viele Menschen nicht realisierten, was die Kirche für die Gesellschaft und im sozialen Bereich mache. Sie selbst ist Mitglied der reformierten Landeskirche. Ein Austritt aus der Kirche sei für sie Ausdruck fehlender Solidarität, insbesondere, wenn die Person viel Geld habe, sagt die Politikerin, die den Kanton Bern im Nationalrat vertritt.

Der Fraktionspräsident der Grünen, Balthasar Glättli, akzeptiert den Entscheid von Magdalena Martullo-Blocher als «höchst persönlich». Der Zürcher Nationalrat zeigt sich allerdings etwas «befremdet» darüber, dass die Unternehmerin die Kirchensteuer als Austrittsgrund angegeben habe.

Albert Rösti, SVP-Parteipräsident und Nationalrat, nimmt nicht Stellung zum Kirchenaustritt von Magdalena Martullo-Blocher: «Ich äussere mich nicht über Privatangelegenheiten meiner Kollegen.» Er selber ist Mitglied der protestantischen Kirchgemeinde ­Uetendorf-Thierachern im Kanton Bern. Von der Kirche erwartet Rösti, dass sie die christlichen Werte als «Grundlage der westlichen Gesellschaft» verbreite und pflege. Gerade in einer Zeit, in der sich «ganz andere, intolerante Wertvorstellungen des Islamismus» auszubreiten drohten. Dafür zahle er auch gerne Kirchensteuern, so Rösti.

kath.ch